Schweiz

Bundesrat verweigert Zulassung für Snus

Für die Zulassung des Mundtabaks Snus in der Schweiz sieht der Bundesrat keine Gründe. Und lässt sich auch nicht von Schwedens tiefer Raucherquote beeindrucken.

Das Suchtpotenzial sei fast so stark wie dasjenige von Zigaretten, schreibt die Landesregierung in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Interpellation des Berner FDP-Nationalrats Christian Wasserfallen. Wasserfallen verwies in seinem Vorstoss auf die Situation in Schweden, wo der Mundtabak Snus weit verbreitet sei und eine Alternative zum Rauchen darstelle. So resultierte dort die europaweit klar tiefste Raucherquote, die zwischen elf Prozent bei den Männern und 14 Prozent bei den Frauen liege. Unmittelbar zusammenhängend sei dabei die niedrigste Quote Schwedens bei Lungenkrebserkrankungen im europäischen Vergleich, argumentierte Wasserfallen.

Aus der Sicht des Bundesrates gibt es aber keine Gründe, welche für eine Zulassung von Snus in der Schweiz sprechen, wie der Bundesrat dem Interpellanten schreibt. Neuere Studien aus den USA und Südafrika hätten gezeigt, dass mehr Konsumenten von Snus auf Zigaretten umstiegen als umgekehrt. Damit erhöhe sich die Anzahl der Tabakkonsumierenden und somit die Krankheitslast, die damit einhergehe. Der Mundtabak Snus enthalte eine grosse Zahl von Schadstoffen, darunter krebserzeugende Substanzen. Es sei nachgewiesen, dass Snus Bauchspeicheldrüsenkrebs und Mundkrebs verursache. Weitere Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall würden dem Gebrauch von Snus zugeschrieben. Das Verbot für Einfuhr und Abgabe von Snus sei erlassen worden, um zu verhindern, dass ein weiteres, schädliches Tabakprodukt in der Schweiz Fuss fasse. Eine Zulassung des Mundtabaks in der Schweiz würde zudem eine Inkompatibilität mit der entsprechenden EG-Richtlinie darstellen.

Privatpersonen dürfen Snus für den Eigengebrauch in die Schweiz importieren und konsumieren. 2008 wurden rund zwölf Tonnen Snus für den privaten Konsum eingeführt. Die Tendenz sei stark steigend, schreibt der Bundesrat. Nicht in dieser Zahl enthalten sind beispielsweise fälschlicherweise abgabenfrei abgefertigte Sendungen, die als Geschenke oder Bücher deklariert sind. Demgegenüber würden jährlich rund 8000 Tonnen Tabak in Form von Zigaretten verkauft. (sam/ap/)

Erstellt: 19.11.2009, 16:05 Uhr

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