Schweiz

Damit der Zivilschutz keine Lachnummer mehr ist

Daumen drehen, eine Warterei, Sisiphus: Für viele Schweizer ist das der Inbegriff vom Dienst im gelben Helm. SVP-Nationalrat Alfred Heer will das ändern.

Die Hilfe vom Mann mit Helm: H.D. Läppli steht für das Lachhafte beim Hilfsdienst, wenngleich er nicht Zivilschützer war.

Die Hilfe vom Mann mit Helm: H.D. Läppli steht für das Lachhafte beim Hilfsdienst, wenngleich er nicht Zivilschützer war.

Der Nationalrat will den Zivilschutzdienst in der Schweiz vom verbreiteten Image des «Leerlaufs» befreien. Er hat am Donnerstag eine entsprechende Parlamentsinitiative von Alfred Heer (SVP/ZH) mit 103 gegen 56 Stimmen überwiesen.

Keine «zweckfremden Aufgaben» mehr

Das Hauptziel des Vorstosses besteht darin, die Aufgebote an die Dienstpflichtigen besser nach den effektiv vorhandenen Bedürfnissen auszurichten und damit den Aufgebotenen keine «zweckfremden Aufgaben» mehr zu übertragen. Die Grundausbildung soll dazu im Gesetz auf maximal zwei Wochen beschränkt werden; nachfolgende Wiederholungskurse sollen nur noch bei einem dringlichen Bedarf für maximal drei Tage angeordnet werden können.

Begründet werden diese Vorschläge unter anderem damit, dass Zivilschutzeinsätze heute sowohl die Arbeitgeber wie die Gemeinden viel Geld kosteten und zur Erfüllung der WK-Pflicht oftmals «regelrecht Aufgaben erfunden» würden, um die Aufgebotenen beschäftigen zu können.

Mit Unterstützung der Grünen

Mit der Streichung der jährlichen Einsatzpflicht soll deshalb ein Beitrag geleistet werden, damit sich das Image des Zivilschutzes verbessert und Einsätze in Zukunft nicht mehr als «Leerlauf», sondern als sinnvollen Hilfseinsatz zu Gunsten der Allgemeinheit verstanden würden, wie es auf der Seite der Befürworter hiess. Der Vorstoss wurde sowohl von der SVP wie auch vom linksgrünen Lager unterstützt. (cpm/ap/)

Erstellt: 28.05.2009, 14:26 Uhr

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8 Kommentare

Emil Nef

29.05.2009, 00:22 Uhr
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Gelbe Helme? In welchem Jahrtausend lebt Herr Heer mit der tollen Idee. Mit 20 eine Schnellbleiche an den Geräten, dann einige Jahre nicht mehr üben, anschliessend ein Unwetter. Natürlich Zivilschutz aufbieten, denn jetzt braucht man ihn. Feststellen, dass der Zivilschützer sein Handwerk nicht mehr beherrscht. Anschliessend der Vorstoss der SVP: "Zivilschutz abschaffen, die können ja eh nichts!" Antworten


Max Sutter

28.05.2009, 22:57 Uhr
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Nach Parkinson dehnt sich Arbeit in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Wenn zur Erfüllung der WK-Pflicht «regelrecht Aufgaben erfunden» werden müssen, so befinden wir uns in einem Über-Parkinsonschen Zustand, bei dem es zusätzliche Arbeit braucht, um unnütze Arbeit zu erfinden. Wie wär's, den Zivilschutz einfach abzuschaffen? Die Volkswirtschaft würde es danken. Antworten


Rolf Müller

28.05.2009, 18:14 Uhr
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Der Nationalrat hat zur Zeit riesige Probleme zu lösen,für die er unfähig ist.(z.B. Ueberwachung der UBS,Kostenexplosion im Gesundheitswesen,usw.) Ausgerechnet in diesem Zeitpunkt kommt Alfred Heer mit der Lachnummer "Zivilschutz" neu organisieren. Dieser Stumpfsinn müsste schon längst abgeschafft sein ! Es ist zum Verzweifeln,wenn man diesem dilettantischen Treiben machtlos zusehen muss. Antworten


Christoph Geiser

28.05.2009, 17:46 Uhr
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Der Zivilschutz ist ja für Grosskatastrophen gedacht. Wenn Feuerwehr und Sanität nicht mehr ausreichen. Schön und gut, aber ich denke, dass auch hier eine Professionalisierung zweckmässig wäre. Echt, ich weiss nichts mehr von dem was ich dort mal gelernt habe, auch wenn es nützlich war. Einen Schwerverletzten könnte ich nicht adäquat versorgen, er würde mir wohl unter den Händen wegsterben. Antworten


Alexander Meier

28.05.2009, 15:09 Uhr
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es werden regelrecht aufgaben erfunden? erinnert mich doch auch schwer an den militärischen wk und die übliche bekämpfung eines imaginären feindes ;-) Antworten


Marc Much

28.05.2009, 14:57 Uhr
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Nutzlos: abschaffen. Antworten


Ronnie König

28.05.2009, 14:50 Uhr
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Nun, dass der Zivilschutz kein grosser Wurf ist sagen selbst die Berufsschützer dort. Verglichen wird dann allerdings oft mit dem THW / D! Aber vom einstigen Lättliseminar sind wir zum Glück ein schönes Stück weiter gekommen. Verbesserungen werden kommen. Am Ende zählt aber der Einsatz des Einzelnen am meisten! Gerät hin oder her. Ob 2 Wo reichen? Hoffe es braucht ihn nie. Antworten


Thom F. Küng

28.05.2009, 14:49 Uhr
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Super, Herr Heer, denn mit den Mehreinnahmen der Militärpflichtersatzabgaben finanzieren wir dann die Autobahnen und Landwirtschaftsbetriebe. Im ernst: ich denke es ist richtig sich die Rolle des Zivilschutzes neu zu überdenken, aber im Rahmen des Bevolkerungsschutzes als Gesamtkonzept und nicht losgelöst und Konzeptlos wie herr Heer das beantragt. SVP steht wie immer für "Sehr Viel Pleiten"... Antworten



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