Darbellays Entschuldigung reicht Israelitischem Gemeindebund nicht

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) ist nach der Entschuldigung von CVP-Präsident Christophe Darbellay für seine Äusserungen über jüdische und muslimische Friedhöfen nicht befriedigt.

«Es tut mir leid»: Christophe Darbellay.

«Es tut mir leid»: Christophe Darbellay.
Bild: Keystone

«Wir nehmen die Erklärung von Herrn Darbellay zur Kenntnis», sagte SIG-Präsident Herbert Winter der «NZZ am Sonntag». «Wir erwarten aber von der CVP eine klare Distanzierung von Darbellays Aussagen und ein ebenso klares Bekenntnis der Partei zur Religionsfreiheit in der Schweiz.»

Der Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen, Hisham Maizar, sieht es anders: «Die Äusserungen von Christophe Darbellay waren absolut inakzeptabel, sehr deplatziert und diskriminierend. Aber er hat sich für seine Äusserungen klar und deutlich entschuldigt. Wir nehmen diese Entschuldigung an und hoffen auf eine bessere und konstruktivere Kooperation.»

Darbellay hatte sich im Regionalsender «Tele M1» für ein Verbot neuer muslimischer und jüdischer Friedhöfe ausgesprochen. Nach heftigen Protesten – auch von CVP-Exponenten – erklärte der Parteipräsident, er entschuldige sich dafür, dass er mit seiner Forderung «bei der muslimischen und jüdischen Bevölkerung Irritationen» ausgelöst habe. «Es tut mir leid, wenn ich damit Gefühle verletzt habe.»

Erstellt: 06.12.2009, 16:59 Uhr

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