Das Comeback der Ausgesteuerten

Die meisten Ausgesteuerten in der Schweiz finden wieder eine Stelle. Sie müssen aber oft gravierende Nachteile in Kauf nehmen.


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Alljährlich werden in der Schweiz im Schnitt 30'000 Personen ausgesteuert, das heisst, ihr Anspruch auf Arbeitslosentaggeld erlischt. Die Zahlen schwanken sehr stark, doch die Chancen der Ausgesteuerten auf dem Arbeitsmarkt haben sich in den letzten Jahren kaum verändert. Der neuste Bericht des Bundesamts für Statistik (BFS) zum Thema kommt zu relativ ähnlichen Ergebnissen wie bei der letzten Auswertung aus dem Jahr 2009.

Aus den Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung und der verschiedenen Sozialversicherungen geht hervor, dass sieben von zehn Ausgesteuerten innert fünf Jahren wieder eine Arbeit finden.

49 Prozent sind bereits im ersten Jahr nach der Aussteuerung wieder erwerbstätig. Nach fünf Jahren sucht noch einer von zehn Ausgesteuerten eine Anstellung, während sich zwei aus dem Arbeitsmarkt zurückgezogen haben.

Jüngere laufen gemäss der Studie weniger Gefahr, ausgesteuert zu werden, als Leute über 45. Risikogruppen sind auch Personen mit einer tieferen Ausbildung, Frauen, Alleinerziehende und Alleinlebende sowie ausländische Staatsangehörige.

Die Folgen der Wiedereingliederung

Der Bericht des BFS zeigt aber auch, dass ehemals Ausgesteuerte oftmals zu schlechteren Konditionen arbeiten als die übrigen Schweizer Erwerbstätigen, wie diese Übersicht zeigt:

Ehemals Ausgesteuerte verdienen weniger und arbeiten im Vergleich zum Durchschnitt häufiger auf Abruf oder temporär. Sie finden öfters nur eine Teilzeitanstellung, obwohl sie eigentlich mehr arbeiten möchten. 48 Prozent der Teilzeitbeschäftigten unter den ehemals Ausgesteuerten geben an, unterbeschäftigt zu sein. Dieser Wert ist 2,5-mal so hoch wie bei den übrigen Teilzeitbeschäftigten.

Schliesslich werden sie häufiger frühpensioniert und können für die Zeit nach dem Erwerbsleben schlechter vorsorgen: Ausgesteuerte, die wieder eine Arbeit gefunden haben, zahlen halb so oft in die 3. Säule ein wie die übrigen Erwerbstätigen. (ldc/sda)

Erstellt: 06.11.2014, 12:38 Uhr

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