Schweiz

«Das Vorgehen des Schweizer Fernsehens ist skandalös»

Von David Vonplon. Aktualisiert am 27.11.2008

Die geplante «Arena»-Sendung zur anstehenden Bundesratswahl sorgt für rote Köpfe. Weil das Schweizer Fernsehen nur die beiden SVP-Kandidaten einladen will, sind die Grünen stocksauer.

Will gegen SF klagen: Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen.

Will gegen SF klagen: Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen.

Artikel zum Thema

«Es ist skandalös, dass unser Kandidat Luc Recordon vom Schweizer Fernsehen übergangen wird», sagt Ueli Leuenberger, Parteipräsident der Grünen. Er kündigt gegenüber baz.ch/Newsnet an, beim Aufsichtsorgan der SRG oder beim Presserat Beschwerde einzureichen, wenn die Sendeverantwortlichen der Politsendung nicht auf die Forderungen seiner Partei eingehen.

«Das Schweizer Fernsehen ist ein Service-Public-Sender und hat die Pflicht, ausgewogen zu berichten. Dieser Grundsatz wird aber völlig missachtet», so der Nationalrat. Er wirft den Sendeverantwortlichen vor, mit der selektiven Auswahl der Gäste dazu beizutragen, dass Recordon im Parlament keine Chance hat.

Gästeliste für Sendung steht noch nicht

Am Leutschenbach wundert man sich über die scharfen Töne aus der Parteizentrale der Grünen: «Wir haben unsere Runde noch nicht zusammen. Es macht keinen Sinn, sich über die Besetzung aufzuregen, bevor überhaupt klar ist, wer eingeladen wird», sagt «Arena»-Redaktionsleiterin Marianne Gilgen. Ihr zufolge ist derzeit ungewiss, ob die Sendung mit den SVP-Bundesratskandidaten überhaupt zu Stande kommt.

Gilgen räumt allerdings ein, dass die Grünen nicht in die Disskussionsrunde in der Mitte eingeladen werden – wenn denn die Sendung in dieser Form stattfindet. «Die Partei war bereits vor zwei Wochen mit einer Vertreterin im Kreis vertreten. Dieses Mal wäre die SP am Zug.» Vorgesehen sei, dass neben den beiden offiziellen SVP-Kandidaten, die heute Nachmittag von der Fraktion ernannt werden – je ein Mitte- und Linkspolitiker im zentralen Rund stehen werden.

Auch CVP äussert sich kritisch

Auch die CVP steht dem «SVP-Hearing» indessen kritisch gegenüber. «Das ist ein Fraktionsgeschäft», erklärt Sprecherin Marianne Binder auf Anfrage, «wenn das im vornherein öffentlich diskutiert wird, ist das eine seltsame Übungsanlage.» Die Mittepartei überlegt sich deshalb, ob sie überhaupt Vertreter in die Sendung vom nächsten Freitag schicken wird. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.11.2008, 13:59 Uhr


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.