Schweiz
«Das käme einem weiteren Trauma gleich»
Von Fabienne Riklin. Aktualisiert am 26.01.2010
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Frau Weiss, bis zwölf Waisenkinder aus Haiti kommen in den nächsten Tagen in die Schweiz. Drei von ihnen sind von Paaren aus dem Kanton Zürich adoptiert worden, wie Radio 1 berichtet. Handelt es sich dabei um Erdbeben-Waisen?
Diese Kinder wurden schon vor dem Erdbeben zur Adoption freigegeben. Das heisst, die haitianischen Behörden haben die Adoption bewilligt und die Situation jedes einzelnen Kindes geprüft. Wegen der Katastrophe wurde einzig die Einreise beschleunigt. Ohne ordentliche Adoptionsverfahren massenhaft Kinder in die Schweiz zu holen, macht keinen Sinn.
Warum nicht?
Noch konnten die Helfer vor Ort gar nicht seriös abklären, ob die Waisen auch wirklich Waisen sind. Ebenfalls ist noch unklar, ob die Kinder noch Verwandte haben, die sich um sie kümmern wollen und können. Ich halte es deshalb für viel besser, dass die Kinder vor Ort so gut wie möglich betreut werden und dass von all den Spenden Geld für die Kinder reserviert wird, um ihnen eine bessere Perspektive geben zu können.
Gibt es weitere Aspekte, warum eine Adoption haitianischer Kinder im Moment nicht richtig ist?
Die Kinder sind stark traumatisiert. Vielleicht mussten sie zusehen, wie ihr Vater oder ihre Mutter von den Trümmern begraben wurden. Würde man diese Kinder aus ihrer gewohnten Umgebung reissen, käme das einem weiteren Trauma gleich.
Worin äussert sich dieses?
Die Kinder sind extrem verängstigt und verunsichert. Zudem haben sie starke Verlassenheitsgefühle.
Müssen auch die Kinder, die jetzt in die Schweiz kommen, betreut werden?
Ja, das ist sehr wichtg.
Was raten Sie Schweizer Paaren, die ein Kind aus Haiti adoptieren möchten?
Ich würde ihnen raten zuzuwarten. Erst wenn sich die Lage im Land wieder beruhigt hat, können auch die Adoptionsbehörden vor Ort die Papiere der Kinder seriös prüfen. Es darf nicht sein, dass ein Kind, welches kein Waisenkind ist, adoptiert wird. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.01.2010, 08:54 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





