Schweiz

Den Berggebieten gehen die Ärzte aus

Aktualisiert am 12.01.2010

Alte Hausärzte auf dem Land sorgen bald für einen Engpass der medizinischen Versorgung in Berggebieten. Dringende Massnahmen sind nötig.

14 Kilometer bis zum nächsten Arzt: Safiental im Bündnerland.

14 Kilometer bis zum nächsten Arzt: Safiental im Bündnerland.
Bild: Keystone

Schon heute sei die Ärztedichte auf dem Land wesentlich tiefer als in den Städten, teilte die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) am Dienstag mit. In den nächsten Jahren werde sich die Versorgungslage noch wesentlich verschärfen. Rund zwei Drittel der Hausärzte sind über 55 Jahre alt und werden innerhalb einer Dekade pensioniert. Viele bekunden laut SAB Mühe, einen Nachfolger für ihre Praxis zu finden.

Einer der Hauptgründe dafür sei, dass in der Schweiz generell zu wenig Ärzte ausgebildet würden. Die SAB fordert daher, die Beschränkung der Plätze im Medizinstudium, den Numerus Clausus, aufzuheben. Weiter soll eine Aufwertung des Studiums zum Allgemeinpraktiker den Hausarztberuf attraktiver machen.

Um jungen Medizinern das Führen einer ländlichen Praxis schmackhafter zu machen, will die SAB Landärzte für ihre Arbeit besser entschädigen. Sie verdienen heute weniger als ihre Kollegen in Städten und in Spitälern oder als Fachärzte. Dazu soll der je nach Region unterschiedliche TarMed-Tarif für Hausärzte schweizweit vereinheitlicht und erhöht werden.

Die SAB will zudem die Bevölkerung von den rasant steigenden Kosten der Gesundheitsversorgung entlasten. Der künftige Kostenanstieg soll vom Departement des Innern kompensiert werden. Auch sollen Versicherte in Zukunft die ganze Krankenkassenprämie von der Steuer abziehen können, anstatt wie bisher nur einen Pauschalbetrag. (tan/ddp)

Erstellt: 12.01.2010, 16:17 Uhr

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