Schweiz
Achtung, eine A-Bombe! Armeechef warnt vor Nuklearangriff in der Schweiz
Von Patrick Feuz, Bern. Aktualisiert am 17.03.2010
Armeechef André Blattmann. (Bild: Keystone)
Test: Explosion einer A-Bombe in den Fünfzigerjahren.
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Wozu braucht die Schweiz ihre Armee? Etwa zum Schutz vor Migrationsströmen aus wirtschaftlich taumelnden Ländern wie Griechenland – mit diesem im «Tages-Anzeiger»-Interview erwähnten Beispiel für einen möglichen Armee-Einsatz hat Armeechef André Blattmann Irritation ausgelöst. Besonders bürgerliche Sicherheitspolitiker ärgern sich. Sie befürchten, dass derart abenteuerliche Bedrohungsszenarien der Glaubwürdigkeit der Armee schaden. Im kleineren Kreis hat Blattmann mit Aussagen zur Bedrohungslage schon früher Unbehagen geweckt.
Im letzten November erwähnte der Armeechef in einem Referat vor ehemaligen hohen Stabsoffizieren die Möglichkeit, dass pakistanische Taliban in der Schweiz Atomwaffen einsetzen könnten. Ein Teil der rund 50 Anwesenden habe mit Raunen reagiert, berichtet ein hoher Ex-Militär, der dabei war: Es sei doch nicht nachvollziehbar, wie die Taliban in der Schweiz technisch in der Lage sein sollten, Nuklearwaffen einzusetzen. Abgesehen davon sei es völlig unplausibel, weshalb die Taliban ausgerechnet in der Schweiz mit Atomwaffen aktiv werden sollten.
«Konkrete Antworten» erwartet
Im Ständerat äusserten am Dienstag mehrere Politiker die Hoffnung, dass der für Ende März angekündigte sicherheitspolitische Bericht klären werde, welche Bedrohungen wirklich realistisch seien. CVP-Ständerat Urs Schwaller etwa erwartet «konkrete Antworten auf die armeerelevanten Bedrohungsszenarien».
Doch Schwaller dürfte enttäuscht sein: Der sicherheitspolitische Bericht enthält laut Insidern keine auf die Schweiz zugeschnittenen konkreten Bedrohungsszenarien, sondern bleibt allgemein. Aufgelistet wird die ganze Palette theoretisch möglicher Bedrohungen, von Waffenproliferation über Terrorismus bis zum Klimawandel. Verteidigungsminister Ueli Maurer schraubte deshalb am Dienstag die Erwartungen schon einmal herunter: «Viel Neues wird nicht im Bericht stehen.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.03.2010, 06:45 Uhr


