Schweiz
«Der Ausstieg ist ein Fehler»
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Die Sonderdebatte zum AKW-Ausstieg im Nationalrat führte auch bei den Lesern zu einer lebhaften Diskussion in unserem Facebook-Chat. So schreibt Silas Arn, dass Mühleberg sofort und die anderen Schweizer AKW möglichst bald abgeschaltet werden sollen. Es gelte, möglichst schnell Alternativen aufbauen. Marie Dové hingegen ist der Meinung, dass die Schweiz in der AKW-Debatte «zu hysterisch» reagiere. Frankreich zeige, wie man eine «vernunftgeleitete Energiediskussion» führt.
«Sichere Atomkraftwerke bauen»
«Der Ausstieg ist ein Fehler», schreibt Matthias Meier. «Wir werden noch früh genug merken, dass der Strom aus den fünf Atomkraftwerken sich nicht einfach so mit ein paar Windrädchen und Solarzellen ersetzen lässt.» Stattdessen werde die Schweiz Atom- und Kohlestrom importieren oder eben Gaskraftwerke bauen. Alte Atommeiler könne man abschalten, «aber wir müssen neue, moderne, sicherere Atomkraftwerke zu ihrem Ersatz bauen».
Leser José Wolf befürwortet einen temporären Ausstieg aus der Atomenergie – «bis die unkontrollierbaren Risiken beseitigt werden können». Für Christian Gwschender ist der Nationalratsentscheid ein Zeichen, dass sich der Volkswille «endlich gegen die gut organisierten Lobby-Verbände durchgesetzt hat».
«In wenigen Monaten sieht es wieder anders aus»
Gabu Fischer gibt zu bedenken, dass der Ausstieg zwar machbar sei, aber alle Schweizer teuer zu stehen komme. Die Kantone hätten mit den AKW in den vergangenen 40 Jahren über ihre Elektrizitätswerke Milliarden verdient und so die Steuerzahler entlastet. «Diese Einnahmen können mit subventionsabhängigen Alternativenergien aber nicht kompensiert werden.»
Pia Minder zweifelt, ob der Nationalrats-Entscheid Bestand haben wird: «Ich wette, dass alles in wenigen Monaten wieder anders aussieht.»
Der Schweizer Atomausstieg wurde am Mittwoch auch ausserhalb des Facebook-Chats eifrig diskutiert. Bis 15 Uhr wurden über 300 Leserkommentare verfasst. (ah)
Erstellt: 08.06.2011, 16:08 Uhr
Schweiz
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