Schweiz

Der heimtückische Feind der Schweizer AKWs

Aktualisiert am 07.08.2009 3 Kommentare

Atomkraftwerke haben einen neuen Gegner: Eine Muschelart macht sich in der Schweiz breit – und verstopft Kühlleitungen.

Plage: Körbchenmuscheln verursachen Atomkraftwerken hohe Kosten.

Plage: Körbchenmuscheln verursachen Atomkraftwerken hohe Kosten.
Bild: Keystone

Man kennt sie hierzulande noch nicht lange. Erst vor wenigen Jahren wurde die Körbchenmuschel in Schweizer Gewässern registriert. Doch seitdem hat sie sich rasant verbreitet – im Rhein liegen auf einem Quadratmeter bis zu 10'000 Muscheln. Die Körbchenmuschel verdrängt damit nicht nur andere Muschelarten, sie stellt auch die Technik vor Probleme: Ihre winzigen Larven gelangen durch jeden Filter und können sich so auch in den feinsten Wasserleitungen festsetzen – und diese verstopfen.

Deshalb hat auch das Atomkraftwerk in Leibstadt mit der Muschel zu kämpfen und muss sie etwa mit dem Hochdruckreiniger aus Kühlwasserfassungen spülen. Insgesamt kosten die Massnahmen, mit denen die Muscheln beseitigt werden müssen, das AKW 50'000 Franken pro Jahr.

50'000 Franken pro Jahr fallen an

Dasselbe Schicksal dürfte auch andere Kraftwerke ereilen. In Beznau und Gösgen besteht derzeit gemäss «Aargauer Zeitung» zwar noch kein Muschel-Problem. Doch es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Körbchenmuschel auch in der Aare ankommt.

Die Kraftwerkbetreiber werden sich dagegen wappnen müssen. Denn in den USA hat die Muschel bereits ein AKW in die Knie gezwungen: 1980 musste eine Anlage in Arkansas den Betrieb einstellen, weil Körbchenmuscheln ein Löschwassersystem verstopft hatten. 19 von 32 US-AKWs waren von den Muscheln befallen. (reh)

Erstellt: 07.08.2009, 11:44 Uhr

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3 Kommentare

Ronnie König

07.08.2009, 14:43 Uhr
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Wie war das nochmal? Unsere AKWs zählen zu den sichersten der Welt? Und dann kommen keine grossen Terroristen, sondern kleine Müscheli und bringen uns in ernste Gefahr! Und wieder schlägt die Natur zu. Bis uns das AKW doch noch um die Ohren fliegt. Antworten


Guido Mühlemann

07.08.2009, 15:56 Uhr
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An diesem Beispiel sieht man sehr gut, dass Mutter Natur eben doch viel stärker ist als sämtliche Gebilde aus Menschenhand. Zugleich wird auf eindrückliche Weise gezeigt, dass es falsch ist, sich in falscher Sicherheit zu wiegen, wie dies bei so vielen Befürwortern von AKW's offensichtlich der Fall ist, ganz nach dem Motto: "Hier kann doch nie etwas passieren". Antworten



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