Schweiz

Der tiefe Rheinpegel beschert der Schifffahrt Verluste

Die meisten erfreuen sich am schönen Wetter. Die Basler Schifffahrt jedoch leidet.

Das warme Wetter hat auch Nachteile: Der tiefe Rheinpegel erschwert die Arbeit für die Containerschiffunternehmen.

Roland Schmid

Sonne, warme Temperaturen und kein Regen – für viele Menschen ist das derzeitige Wetter der Inbegriff eines perfekten Herbstes. Heinz Amacker ist keiner von ihnen. Für den Chef des Containerschiffunternehmens «Danser Switzerland» bedeutet der trockene Herbst Umsatzausfälle und Mehrkosten. Das liegt am tiefen Pegelstand des Rheins. Bei der Messstation Basel-Rheinhalle wurde gestern ein Pegel von 5.05 Metern gemessen – im Juli waren es noch gut sieben Meter. «Bei einem solch tiefen Stand wird für uns die Schifffahrt sehr schwierig», sagt Amacker.

Während grosse Schiffe bei normalem Pegelstand bis zu 2500 Tonnen laden können, sind es jetzt maximal noch 900. Um die gleiche Warenmenge wie üblich zu transportieren, muss Amacker nun zusätzliche Schiffe chartern. «Das ist für uns auf Dauer nicht rentabel.» Wie hoch die Schäden durch das Niedrigwasser sind, will er nicht sagen. Nur so viel: «Sie sind empfindlich.» Nun hofft Amacker, dass der Pegel nicht so tief fällt, dass die Schifffahrt ganz eingestellt werden muss.

Aber nicht nur die Schifffahrt leidet unter dem trockenen Wetter. Auch die Bauern sind nicht sehr erfreut über den heissen Sommer und den goldenen Herbst. Vor allem die maschinelle Kartoffelernte sei bei einem so trockenem Boden nicht optimal, heisst es etwa beim landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain in Sissach.

«Das wird einer der besten Jahrgänge»

Trotzdem schätzt Stefan Weber vom Ebenrain die Situation nicht als dramatisch ein: «In der Region wird primär Tierfutter angebaut. Dieses entwickelte sich gut.» Gemüsekulturen, die vor allem auf genug Wasser angewiesen seien, würden im Baselbiet nicht in grossen Mengen angebaut. «Die Trockenheit ist für unsere Region nicht so schlimm wie in anderen Kantonen», so Weber.

Dass die Nordwestschweiz glimpflich davongekommen ist, sagt auch Meteorologe Thomas Kleiber von SF Meteo. In der Region seien im August und September immerhin zwei Drittel der durchschnittlichen Niederschlagsmenge für diese Monate gefallen. «Im Engadin war es beispielsweise nur ein Drittel.» Trotzdem könnte sich auch hier die Situation noch zuspitzen. Zwar erwartet Kleiber für die nächste Woche Regen – um die Lage zu entspannen, wird es aber kaum reichen, sagt der Wetterexperte.

Allen Unkenrufen zum Trotz: Es gibt sie doch, die Freunde des warmen Herbstes. Laurent de Coulon ist einer von ihnen. Das warme und trockene Wetter biete seinen Reben die «besten Bedingungen», sagt der Önologe aus Sissach. «Das wird einer der besten Jahrgänge. Und ich mache das immerhin schon seit 32 Jahren.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 02.10.2009, 15:51 Uhr

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