Schweiz
Deutscher Islamprediger darf in Bern nicht auftreten
Von Simone Rau. Aktualisiert am 11.12.2009 1 Kommentar
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Nach dem Ja zur Minarett-Initiative setzen die strenggläubigen Muslime alles daran, auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Auf dem Bundesplatz in Bern veranstaltet der vor kurzem gegründete Islamische Zentralrat Schweiz morgen Samstag um 14 Uhr eine Kundgebung «gegen die Islamhetze».
Doch jetzt durchkreuzt der Staatsschutz die Pläne der Veranstalter: Der deutsche Islamprediger Pierre Vogel, in Bern als prominenter Gastredner erwartet, darf nicht in die Schweiz einreisen, wie «10 vor 10» berichtete. Das Bundesamt für Migration begründet die Einreisesperre mit Artikel 67 des Ausländergesetzes: Dieses erlaubt Einreiseverbote gegenüber Ausländern, wenn sie «gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden».
«Es ist falsch, Jesus anzubeten»
Die bewilligte Kundgebung findet trotzdem statt. «Wir werden unser Ding durchziehen», sagt Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrates der Schweiz und Organisator der Demo. «Damit musste man rechnen.»
Der 31-jährige Ex-Profiboxer und Konvertit Vogel gilt als Hardliner. Er verlangt die Ganzkörperverhüllung aller Musliminnen und eine strikte Trennung der Geschlechter. Der gebürtige Bonner, der sich Abu Hamza nennt, studierte Islamwissenschaften in Deutschland, dann ging er an die Universität Mekka in Saudiarabien. Seither predigt er. In einem seiner Internetvideos verkündet er, dass man mit dem islamischen Glaubensbekenntnis auch sage, «dass es falsch ist, Jesus anzubeten».
Vogel finden sie cool
Vor allem bei jungen Muslimen kommt Vogel gut an. Seine Botschaften auf Youtube werden tausendfach angeklickt. Den breitschultrigen Mann mit dem rotblonden Bart, der fliessend Arabisch spricht, finden sie cool. Vogel weiss, wie das Leben als Jugendlicher in Deutschland ist. «Ich kenne das alles: Spielhallen, Discos, Frauen. Und ich weiss auch, wieso es besser ist, das andere Leben zu leben, in dem man keusch ist und dann heiratet», sagte er in der «Zeit». Auch Nichtmuslime beeindruckt Vogel. Er gibt ihnen, was in Deutschland Mangelware ist: islamische Glaubenskunde in deutscher Sprache. Immer wieder treten Menschen seinetwegen zum Islam über. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden ist er einer der einflussreichsten Figuren der deutschen Konvertitenszene.
Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, ist froh über das Einreiseverbot. Vogel sei «äusserst radikal, wie viele Konvertiten»: «Einen solchen Scharfmacher können wir hier nicht brauchen.» Doch auch ohne den prominenten Gastredner hält Keller-Messahli die Demonstration für «völlig kontraproduktiv». Gerade jetzt sei es wichtig, den Graben zwischen den zwei geteilten Abstimmungslagern zu füllen und Vertrauen zu schaffen. «Der Auftritt der militanten Gruppe an diesem symbolträchtigen Ort schadet uns Muslimen in der Schweiz.» Die Veranstalter nutzten die aufgeheizte Stimmung in der Bevölkerung, um sich Gehör zu verschaffen.
Für das Einreiseverbot gibt es sicherlich gute Gründe
Auch Hisham Maizar, Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz, hält von der «unausgedachten Aktion» wenig: «Es macht momentan keinen Sinn, zu demonstrieren. Wir müssen das Abstimmungsresultat analysieren und den Dialog suchen.» Die Organisatoren der Demonstration kennt Maizar nicht, ebenso wenig ihre Ziele. Dass es einen Islamischen Zentralrat Schweiz gibt, ist ihm völlig neu. «Die Gruppe wittert ihre Chance, um auf sich aufmerksam zu machen.» Für das Einreiseverbot von Vogel, der «bekanntlich zum konservativen Lager gehört», gebe es sicherlich Gründe, sagt Maizar. «Einfach so verweigert man jemandem die Einreise ja nicht.»
Für Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz, sind Demonstrationen in der jetzigen Phase nicht der richtige Weg. «Der Religionsfrieden in der Schweiz ist nachhaltig gestört. Verbale Attacken bringen nichts.» Im Zentrum stehe jetzt die «Schadensbegrenzung», vor allem in Bezug auf die Wahrung der Menschenrechte. Es sei aber durchaus möglich, dass die morgige Kundgebung gut besucht werde; die Empörung der Muslime über das Minarettverbot sei gross.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.12.2009, 04:00 Uhr
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1 Kommentar
Ich gehöre zu all denen die keine Religon vorzieht resp. in keiner zu finden bin. Weil Religionen sind Gemeinschaften, die auch solchen Leuten eine Plattform bieten. Wenn der Vogel nun sagt es sei falsch Jesus anzubeten, dann macht er doch schon etwas falsch. Er glaubt doch nicht allen ernstes dass sich jemand der an Jesus glaubt der Liebe predigt zu jemandem wechselt der wie er Hass vermittelt Antworten
Hallo Politiker AUFWACHEN! Das Fiasko wird nur noch grösser wenn Ihr das Feld den Extrem-links-rechts-Plauderköpfen überlasst. Nehmt endlich Eure Verantwortung wahr. Ausländer integrieren heisst Deutsch ist pflicht, die fremde Kultur darf hier gelebt werden aber es sind Regeln einzuhalten. Verstoss gegen Regeln = Ausschluss. Ihr wollt die Zustimmung, des Volkes? Dann TUT ENDLICH ETWAS DAFÜR. Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





