Schweiz
«Die Belastung eines Polizeikommandanten ist sehr hoch»
Von Fabienne Riklin. Aktualisiert am 28.01.2010
«An der Spitze ist man sehr einsam»: Roberto Zalunardo ist Anwalt und interimistischer Generalsekretär der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz. Er selbst war Basler Polizeikommandant. (Bild: Keystone)
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Herr Zalunardo, ihr Kollege Markus Reinhardt hat sich vermutlich das Leben genommen, Sie waren selbst Polizeikommandant in Basel, wie hoch ist die Belastung auf solch einem Posten?
Sehr hoch. Er hat in jedem Fall die letzte Verantwortung für sein Korps und die Einsätze.
Dann können die Kommandanten immer belangt werden?
Ja, immer wenn etwas unter ihrer Leitung passiert ist. Dies kann sogar strafrechtlich sein, wenn sie gegen Vorschriften verstossen haben. Diese Verantwortung, die nicht delegiert werden kann, ist manchmal belastend.
Wie werden denn die Kommandanten ausgewählt?
Durch den Regierungsrat des Kantons, meist sind es Leute, die bereits Führungserfahrung in Sicherheitsorganisationen gesammelt haben.
Welche Charaktereigenschaften sind dazu notwendig?
Sie müssen damit umgehen können, dass sehr viele Anforderungen an sie gestellt werden. Sie müssen Prioritäten setzten können und benötigen ausgeprägte Führungskompetenzen.
Und an wen kann ein Kommandant sich in schwierigen Zeiten wenden?
An der Spitze ist man sehr einsam. Es gibt aber Kollegen aus anderen Kantonen auf der gleichen Stufe, die gute Ansprechpartner sein können. Erst wenn man eine solche Arbeit selber ausübt, kann man die Dimensionen und Komplexität der Arbeit einschätzen.
Was sind denn die Aufgaben eines Kommandanten?
Er führt sein Korps und ist für die Einsätze, Ausbildung und Auswahl aller Mitarbeitenden letztendlich verantwortlich. Zudem ist er Verbindungsglied zur Politik, in der Regel zum Regierungsrat. Seine Hauptaufgabe ist aber, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.
Sind sie auch an der Front dabei?
Grosse Einsätze kann ein Kommandant selber leiten. Er ist aber in der Regel nicht auf der Strasse dabei, sondern führt die Einsätze vom Hauptquartier aus.
Sind die Kommandanten überlastet?
Meistens haben sie mehr Aufgaben als Zeit diese zu lösen und müssen sich täglich Prioritäten setzten. Insbesondere bei unvorhergesehenen Ereignissen oder Aufträgen.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.01.2010, 16:21 Uhr
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