Die Erwartungen der Eltern sind der wichtigste Faktor für den Schulerfolg

Von . Aktualisiert am 22.10.2009

Das Forschungsprojekt «Familie – Schule – Beruf» untersucht die Entwicklung von Kindern von der Primarschule bis ins Erwerbsleben. Die Längsschnittstudie unter Führung der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz in Solothurn läuft seit 2002 und wird von Martin Neuenschwander geleitet.

Ein Schwerpunkt der Studie beleuchtet den Einfluss der Eltern auf den Bildungsverlauf der Kinder. Gemäss den Ergebnissen ist der Einfluss der Eltern enorm:

  • Die Leistungen der Kinder in Deutsch und Mathematik werden zu 30 bis 50 Prozent durch die Erwartungen und Verhaltensweisen der Eltern bestimmt.
  • Die Art, wie Lehrpersonen unterrichten, erklärt hingegen bloss 5 bis 15 Prozent der Schülerleistungen.
  • Die Erwartungen der Eltern beeinflussen auch die Notengebung. Bei gleicher Leistung geben die Lehrkräfte einem Kind von Eltern mit hohen Bildungserwartungen die besseren Noten.
  • Die Erwartungen der Eltern tragen wesentlich dazu bei, ob ihr Kind eine Lehre macht oder das Gymnasium besucht.
  • Da sich Eltern aus bildungsfernen Schichten weniger um schulische Belange kümmern, haben deren Kinder erhebliche Nachteile. Dies gilt besonders für Migrantenkinder.

Am Forschungsprojekt beteiligten sich rund 200O Jugendliche mit ihren Eltern und Lehrpersonen aus den Kantonen Bern, Zürich und Aargau. Mitfinanziert wird das Projekt vom Schweizerischen Nationalfonds, von der Pädagogischen Hochschule Bern und der Zürcher Bildungsdirektion. Der Schlussbericht liegt Ende 2010 vor. (ac)

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.10.2009, 21:54 Uhr

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