Schweiz
«Die Kasernen drohen zu verlottern»
Auch André Blattmann hat einen guten Vorsatz fürs kommende Jahr: «Es liegt mir viel daran, zugunsten der Armeeangehörigen bessere Voraussetzungen zu schaffen», sagt der Armeechef in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Laut Blattmann, der seit dem 1. März das Amt des höchsten Schweizer Militärs inne hat, ist dies dringend nötig. «Die Armee hat zu wenig Material», klagt er. Dies gehe so weit, dass sogar aktive WK-Einheiten nicht mehr genügend ausgerüstet seien.
Blattmann bangt um den Ruf der Armee. «Wir können uns dies gegenüber den Soldaten nicht leisten, aber auch gegenüber deren Arbeitgebern und Familien nicht.» Das Problem sei nicht nur, dass die Soldaten zu wenig Material hätten, um sinnvoll zu üben. Auch für den Ernstfall sei die Schweiz nicht gerüstet, wie die Übung Protector gezeigt habe, die im August durchgeführt wurde. «Von 20 beteiligten Bataillonen konnten wir gerade noch zwei ausrüsten. So geht es einfach nicht.»
Keine Kampfjets, dafür Material für Soldaten
Blattmann fordert, dass Prioritäten gesetzt werden müssten. Man könne nicht neue Kampfjets anschaffen, und die Wehrpflichtigen in Wiederholungskursen ohne Material stehen lassen, sagt er gegenüber der NZZ. Die Flugzeuge müssten warten. Blattmann nennt drei Bereiche, wo er mehr Geld investieren will: Erstens in Material für Infanteriebataillone, denn von diesen seien im Ernstfall nicht einmal ein Drittel gleichzeitig einsetzbar. Zweitens in neue Übermittlungsgeräte und drittens in den Unterhalt der Mannschaftsunterkünfte. «Die Kasernen müssen saniert werden. Diese drohen zu verlottern.»
Trotz dieser Probleme hält er nicht von einer weiteren Reduzierung des Armeebestandes. «Es gibt keine vernünftige Alternative zur Milizarmee.» (cha)
Erstellt: 29.12.2009, 09:25 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





