Schweiz
Die Libyen-Krise Schritt für Schritt
Aktualisiert am 22.06.2010 4 Kommentare
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- «Hoch gefährlich»
- «Merz war informiert über die geplante Befreiungsaktion»
- Sarkozys Ex-Frau soll Max Göldi zur Freiheit verholfen haben
- Libyen möchte wieder mit der Schweiz geschäften
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19. Juli 2008: In Libyen werden die Schweizer Geschäftsleute Max Göldi und Rachid Hamdani festgesetzt wegen angeblicher Verstösse gegen Einwanderungs- und andere Gesetze - offenbar eine Vergeltung für die Festnahme von Hannibal Ghadhafi in Genf. Die Schweizer dürfen nicht ausreisen und finden in der Schweizer Botschaft Unterschlupf.
Herbst 2008: Gespräche über eine Freilassung bringen keinen Erfolg. Libyen beginnt mit wirtschaftlichen Sanktionen gegen die Schweiz.
Ende 2008: Das EDA und das VBS prüfen laut Medienberichten eine militärische Befreiungsaktion in Libyen.
Januar 2009: Laut Aussagen von SP-Präsident Christian Levrat gegenüber Schweizer Radio DRS wird Bundespräsident Hans- Rudolf Merz über diese Pläne informiert.
Mai 2009: Die Pläne für eine militärische Befreiungsaktion werden laut Levrat verworfen.
Ende Mai: Ständerat Didier Burkhalter erwähnt in einem Interview die Möglichkeit eines Einsatzes der Elitetruppe AAD10 gegen Piraten in Somalia sowie gegen Libyen.
20. August 2009: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz reist nach Tripolis, wo er sich beim libyschen Regierungschef Al Mahmudi für die Festnahme der Gaddafis entschuldigt. Es schliesst einen Vertrag über die Normalisierung der Beziehungen ab. Die erhoffte Freilassung der Schweizer findet aber nicht statt.
4. September 2009: Die «Tribune de Genève» veröffentlicht Polizeifotos von Hannibal Ghadhafi nach seiner Festnahme.
14. September 2009: SVP-Nationalrat Walter Wobmann spricht im Nationalrat eine mögliche Befreiung der Schweizer mittels AAD10 an. Der Bundesrat will sich dazu nicht äussern.
18. September 2009: Die beiden festgehaltenen Schweizer werden unter einem Vorwand aus der Botschaft geholt und an einen unbekannten Ort verbracht. Laut Medienberichten hat der libysche Geheimdienst Wind von den Plänen bekommen.
24. September 2009: Merz trifft in New York den libyschen Staatschef Ghadhafi und fordert die Freilassung der festgehaltenen Schweizer. Er habe Ghadhafi versichert, dass die Schweiz keine Befreiungs-Absichten hege, erklärt Merz im Fernsehen.
4. November 2009: Da sich Libyen nicht an die Verpflichtungen hält, sistiert der Bundesrat das Abkommen vom 20. August.
9. November 2009: Die beiden festgehaltenen Schweizer werden ohne Angabe von Gründen in die Schweizer Botschaft zurückgebracht.
1. Januar bis 11. Februar 2010: Ein Gericht in Tripolis spricht in einem Berufungsverfahren Hamdani von allen Vorwürfen frei. Göldi erhält eine Busse von 860 Franken und eine viermonatige Haftstrafe.
3. Februar 2010: Der Gesamtbundesrat wird laut Bundespräsidentin Doris Leuthard über die Befreiungspläne informiert.
15. Februar 2010: EDA und VBS legen laut Leuthard einen Bericht über die geplante Aktion in Libyen vor.
22. Februar 2010: Kurz vor Ablauf eines Ultimatums verlässt Göldi die Schweizer Botschaft und lässt sich von libyschen Polizisten ins Gefängnis bringen. Hamdani kommt frei.
12. April 2010: Ein Genfer Richter gibt Hannibal Ghadhafi in der Affäre um die publizierten Polizeifotos in der «Tribune de Genève» Recht. Die Veröffentlichung habe seine Persönlichkeit verletzt.
13. Juni 2010: Max Göldi kehrt in Begleitung von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey in die Schweiz zurück. Zuvor hatten die Schweiz und Libyen einem von Spanien und Deutschland vermittelten Aktionsplan zugestimmt.
21. Juni 2010: Bundespräsidentin Doris Leuthard bestätigt Pläne zur gewaltsamen Befreiung der in Libyen festgehaltenen Geiseln. Zuvor hatte Aussenministerin Calmy-Rey weist in Interviews den Vorwurf zurück, sie habe Hans-Rudolf Merz bei seiner Tripolis-Reise 2009 nicht darüber informiert. (bru/sda)
Erstellt: 22.06.2010, 12:35 Uhr
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4 Kommentare
Herzlichen Dank, Herr Wobmann, vier Tage, nachdem Sie Ihren Masterplan allen im Dorf rumerzählt haben, wurden die Geiseln verschleppt. Sie scheinen sowieso stets voller Ideen zu stecken! An Göldis und Hamdanis Stelle würde ich Sie verklagen, dass Ihnen das Wasser irgendwo kocht... Antworten
Ab Herbst 2008 ging das Debakel los. Da wusste CH, dass Gaddafi auf Kriegsfuss stand. Darnach wird bis zum 19/08/2009 in CH geredet und am 20.August wird Merz von Gaddafi ganz einfach übers Ohr gehauen obwohl er als Politiker wissen m u s s, dass Leute aus diesem Raum nicht verhandeln wie wir. Bis zur Entlassung Göldis von Gaddafi lief absolut nichts mehr.Die CH-Politiker haben es so hingenommen. Antworten
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