Die «New York Times» besucht Wangen bei Olten
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Nur knapp 5000 Einwohner hat Wangen bei Olten – «inkl. Wochenaufenthalter», wie die Gemeinde akkurat meldet. Trotzdem hat es der Ort dank seinem Minarett inzwischen zu einiger Berühmtheit gebracht. Diese Woche stattete gar ein Reporter der «New York Times» den Wangner einen Besuch ab: «Wangen bei Olten Journal» nennt John Tagliabue seinen heute veröffentlichten Schauplatz.
Tagliabue hat einen Angestellten der Backwarenfabrik von Nestlé besucht. Von dessen Büro aus, so berichtet der Journalist, sehe man direkt auf jenes Minarett, das Wangen bei Olten «einen speziellen Platz in der neueren Geschichte des Landes» beschert habe. Dabei findet der Gast es etwas «seltsam», dass ausgerechnet in Wangen 61 Prozent der Stimmbürger die Minarett-Initiative angenommen haben. «Denn die Fabrik stellt unter anderem Gebäck her, das den Halal-Vorgaben des Islam entspricht.
Der Reporter besucht ein Mitglied des türkischen Kulturvereins und den Gemeindepräsidenten Beat Frey. Ersteres sagt ihm, dass die Menschen hier Muslime wohl zu wenig kennen. Letzterer gibt zu bedenken, das Ja sei nicht nur aus Furcht vor dem politischen Islam zustande gekommen, sondern auch aus Protest gegen Bundesbern, «dessen Opposition gegen die Initiative als Einmischung in lokale Angelegenheiten empfunden wurde». Es folgt ein Gespräch mit dem früheren Betriebsleiter der Nestlé-Bäckerei, der auf das Minarett zeigt und sagt: «Einer der Gründe war, natürlich, das kleine Minarett dort.» Mit diesem Fazit endet das «Wangen bei Olten Journal», das es in New York auf die Frontseite der Onlineausgabe geschafft hat. (oku)
Erstellt: 27.01.2010, 15:26 Uhr
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