Schweiz

Die Schweizer Studenten geben keine Ruhe

Aktualisiert am 18.11.2009 44 Kommentare

Hunderte Studierende haben am Dienstag, dem Weltstudententag, für bessere Lernbedingungen an den Universitäten demonstriert – in Bern, Basel und nun auch in Zürich.

demostrieren mit einem Protestmarsch gegen die Bologna-Aufmarsch der künftigen Gelehrten: Am Dienstag vor dem Hauptgebäude der Uni in Bern.

demostrieren mit einem Protestmarsch gegen die Bologna-Aufmarsch der künftigen Gelehrten: Am Dienstag vor dem Hauptgebäude der Uni in Bern.
Bild: Keystone

Klare Worte auch in Zürich: Plakate und Informationen auf dem Uni-Campus.

Klare Worte auch in Zürich: Plakate und Informationen auf dem Uni-Campus.

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Während in Bern zwischen 300 bis 400 Studierende mit Transparenten und lautstarker Musik zum Hauptgebäude der Uni Bern zogen, versammelten sich rund 500 Studierende zu einer Protestveranstaltung an der Universität Zürich – deutlich mehr, als die Veranstalter erwartet hatten. Er habe nicht mit diesem Interesse gerechnet, sagte ein Sprecher der Zürcher Studentengruppe «Uni von unten», die den Protest organisierte.

Das Plenum beschloss spontan die Besetzung des Hörsaals. Dies sei kein Endpunkt, sondern soll «der Anfang sein für eine studentische Bewegung, die ihre Verantwortung und Mitbestimmung an den Hochschulen zurückfordert». Dies teilten die protestierenden Studenten am Dienstagabend mit. Ziel der Besetzung sei es, einen Raum für kritische Diskussionen über Bildungssystem, gesellschaftliche Ursachen und Konsequenzen zu schaffen.

Bologna-Reform in der Kritik

Der Besetzung war eine Protestveranstaltung vorangegangen. Die Aktionen stehen laut einem Flugblatt, das am Dienstag vor dem Hauptgebäude der Universität verteilt wurde, im Zusammenhang mit der internationalen Aktionswoche «Education is not for sale». Damit wenden sich die Studierenden gegen die «Zumutungen der Bolognareform», «die Verschulung des Lehrplans» und «den Einfluss der Privatwirtschaft» (Drittmittelfinanzierung) auf die Hochschulen.

Die Gruppierung «Uni von unten» hatte an der Uni Zürich erstmals im Frühjahr von sich reden gemacht. Sie wandte sich mit Protesten gegen Veranstaltungen des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung. Wegen angekündigter Störmanöver war am 1. April ein geplanter Vortrag von Novartis-Chef Daniel Vasella abgesagt worden.

Besetzung in Basel geht weiter

Die Organisatoren des Berner Protestes schlossen am Abend nicht aus, dass auch die Berner Uni-Aula besetzt werden könnte. In der Schweiz hatten sich die Proteste bis anhin auf die Universität Basel beschränkt. Dort halten einige Dutzend Studenten seit Mittwoch die Uni-Aula besetzt und veranstalten Diskussionsrunden und Workshops.

Trotz der Aufforderung des Rektors vom Montag, die Aula freizugeben, gibt es nach Auskunft der Bewegung «Unsere Uni» keine Anzeichen für eine Räumung. Wie lange die Besetzung noch andauern wird, war am Dienstag nicht zu erfahren.

Ob die Protestaktion in Basel Auswirkungen auf die Diskussionen der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) haben wird, ist noch offen. Die nächste Plenarsitzung findet erst 2010 statt. Zudem müsse auch geklärt werden, ob die Forderungen der Basler Studenten tatsächlich der Ansicht einer Mehrheit der Schweizer Studierenden entsprechen, heisst es von Seiten der CRUS. (raa/sda)

Erstellt: 18.11.2009, 10:31 Uhr

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44 Kommentare

Erich Richter

18.11.2009, 08:21 Uhr
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Die Linken der Schweiz können Stolz auf sich sein. Die ersten Resultate der jahrenlangen Kuschpädagogik zahlen sich langsam aus. Die verwöhnten Uni-Bubies sollten froh sein, dass sie an der Uni studieren dürfen. Schlussendlich sind es vorallem unsere Steuergelder, welche denen das Studium ermöglichen. Wenn es denen nicht passt, dass auch private Einfluss nehmen, kann man ja gehen.... Antworten


Markus F. Baumgartner

18.11.2009, 08:51 Uhr
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Ganz einfache Sache ! Störefriede der Uni herauspflücken und von der Uni aussperren damit die echten Studies in Ruhe arbeiten können. Den 2 % Aktivisten mal vor Augen führen, was eigentlich arbeiten heisst. Es ist ein Einfaches, über die Wirtschaft und Trägerschaft zu schimpfen und gleichzeitig zu profitieren. Beisst auf keinen Fall die Hand die Euch füttert. Antworten



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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.