Schweiz

Die Schweinegrippe kehrt zurück

Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 02.10.2009

Lange hat man nichts mehr von ihr gehört. Viele haben sie sogar schon abgeschrieben. Doch jetzt nimmt die Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen wieder zu – und zwar deutlich.

Augen auf: Die Schweinegrippe ist im Vormarsch.

Augen auf: Die Schweinegrippe ist im Vormarsch.
Bild: Keystone

Artikel zum Thema

Viel mehr Kranke

Eine normale Grippe erfasst in der Schweiz rund 300'000 Menschen. Im Falle einer Pandemie rechnet man in der Schweiz mit drei bis fünfmal mehr Erkrankten als üblich.

In Grossbritannien stieg die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in den letzten Wochen wieder stark an. Ebenso in den USA. Und auch in der Schweiz machte sich die Grippe in den letzten Tagen erneut bemerkbar. In Silenen, Kanton Uri, wurden alle Schulen und Kindergärten eine Woche vor Herbstferien geschlossen, weil 5 Fälle von H1N1 nachgewiesen wurden und 33 Kinder Grippesymptome aufwiesen. In Ambri blieb jeder dritte Sekundarschüler wegen Grippesymptomen zu Hause.

Derzeit sind in der Schweiz 1241 bestätigte Fälle von Schweinegrippe registriert. Die Dunkelziffer dürfte aber um einiges höher sein. Fährt die Schweinegrippe nun richtig ein?

Die grosse Welle wird kommen

«Wir verzeichnen eine grössere Grippe-Aktivität», sagt Jean-Louis Zürcher vom Bundesamt für Gesundheit. Es komme zu mehr Arztkonsultationen, verglichen mit anderen Jahren. «Vielleicht ist es die zweite, vielleicht aber immer noch die erste Welle», meint Zürcher. Klar ist für ihn jedoch: Die grosse Schweinegrippe-Welle wird kommen, wahrscheinlich zusammen mit der saisonalen Grippe. Wann das passiert, ist unklar. Auch die Gefahr, dass H1N1 zu einem gefährlicheren Virus mutiert, besteht immer. «Wir sind nicht gelassener geworden», so Zürcher. Zurzeit sei das Ausmass der Krankheit zwar nicht so schwer, das könne sich aber jederzeit ändern.

Ein Schwelbrand

«Die Zahl der Fälle ist in den letzten drei Wochen weltweit wieder angestiegen», bestätigt auch Immunologe Beda Stadler. Ob von der Schweinegrippe eine grössere Gefahr ausgeht als von einer normalen Grippe, lasse sich aber noch immer nicht sagen. Bis anhin sei sie noch relativ harmlos verlaufen. Und: «Solange man es in den USA noch so gelassen nimmt, brauchen wir auch nicht Alarm zu schlagen.» Doch auch Stadler warnt: «Die Schweinegrippe gleicht einem Schwelbrand: Die Situation kann immerzu eskalieren. «Bis nächsten Frühling, wenn die normale Grippewelle vorbei sein wird, haben wir definitiv keine Ruhe.»

Immerhin: Der Impfstoff soll Ende Oktober vorhanden sein. Im November dürften also erste Impfungen erfolgen können. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.10.2009, 14:50 Uhr

Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.