Die Schweizer Banken befürchten den Verlust von muslimischen Kunden

Die Aufrufe verschiedener Politiker, nach dem Minarett-Verbot Geld von den Schweizer Banken abzuziehen, könnte Folgen haben. Zumindest gibt es entsprechende Befürchtungen.

Schlechte Nachrichten für den Finanzplatz: Zürcher Paradeplatz.

Schlechte Nachrichten für den Finanzplatz: Zürcher Paradeplatz.
Bild: Keystone

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) fürchtet, dass gewisse muslimische Kunden die Bank oder den Finanzplatz wechseln könnten. Das sagte SBVg-Geschäftsführer Urs Roth am Donnerstag im Nachgang zur Annahme des Minarett-Verbots in der Schweiz. Es sei allerdings zu früh abzuschätzen, wie sich die Situation entwickeln werde, erklärte Roth vor Schweizer Medienschaffenden weiter.

Am Mittwoch hatte der türkische Europaminister Egemen Bagis wohlhabende Muslime in aller Welt aufgerufen, ihre Vermögen aus der Schweiz abzuziehen und in der Türkei anzulegen. Ähnliche Äusserungen machten der grüne Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit und andere Politiker. Heute erklärte Bagis, er hoffe, dass die Schweiz das Abstimmungsresultat korrigieren werde. «Ich glaube nicht, dass grundlegende Menschenrechte einer demokratischen Volksabstimmung unterzogen werden sollten. Ich denke, das ist dumm», wird Bagis von der österreichischen Presseagentur APA zitiert.

Das Votum, bei dem sich am Sonntag eine Mehrheit der Schweizer für ein Bauverbot von Minaretten ausgesprochen hat, stehe nicht in der Tradition der Schweiz, sagte Bagis. «Ich hoffe, die Schweiz wird nicht ein Freilichtmuseum der Intoleranz im Herzen Europas.» (vin/sda)

Erstellt: 03.12.2009, 13:50 Uhr

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