Schweiz

«Die Studenten sind schlecht informiert»

Interview: Simone Rau, Basel. Aktualisiert am 12.11.2009

Die Proteste der Studenten kann Ulrich Vischer nicht verstehen. Der Präsident des Basler Universitätsrates antwortet auf baz.ch/Newsnet auf die Kritik.

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Der Andrang ist gross: Die Studierenden fordern unter anderem eine «Demokratisierung der Uni». So wollen sie den Universitätsrat abschaffen.
Simone Rau

   
Ulrich Vischer ist Präsident des Universitätsrates.

Ulrich Vischer ist Präsident des Universitätsrates.

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Der Universitätsrat ist das oberste Gremium der Universität. Die protestierenden Studenten monieren, dass er mittlerweile beinahe die gesamte Entscheidungsgewalt besitze und abgeschafft werden müsse. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?
Der Vorwurf ist falsch. Man müsste diesen Studierenden erklären, was der Universitätsrat genau macht. Sie sind schlecht informiert.

Sie sind das Aufsichtsorgan der Universität. Ist es nicht tatsächlich so, dass Sie fast alle wichtigen Entscheidungen treffen?
Wir sind das oberste Organ der Universität, das stimmt. Das bedeutet aber nicht, dass deswegen alle Kompetenzen bei uns liegen. Die Freiheit der Uni ist gross. Vieles wird direkt vom Rektorat entschieden oder innerhalb der einzelnen Fakultäten, also vom jeweiligen Dekanat.

Wer würde beispielsweise über die Abschaffung der Präsenzkontrollen entscheiden? Das ist eine der Forderungen, die die Studierenden in der Aula zurzeit diskutieren.
Solche Regelungen liegen in der Kompetenz der Fakultäten.

Die Studierenden kritisieren weiter, dass die Mehrheit der Mitglieder des Unirats Vertreter der Privatwirtschaft sind. Droht dem Unibetrieb zunehmend eine Privatisierung?
Auch dieser Vorwurf der protestierenden Studenten ist falsch. Die Mehrheit unserer 13 Mitglieder arbeiten bei der öffentlichen Hand, unter anderem die beiden Erziehungsdirektoren der beiden Trägerkantone. Was korrekt ist: Der Unirat besteht aus externen Personen, also nicht aus Angehörigen der Universität Basel. Das ist bei einer Aufsichtsbehörde aber auch sinnvoll.

Wie könnte man dem Wunsch der Studenten nach demokratischeren Strukturen Ihres Erachtens entgegenkommen?
Solche immer legitimen Postulate müssen innerhalb der Universität verhandelt werden, also beispielsweise zwischen Rektorat und Studierenden. Die Universitätsleitung steht aber durchaus in Kontakt mit den Studierenden, insbesondere bestehen regelmässige Kontakte mit der Skuba, der Organisation, welche die Studierenden der Basler Universität vertritt - im Gegensatz zu den Studenten, die zurzeit die Aula besetzen. Ihre Frage, ob die Organisation der Basler Universität neu zu strukturieren sei, kann ich insofern beantworten, als ausgerechnet die Universität Basel eine dank der Trägerschaft von zwei Kantonen autonome Institution ist, also nicht wie andere kantonale Schweizer Universitäten in die Staatsverwaltung integriert ist. Die Uni Basel gilt diesbezüglich als Vorbild für schweizerische, aber auch für ausländische Universitäten. Ich habe noch niemanden gehört, der diesen Zustand wieder ändern wollte.

Die Skuba würde gerne Einsitz im Unirat nehmen. Wäre das allenfalls denkbar?
Die Zusammensetzung des Universitätsrates ist in einem Staatsvertrag geregelt, der von den beiden kantonalen Parlamenten ausgearbeitet und beschlossen worden ist und auch dem Referendum unterlag. Im Kanton Baselland gab es eine Volksabstimmung mit klarer Zustimmung. Aber die an sich richtige Idee der Politik ist dabei natürlich schon, dass im Gremium Universitätsrat ausser dem Rektor und dem Verwaltungsdirektor die Angehörigen der Universität selbst nicht Einsitz nehmen. Anders ist es zum Beispiel bei der Regenz, dort sind alle Gruppierungen der Universität vertreten, auch die Studierenden. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.11.2009, 23:14 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.