Schweiz
Die geplatzten Schweizer Tourismus-Träume
Von Claudio Habicht. Aktualisiert am 02.12.2008 44 Kommentare
Bergliebhaber, die auf das Jungfraujoch fahren wollen, müssen Zeit mitbringen: Mehr als drei Stunden dauert die Reise von Grindelwald zum «Top of Europe». Zuviel für chinesische und japanische Touristen, die oft nur einen halben Tag Zeit pro Sehenswürdigkeit haben. Die Jungfraubahnen AG wollte darum einen Lift auf das Jungfraujoch bauen: In 20 Minuten aus dem Lauterbrunnental in die Eiswüste. Doch die Bahngesellschaft hat ihre Pläne kürzlich über Bord geworfen, der Lift wäre zu teuer geworden. Stattdessen wird nun die bestehende Zahnradbahn ausgebaut.
Auch in Zermatt fehlt das Geld für ein Grossprojekt: Der Künstler Heinz Julen wollte auf dem Kleinen Matterhorn ein Hotel bauen – einen 117 Meter hohen Turm, der den Berg zum Viertausender machen soll. Aus dem Hotel wird nichts, doch am Aussichtsturm hält die Bergbahngesellschaft fest. Statt des Hotels kommt auf dem Gipfel nun zumindest eine bescheidene Bleibe für Alpinisten zu stehen, inklusive Restaurant.
In ein paar Minuten in den Bergen
Die Liste der gescheiterten Tourismusprojekte liesse sich noch verlängern. Ein Projekt hätte die Touristen aber sicher gefreut: die Swissmetro. Die unterirdische Schnellbahn wäre in nur 12 Minuten von Zürich nach Bern gefahren. Vorgesehen war ein dichtes Tunnelnetz durch die ganze Schweiz: Die Züge hätten zwischen Genf und St. Gallen, Basel und dem Tessin sowie von Lausanne nach Sion verkehren sollen. Auch eine Linie von St. Gallen nach Chur war projektiert. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.12.2008, 11:27 Uhr
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44 Kommentare
Auch ich hätte mich sehr über eine Swissmetro gefreut. Das Projekt hat Zukunft. Aber die Kosten sind mit 60mio/km astronomisch. Ein Lösungsansatz wäre die Beteiligung von Wirtschaft und Ausland an dem Projekt; schliesslich haben auch die etwas davon, wenn die Pendler so schnell zu ihrem Ziel kommen. Und nicht zu vergessen: Was so ein Projekt an Image für die Schweiz bedeuten würde! Antworten
Ist dies Scheitern oder ist dies Sieg pro Natur?! Das maximal Machbare nicht zu machen in Erinnerung daran, was uns wirklich gut tut. Welcher Tourist will schon durch eine unterirdische Röhre durch die Schweiz fahren?! Oder der Anblick des kl. Matterhorns mit einem künstlichen Aufsatz?! Die Schweiz soll ihr wirkliches Kapital nicht verspielen - dies liegt nicht auf der Bank, sondern in der Natur. Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





