Schweiz

Die neuen Staatskarossen der Bundesräte

Von Hubert Mooser, Bern. Aktualisiert am 17.12.2014 123 Kommentare

Nicht nur Doris Leuthard freut sich über ein neues Dienstfahrzeug – einen Tesla S. Auch bei drei weiteren Bundesräten steht (bald) ein neuer Wagen in der Garage.

Hat sich kürzlich für ein Elektrofahrzeug der Luxus-Klasse entschieden: Verkehrsministerin Doris Leuthard.

Hat sich kürzlich für ein Elektrofahrzeug der Luxus-Klasse entschieden: Verkehrsministerin Doris Leuthard.
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Die neuen Limousinen der Bundesräte Burkhalter, Maurer und Berset kosten je rund 130'000 Franken. (Bild: Keystone )

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Weihnachten steht vor der Tür. Vier von sieben Bundesräten haben schon auf Kosten der Steuerzahler eingekauft. Verteidigungsminister Ueli Maurer, Aussenminister Didier Burkhalter, Innenminister Alain Berset und Infrastrukturministerin Doris Leuthard schenken sich selber eine neue Staatskarosse. Leuthard einen Tesla, Burkhalter, Maurer und Berset einen Mercedes, S-Klasse Diesel. Der Listenpreis für die Standardausführung beträgt zwischen 130'000 und 140'000 Franken.

Dabei ist im Bundeshaushalt Sparen angesagt: «Für das kommende Jahr sind Einschnitte in Höhe von 600 Millionen Franken vorgesehen», sagt SVP-Finanzpolitiker Thomas Aeschi (ZG). Man dürfe sich fragen, ob dies der richtige Moment sei für den Kauf neuer Dienstfahrzeuge. Für CVP-Nationalrat Gerhard Pfister (ZG) zeigt das einfach, dass im Bundeshaushalt noch viel, viel Luft ist, bevor das Sparen wirklich wehtue.

Extrawürste für Berset und Leuthard

Dass sich Bundesräte neue Limousinen unter den Christbaum legen, wiederholt sich mit schöner Regelmässigkeit. Alle vier Jahre dürfen sie neue Repräsentationsfahrzeuge beantragen. Alain Berset ist zwar erst seit drei Jahren im Amt, hat aber trotzdem eine neue Limousine bestellt. Er habe nach seiner Wahl das Dienstfahrzeug von SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey übernommen und bis November 2014 benutzt, sagt seine Informationschefin, Nicole Lamon. Der Wechsel folge also dem dafür üblichen Zyklus.

Im Normalfall können die Bundesräte zwischen einem Audi und einem Mercedes auswählen. Leuthard fuhr jedoch in diesem Jahr ein Sonderzüglein, als sie Anspruch erhob auf einen prestigeträchtigen Tesla S. Die Beschaffung dieses Fahrzeuges war intern nicht ganz unbestritten. Leuthard musste sich auf die Hinterbeine stellen. Der Wagen sei im Unterhalt billiger als normale Dienstlimousinen, versichern ihre Parteileute.

«Es wurde nichts Spezielles installiert»

Nebst dem Fahrzeugtyp können die Bundesräte auch bei der Ausstattung zwischen verschiedenen Optionen wählen. Teil der Inneneinrichtung sind auch Sitze, die mit einfachen Handgriffen zum Bett werden. Statt eines mehr oder weniger einfachen Autoradios kann man eine effektvolle Soundanlage auswählen, wie dies Kulturminister Berset tat. Der Preis der Anlage wird von Insidern auf etwa 15'000 Franken ge­schätzt – also so viel wie ein neuer Kleinwagen. Der Preis wird von Lamon nicht bestätigt.

Die Informationschefin sagt einzig: «Es wurde nichts Spezielles installiert. Bundesrat Berset hat einige der vorgeschlagenen Optionen gewählt, die im Budgetrahmen jedes Mitglieds des Bundesrats liegen.» Welche Optionen die anderen Bundesräte für ihre Dienstlimousinen auswählten, ist nicht bekannt.

Und was macht man mit den ausgedienten Limousinen? Nicole Lamon: «Das bisherige Dienstfahrzeug wird wohl bei den Repräsentationstransporten eingesetzt.» Der Freiburger Politiker, der von seinem Familienclan schon in jungen Jahren in höchste Ämter geschaukelt wurde, hat nämlich für sein neues Dienstfahrzeug ein paar Extrawünsche angebracht. (Basler Zeitung)

Erstellt: 17.12.2014, 09:55 Uhr

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123 Kommentare

Samuel Ammon

17.12.2014, 10:14 Uhr
Melden 344 Empfehlung 78

Sparen wäre eigentlich angebracht ! Aber das gilt selbstverständlich nur für das normale Fussvolk. Exakt diese, die die ganze Chose ja eigentlich auch bezahlen müssen. Antworten


Albert Hoffmann

17.12.2014, 10:15 Uhr
Melden 350 Empfehlung 96

Wie lange schauen wir da noch zu!! Dienstwagen für weit über 100'000.- CHF und für uns normal Bürger gibt's höchstens Aufschläge bei der Bahn und beim Privatverkehr (kleinere Steuerabzüge). Antworten