Die sicherste Bank der Schweiz

Hoher Zins, hohe Sicherheit: Die Sparkasse für die Bundesangestellten verzeichnete in den letzten Jahren einen überdurchschnittlichen Zufluss an Mitteln.

Am Stichtag 31.Dezember 2009 verwaltete die Sparkasse des Bundespersonals fast 3 Milliarden Franken. Der Mittelzufluss gegenüber dem Vorjahr betrug zirka 216 Millionen Franken (Endabrechnung steht noch aus), 2008 waren es gar 363 Millionen Franken. «Aus unserer Erfahrung durch Gespräche mit Kunden ist dies hauptsächlich auf die Sicherheit der Gelder zurückzuführen», betont Urs Eggenberger, Chef der Bundestresorerie, auf Anfrage. In Zeiten der Finanzkrise vertrauen offensichtlich etliche der 37'000 Bundesangestellten noch stärker «ihrer Bank».

Dies zeigt auch ein Blick in die Staatsrechnungen der vergangenen Jahre: Bis 2007 betrug der Mittelzufluss im Durchschnitt lediglich zwischen 100 und 150 Millionen Franken.

Staat haftet

Tatsächlich ist die Sparkasse des Bundes die sicherste Bank der Schweiz, haftet doch der Bund mit seinem ganzen Vermögen für diese Kasse. Die Sparguthaben der Beamten, Nicht-Bundesangestellte können der Kasse nicht beitreten, wären also lediglich bei einem Staatsbankrott gefährdet. Und ein solcher ist nach wie vor höchst unwahrscheinlich. Die Sparkasse gehört zur Bundestresorerie, welche das Vermögen und die Schulden des Bundes verwaltet und dafür besorgt ist, dass die Eidgenossenschaft jederzeit liquid ist. Zwar sind die 3 Milliarden Franken im Vergleich zu den über 120 Milliarden Staatsschulden nur ein kleiner Betrag, trotzdem wird er als Puffer eingesetzt.

Nebst der grossen Sicherheit verfügt die Sparkasse des Bundespersonals über einen weiteren Vorteil gegenüber anderen Banken. Die Bundesangestellten profitieren von einem komfortablen Zinssatz. Während Otto Normalbürger für sein Erspartes im Durchschnitt heute lediglich 0,5 Prozent Zins erhält, liegt dieser Satz für die Sparkasse des Bundespersonals derzeit bei 1,5 Prozent. Dieser entspricht der Rendite der Bundesobligationen mit mittelfristigen Laufzeiten. Die Anpassungen erfolgen jeweils automatisch. In den vergangenen Jahren lag der Zinssatz für die Sparguthaben der Bundesangestellten noch viel höher, im Schnitt nahezu bei 3 Prozent. Entsprechend hoch war jeweils der Zinsaufwand: 2008 waren es 71 Millionen Franken, im vergangenen Jahr rund 51 Millionen Franken. Dem Reglement für die Sparkasse des Bundespersonals aus dem Jahr 1989 ist denn auch zu entnehmen, dass die Kasse die Spartätigkeit der Beamten fördern und ihnen eine vorteilhafte Anlage der Ersparnisse ermöglichen soll.

In der Kritik

Diese Verhältnisse sorgen immer wieder mal für Kritik, vor allem aus rechten Kreisen. Zuletzt im Jahr 2007, als der Zürcher SVP-Nationalrat Hans Kaufmann versuchte, die Verzinsung der Einlagen zu eliminieren. Für den Finanzpolitiker handelt es sich bei den genannten Vorzügen um eine Privilegienwirtschaft, welche von den «normalen Steuerzahlern» mitgetragen werden muss.

Finanzminister Hans-Rudolf Merz argumentierte damals, dass der Bund erstens eine günstige Art der Mittelbeschaffung verlieren würde. Und zweitens sei die Sparkasse einer der ganz wenigen «fringe benefits» (Lohnnebenleistungen), die der Bund seinem Personal gewähre: «Viele Unternehmen in der privaten Wirtschaft haben ähnliche oder sogar bessere Instrumente.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.01.2010, 11:50 Uhr

3 KOMMENTARE

Erich Suter

25.01.2010, 20:32 Uhr

Wo liegt das Problem? E-Deposito Konto bei PostFinance, gibt auch 1,5% Zins, der Bund garantiert auch die Zahlungsfähigkeit der Post.


Guido Graf

25.01.2010, 18:42 Uhr

Da jammern die Staats- bzw. Bürgerdiener stets, wie schlecht sie im Vergleich zur Privatwirtschaft entschädigt werden. Doch ein Teil der "Beamten" in ihren stresslosen Wohlfühloasen und geschützten Werkstätten verschweigen, von was sie zusätzlich zum Gehalt noch alles für Nebenleistungen erhalten!


Marco Keller

25.01.2010, 17:09 Uhr

Jeder Bundesangestellte wäre ja blöd sein Geld bei einer anderen Bank, die im Wettbewerb steht, anzulegen. Locker den 3fachen Zins einstreichen.....will auch zum Bund!! Aber bei dieser Tiefen fluktuation kann ich verstehen, dass die an ihrem Job festhalten, komme was wolle,-)



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