Schweiz

«Dieses neue Drohnen-Funksystem ist bahnbrechend»

Von Chantal Hebeisen. Aktualisiert am 17.10.2012 60 Kommentare

Zwei israelische unbemannte Flugkörper werden derzeit von der armasuisse evaluiert. Heute wurde die zweite Drohne vom Typ Hermes 900 den Medien vorgestellt.

«Mit dem zukünftigen ADS 15-System können wir von Emmen aus über die ganze Schweiz hinweg operieren»: Der Kommandant des Schweizer Drohnenkommandos, Othmar Flückiger.
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Neue Armee-Drohnen auf Testflügen in der Schweiz

Neue Armee-Drohnen auf Testflügen in der Schweiz
Die Schweizer Armee soll ab 2017 neue Drohnen zur Luftaufklärung erhalten. Im Test sind zwei israelische Flugkörper. Heute wurde der zweite den Medien vorgestellt.

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Ab 2017 soll die Armee sechs neue Drohnen zur Luftaufklärung erhalten. Im Rahmen der Evaluation wurde bereits im September ein erstes unbemanntes Luftfahrzeug in Emmen getestet. Heute Dienstag wurde den Medien nun der zweite Flugkörper vorgestellt. Seit dem 1. Oktober prüft die armasuisse in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe eine Drohne vom Typ Hermes 900 der israelischen Rüstungsfirma Elbit Systems.

Im Zuge des Rüstungsprogramms 2015 (ADS 15) sollen die alten Aufklärungsdrohnen 95 (ADS 95) durch neue ersetzt werden. Sowohl die alten als auch die neuen Fluggeräte sind unbemannt und unbewaffnet. Die ADS 15 sind gemäss Mitteilung der armasuisse seit über 12 Jahren im Einsatz und werden in den nächsten Jahren das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. «Mit der neuen Drohne soll ein längerer Verbleib in der Luft sowie eine bessere Allwettertauglichkeit erreicht werden», sagte Roland Ledermann, Projektleiter ADS 15 bei der armasuisse, an der heutigen Pressekonferenz. Ein weiterer Punkt, der für die neue Drohne spreche, sei die Fähigkeit, die Funksprüche via das Flugzeug zu lenken. «Dies ist eine bahnbrechende neue Technologie und erleichtert die Koordination der Drohnen», sagte Ledermann weiter. Zudem könnten die Lärmemissionen mit den moderneren Luftfahrzeuge verringert werden.

Parlaments-Entscheid 2015 erwartet

In einem Auswahlverfahren über mehrere Phasen hat die armasuisse seit Projektbeginn im Juli 2011 bei neun verschiedenen Firmen in England, Frankreich, Israel, Italien, Südafrika und den USA Offerten eingeholt. Für die Evaluation seien gemäss Ledermann vor allem die Flugleistungen, das Ausbaupotential und der Entwicklungsstand der jeweiligen Flugsysteme beurteilt worden. Seit Ende März 2012 sind nun noch zwei Anbieter aus Israel in der engeren Auswahl: Auf der einen Seite Israel Aeropace Industries LTD (IAI), deren Drohne vom Typ Heron 1 im September zwecks Testflügen in der Schweiz war, sowie das in Haifa stationierte Unternehmen Elbit Systems.

Die gewonnen Daten der Testflüge würden nun ab November bis im März nächsten Jahres ausgewertet, erklärte Ledermann heute das weitere Vorgehen. Bis zum September 2013 erwarte man dann von beiden Anbietern die finalen Offerten, die in den abschliessenden Antrag einfliessen werden. Man rechne damit, dass die Eingabe an das Parlament in der zweiten Hälfte 2014 erfolge und dieses Anfangs 2015 die Bewilligung erteilen werde. Für die sechs neuen Drohnen hat der Armeestab ein Budget von 300 bis 400 Millionen Franken vorgesehen.

Kritik der Sicherheitspolitischen Kommission

Bis eine definitive Bewilligung durch das Parlament erfolgt, werden vermutlich aber noch einige Diskussionen geführt werden. Einen ersten Dämpfer erhielt die Projektleitung bereits im September von der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates (SIK). Nationalrätin Evi Allemann (SP) kritisierte die Auswahl der Rüstungspartner: «Wenn die Schweiz im Nahen Osten eine aktive und friedenspolitische Rolle spielen will, darf sie nicht mit einem einzelnen Land Rüstungsgeschäfte abschliessen», sagte sie in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF. Dies sei kein israelspezifisches, sondern ein generelles Problem von Rüstungszusammenarbeiten, erklärte sie. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.10.2012, 19:33 Uhr

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60 Kommentare

Thomas Frei

16.10.2012, 21:58 Uhr
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"Das Parlament entscheidet über welche Drohne" das ist genau der Fehler in unserem System. Das Parlament hat überhaupt nicht über die Mittel sondern über den Auftrag der Armee zu entscheiden. Der Auftragnehmer entscheidet ganz alleine über die Mittel die er braucht um den Auftrag zu erfüllen. Alles andere ist Laientheater und Vetternwirtschaft. Antworten


Paul Weder

16.10.2012, 21:51 Uhr
Melden 134 Empfehlung 28

Es würde sich lohnen, Drohnen in der Schweiz selber herzustellen, und dann ein Exportprodukt daraus zu machen. Das Wissen daraus würde wieder ganze Industriezweige erschaffen, und hierdurch auch jede Menge Arbeitsplätze. Antworten



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