Dignitas bereitet Sterbehilfe für kerngesunde Frau vor

Die Sterbehilfeorganistaion will einer gesunden Frau Suizidhilfe leisten, die ihrem krebskranken Partner in den Tod folgen will. Dies kündigt Dignitas-Chef Ludwig Minelli an.

Quelle: BBC


Suizid als «wunderbare Chance»: Dignitas-Chef Ludwig Minelli.

Suizid als «wunderbare Chance»: Dignitas-Chef Ludwig Minelli. (Bild: Keystone)

Artikel zum Thema

Ludwig Minelli enthüllte am Donnerstag am britischen Radiosender BBC, er wolle einer gesunden Kanadierin Sterbehilfe leisten. Deren Mann leidet an Krebs. «Der Ehemann ist krank, sie ist nicht krank, aber sie hat uns bei mir zu Hause mitgeteilt, wenn ihr Mann gehe, dann wolle sie mit ihm gehen», sagte Minelli. Er will nun in der Schweiz vor Gericht die Frage klären, ob es legal ist, gesunde Menschen in den Tod zu begleiten. Dignitas will insbesondere prüfen, ob es die eidgenössische Rechtssprechung Ärzten erlaubt, auch gesunden Menschen den tödlichen Cocktail zu verabreichen.

Das kanadische Ehepaar hatte schon 2006 vom Dignitas-Arzt die Zusage für ein Rezept des tödlichen Barbiturats erhalten. Kantonsarzt Ulrich Gabathuler stoppte die Freitodbegleitung, weil der Arzt gar keine Praxisbewilligung mehr hatte.

Rezept auch für nicht todkranke Ehepaare

Für Dignitas ist das Problem, auch gesunde oder relativ gesunde Menschen in den Suizid zu begleiten, so neu nicht. Es hat sich schon mehrfach bei der Begleitung von Ehepaaren gestellt. Beispielsweise 2003, als die Freitodorganisation das englische Ehepaar Robert and Jennifer Stokes in den Suizid begleitete: Sie (53) litt an Multiple Sklerose, er (59) an Epilepsie. Obwohl nicht todkrank, bekamen beide das Rezept vom Dignitas-Vertrauensarzt. Sohn David Stokes ging an die Öffentlichkeit und versicherte, seine Eltern seien nicht auf den Tod krank gewesen.

Erst vor kurzem begleitete Dignitas das sehr begüterte britische Ehepaar Peter and Penny Duff. Beide Eheleute litten an Krebs, wobei ein Partner längst nicht terminalkrank gewesen sein soll. Im Jahre 2002 sorgte die Freitodbegleitung eines schizophrenen, aber physisch gesunden Geschwisterpaares aus Frankreich für Aufsehen. Dem rezeptierenden Arzt wurde später die Praxisbewilligung entzogen.

Unheilbare Krankheit keine Voraussetzung

Der Dignitas-Chef bezeichnete den Freitod im Interview als «wunderbare Chance», die nicht nur todkranken Menschen mit schweren Krankheiten vorbehalten sein soll. Jedem Menschen mit intakten geistigen Fähigkeiten stehe es frei, eine Suizidunterstützung in Anspruch zu nehmen. «Der Freitod ist eine gute Möglichkeit, um einer Situation zu entkommen, die unabwendbar ist. Eine unheilbare Krankheit ist dafür keine Voraussetzung.» Als Vorteil nannte Minelli, dass der assistierte Suizid auch finanziell Sinn mache, da er zu grossen Einsparungen im Gesundheitswesen führe.

Die Aussagen Minellis haben in der britischen Presse einigen Wirbel ausgelöst. Sterbehilfe-Experten kritisieren die Pläne von Dignitas: «Wir müssen nun klare Signale aussenden, dass es falsch ist, Menschen, die nicht unheilbar krank sind, in den Tod zu begleiten», erklärt Sarah Wotton, Chefin der britischen Organisation Dignity in Dying. Auf Anfrage von bazonline.ch/Newsnetz wollte Minelli zum Sachverhalt keine Stellung nehmen.

In England verbietet das Gesetz die Sterbehilfe. Deshalb reisen immer mehr suizidwillige Briten in die Schweiz, um in der Zürcher Dignitas-Klinik zu sterben. Laut eigenen Angaben hat die Sterbehilfeorganisation bereits mehr als 100 Engländer in den Tod begleitet.

Bund will strengere Gesetze ausarbeiten

Der Bund lässt derzeit abklären, ob im Bereich Sterbehilfe neue Gesetze nötig sind. Dies nicht zuletzt, weil Organisationen wie Dignitas mit dem Gedanken spielen, auch Gesunden ihre Dienste anzubieten, wie Bernardo Stadelmann, Vizedirektor des Bundesamts für Justiz bereits letzten Sommer erklärte. Insbesondere will der Bund ethische Schranken für Anbieter einführen, die unter anderem auch die Suizidhilfe für Gesunde ausschliessen. (bazonline.ch/Newsnetz)

Erstellt: 03.04.2009, 14:43 Uhr

49 KOMMENTARE

Egon Stein

22.04.2009, 16:29 Uhr

noch einmal,die "Mutigen"behaupten die Sterbewilligen würden aus mangelnder Courage,fremde Hilfe benötigen und somit andere Belasten.1.Haben die Kritiker die Courage ihren eigenen kranken Zahn selbst zu ziehen? 2.Ist für die leidvolle Sterbebegleitung über Jahre keine Fremde Hilfe nötig und kostenlos?Theorie und Praxis sind zweierlei,diese Erkenntnis wächst leider erst in eigener Not.E.Stein Megg


Laura Roethlisberger

09.04.2009, 09:29 Uhr

Komisch das das der grund sein soll um sich das Leben zu nehmen. Hoert sich wie Romeo und Julia an. Wir haben doch alle eine Liebe... Und wehn das die Erde sein soll (Geld, Ehe, und materieles zeug) dan weren alle Leute mindestens in einem jahr tot. Vieleicht haette die neue generation wirder platz zum spielen. Damit meine ich Kinder wie Ich.


karla wolf

09.04.2009, 08:32 Uhr

was soll das ganze gerede. jeder mensch muss einmal diese bühne verlassen, dafür braucht er keinen anderen. jeder muss alleine sterben , aber jeder sollte in seiner letzten stunde einen liebevollen menschen an seiner seite haben. haben wir verlernt wie das geht`?


Thomas Roethlisberger

09.04.2009, 00:27 Uhr

Ich denke nicht das die Frau Kerngesund ist. Sonst brauchte Sie ja keine SUIZIDHILFE!


Manuela Fraas

08.04.2009, 19:46 Uhr

Also ich finde man sllte es jedem Menschen selbst überlassen ob und wann er Abschie vom Leben nehmen will.


adolf wolf

08.04.2009, 17:05 Uhr

JaHallo Herr Minelli, bitte sagen Sie uns doch mal ganz ehrlich und aufrichtig, was sie an einem Todesfall bzw. Sterbehilfefall verdienen oder besser gesagt was es kostet ihre Dienste in Anspruch zu nehmen?!


Egon Stein

07.04.2009, 22:42 Uhr

Wer die Disziplin "Toleranz" beherrscht wird niemals das subjektive Bedürfnis eines Sterbewilligen bekritteln, weil ihm die übersinnliche Befähigung fehlt in der Seele =die Summe sinnlich nicht wahrnehmbarer innerer Erlebnisse des betroffenen Menschen, l e s e n zu können. Wer dennoch toleranzlos kritisiert steht im Verdacht in subjektiver Willkür, Sterbewillige zu bevormunden.Egon Stein,Meggen


Mirjam Barrueto

07.04.2009, 21:58 Uhr

@ Markus Frey: Ok, vielleicht tun einige das ja. Aber ich bin der Meinung dass der Todeswunsch undiskutabel persönlich ist. Es ist missionarisch, anderen in diesem Moment grundsätzlich "Hilfe" aufzudrängen und einen sanften Tod verhindern zu wollen. Es gibt halt keine allgemeine Richtlinie, wann ein Todeswunsch angemessen ist. Dagegen: jemandem zu helfen,der Hilfe tatsächlich will, ist immer gut.


Markus Frey

06.04.2009, 17:08 Uhr

@Frau Barrueto: Woher wissen Sie, "dass die, die sich so sehr über den Sterbewunsch anderer aufregen, sich nicht für solche Menschen engagieren, die ein besseres Leben haben WOLLEN aber nicht können"??? Ich kenne viele Menschen mit sehr hohem diesbezüglichem Engagement. Nach meiner Beobachtung ist gerade unter ihnen die Ablehnung der aktiven Sterbehilfe besonders hoch und unmissverständlich!


Britta Binder

06.04.2009, 00:20 Uhr

Ein schwieriges Gebiet, weil Menschen ja zutiefst emotional sind (mehr als sie selber glauben). Man überwindet Dinge, die man nie für möglich gehalten hätte und entdeckt dann doch, dass das Leben weiter geht und gar nicht mal so schlecht. Wir Menschen sind sehr anpassungsfähig. Der Tod ist endgültig, Leben ist doch eigentlich eine Chance. Suizid sollte keine Kurzschlusslösung sein, bitte nicht!


Ludwig A. Minelli

06.04.2009, 00:18 Uhr

Leider hat auch die BBC das von mir gegebene Interview teilweise so geschnitten, dass die Hörer das Gegenteil dessen verstehen mussten, was ich gesagt habe. Heutige Medien haben in dieser Hinsicht keine Skrupel mehr. Wenn nur der Hype funktioniert... Zur Frage Kosteneinsparung: Offen über Suizid reden können mit Menschen, die an Tod denken, kann Suizidversuche vermeiden. Dadurch sinken Kosten.


Martin Lienert

05.04.2009, 13:02 Uhr

Dignitas = Unsinn


Michael Meienhofer

05.04.2009, 12:14 Uhr

Die Gegener von Dignitas werden werden vermutlich ihren Irrtum dann einsehen, wenn sie einmal unheilbar Krank , an ein besseres Leben im jenseits hoffen. Dann werden sie, dank ihrer Ablehnung, wohl noch etwas warten müssen.


Reto La Roche

05.04.2009, 10:30 Uhr

Das ganze ist doch reine Geldmacherei und dient nur einer Person, nämlich diesem arroganten scheinheiligen und über alles erhabenen Herr Minelli! Wenn ich mich auf, wenn man so sagen kann, "schöne Art" umbringen will, dann mache ich das selber. Mit der gleichzeitigen Einnahme von 3 verschiedenen potenten Medikamenten, über Internetapotheke erhältlich, ist das möglich und zudem sehr billig!


Markus F. Baumgartner

05.04.2009, 09:04 Uhr

Wer als gesunder Mensch aus dem Leben scheiden will, braucht sicherlich keine solche Institution ! Es gibt viele Möglichkeiten dazu, ohne eine Drittperson in Mitleidenschaft zu ziehen.


Philip Alig

05.04.2009, 08:39 Uhr

Nicht der Freitodwunsch ist das Problem, sondern die Inkonsequenz dies auch selber zu tun. Es ist doch irgendwie feige, dass anderes dies für sie erledigen müssen. Warum verabschieden die Leute sich nicht von ihrem Umfeld und verweigern einfach das Trinken im Bewusstsein, dass dies für sie den Tod bedeutet. Das bräuchte aber Mut und gefestigte Überzeugung.


Meb Engeler

04.04.2009, 23:52 Uhr

Stimme voll und ganz mit Adrian Brun überein. Ist es denn heute noch nötig, dass man sich vor einen Zug wirft, sich von einer Brücke stürzt oder ein Kugel in den Kopf jagt..... denken sie einmal an all die "unbeteiligten" Leute, die durch diese Vorgehensweise in die ganze Sache reingezogen werden. Wer gehen will, soll das in Würde und ohne Scham tun können.


Jakob Künzel

04.04.2009, 23:35 Uhr

Es müsste heissen: "Seinen neuen Vorstoss,....." Ist das Korrekturlesen den letzten Streichungen bei der BaZ zum Opfer gefallen?


Kurt Meier

04.04.2009, 23:07 Uhr

Von der Steueroase zu Suizidoase Schweiz. Es wird Zeit dass wir damit unter internationalen Druck geraten dann ist hoffentlich Schluss mit diesem Lebensverachtende Handeln.


Werner Fürst

04.04.2009, 23:04 Uhr

Genau, Herr A. Fuchs (3.4./13.16). Diese, Ihre Frage, stelle ich nun einmal dem Herrn Minelli.


Egon Stein

04.04.2009, 22:07 Uhr

Es ist nicht nachvollziehbar, dass eine sogenannte Rechtsinstanz mit subjektiv interpretierten Richterbehauptungen die sie ohne Wahrheitsbeweis als Urteile verkaufen, über die zentral-biologische Selbst-entscheidung eines Menschen zu befinden sich das Recht anmassen. Sterbehilfe ist die Domäne der Seelsorge und nicht der Justiz. Selbstbestimmung heisst nicht Fremdbestimmung.Egon Stein,Meggen


Mirjam Barrueto

04.04.2009, 22:01 Uhr

Verstehe nicht weshalb all die, die sich so sehr über den Sterbewunsch anderer aufregen, sich nicht für solche Menschen engagieren, die ein besseres Leben haben WOLLEN aber nicht können. Da könnten sie tatsächlich etwas bewirken, ohne jemanden zu bevormunden. Es ist billig einfach nur zu kritisieren und Ethik vorzuschieben, anstatt konstruktiv an etwas zu arbeiten das wirklich hilft.


Jakob Denzler

04.04.2009, 22:00 Uhr

Zitat: "Dignitas stand bereits mehrfach in der Kritik, weil sie nicht- sterbenskranke Menschen in den Tod begleitet hatte." Stimmt, aber auch positive Kritik, weil Minelli ein Kämpfer für das Menschenrecht auf ein selbstbestimmmtes Lebensende in Würde ist! Dafür wird Minelli in ein 20-30 Jahren geehrt werden. Niemand wird dann mehr verstehen, dass man Menschen ein zwang, sich grausam umzubringen


Markus Frey

04.04.2009, 21:39 Uhr

Ich hoffe sehr, dass die Schweiz endlich die menschenverachtende aktive Sterbehilfe stoppt. Aber ein weiterer Schritt gehört unbedingt dazu: ich denke, es ist ein Riesenfehler, wenn wir die Frage nach dem Lebenssinn a) an das Lebensende verbannen und b) sie mit Nützlichkeitsaspekten verbinden. Sie gehört als zentraler Baustein der Persönlichkeitsbildung in die ersten Lebensjahrzehnte hinein.


Alfredo Garcia

04.04.2009, 21:29 Uhr

Die Problematik liegt weniger in der Umsetzung seines ureigensten Willens, sondern in der profitorientierten Vermarktung solcher "Begleitungen".


Beat Fuchs

04.04.2009, 21:27 Uhr

Man kann hier diskutieren, wie man will: Tatsache ist, dass sich über 1000 Menschen in der Schweiz das Leben nehmen und oft auf grausamste Weise. Ich kennen einen Zugführer, der nicht mehr fahren kann, weil vor seinem Zug sich jemand hingeworfen hat, ebenso so hässlich, die andere Selbsttötungen. Da ist so ein begleiteter Freitod eine wirklich "humanere" Art, aus dem Leben zu scheiden.


Max Demarmels

04.04.2009, 21:16 Uhr

Der Körper und der Geist gehören nicht dem Staat. Jeder kann mit sich selber machen was er will, solange er nicht andere schadet. Das Thema würde sicherlich sachlicher behandelt werden, wenn es nicht mit der Person Minelli verquickt wäre. Mich stört die Art von Herr Minelli. Wie kann man in der Sache so sturr sein? Mir sind persönliche Berichte bekannt über Sterbebegleitungen in Wohnquartiere!?


Werner Fürst

04.04.2009, 20:48 Uhr

Wer sind Sie, Herr Minelli?


Bruno Froehlich

03.04.2009, 16:11 Uhr

Es geht den Staat nichts an, ob ich leben oder sterben will. Bin ich krank benoetige ich (vielleicht) einen Arzt, will ich sterben eine Sterbehilfe. Also braucht es bloss klare staatliche Vorgaben fuer Arzt wie Sterbehilfe.


Hubert Stajkowski

03.04.2009, 15:53 Uhr

Es ist schon komisch: in unserem so genannt christlichen und humanistischen Europa wird der Wunsch nach dem freiwillige Tod über das Leben gestellt. Wir wenden uns von einer lebensbehandenden zu einer lebensfeindlichen Gesellschaft. Diese lebensvernichtende Einstellung wird sich einmal selbst ausradieren, während andere Menschen aus Afrika und Asien unseren Platz einnehmen werden.


Anna Lindner

03.04.2009, 15:50 Uhr

Zu diesem Thema sehr empfehlenswert das Buch von Jean Améry "Hand an sich legen" - Diskurs über den Freitod. Daraus ein Abschnitt: "Wer abspringt, ist nicht notwendigerweise dem Wahnsinn verfallen, ist nicht einmal unter allen Umständen gestört oder verstört. Der Hang zum Freitod ist keine Krankheit, von der man geheilt werden muss wie von den Masern ...... Der Freitod ist ein Privileg des Humanen


Ben Müller

03.04.2009, 15:16 Uhr

@Adrian Brun: besser hätte man das nicht formulieren können, Chapeau!


Adrian Brun

03.04.2009, 14:48 Uhr

Mein Leben gehört mir, nicht dem Staat, nicht den Psychologen, nicht den Aerzten, nicht irgendeiner Religion und schon gar nicht der Gerichtsbarkeit. Entscheidet sich ein Mensch aus dem Leben zu scheiden, ist das seine Sache. Natürlich ist das eine schwierige Sache. Schlussendlich ist das Recht des Einzelnen in diesem Fall höher zu gewichten als die Moralvorstellungen Dritter.


S Heinrich

03.04.2009, 14:44 Uhr

Was für eine arrogante Bevormundung, was für ein heuchlerischer Reflex, über einen anderen Mitmenschen zu urteilen, ob dieser sterben darf oder nicht! Ich will sterben können wann ich will, und zwar in Würde (bei vollem Verstand, mit professioneller Unterstützung).


Giovanni Fiore

03.04.2009, 14:25 Uhr

Gute Sache. Jeder sollte selber entscheiden können, wann und wie er sein Leben beenden will.


Andreas Dietrich

03.04.2009, 13:57 Uhr

Ich empfehle Herrn Minelli dringend sein freiwilliges Ausscheiden aus dem Leben zu prüfen. Auch so werden uns viele Kosten erspart, die dank Dignitas, beim Tod von Sterbetouristen bei Justiz, Polizei etc. anfallen und von der Schweiz getragen werden müssen. - Leider wird er uns aber dann nicht mehr sagen können, wieso er so für den Tod schwärmt.


Martha Meister

03.04.2009, 13:55 Uhr

Mutter Theresa von Kalkutta hat bei ihrem New York Besuch gesagt, dass die Aermsten der Armen in der westlichen Welt leben. In Afrika und Indien sind einige Leute materiell so arm, dass sie auf der Strasse leben, leiden und sterben. Dass solche Leute Sterbehilfe wünschten, wurde meines Wissens nie thematisiert. Wir sind die Aermsten der Armen, weil unsere Gesellschaft im Geistigen verarmt ist.


ursus froehlicher

03.04.2009, 13:37 Uhr

es erinnert mich an das movie soylent green (mit schauspieler u.a.charlton heston) früher oder später, wird sich dies zu einer standardisierten swiss_only_dienstleistung etablieren. link: http://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_2022%E2%80%A6_die_%C3%BCberleben_wollen


Sandro Wolf

03.04.2009, 13:22 Uhr

Ich bin für Euthanasie, auch aktive Sterbehilfe. Es ist schon genug erschwert und es sind solche Geschichten wie diese hier, welche die ganze Sache politisch und moralisch erschweren! Die 70-Jährige ist gesund genug um sich selber zu killen, weshalb muss da Dignitas aktiv mithelfen?


Mike Wolf

03.04.2009, 13:18 Uhr

@Richard Hennig Teil2: Interessant zu sehen, dass es immer noch Leute wie Sie gibt, die Psychologen als unfehlbare Allesheiler betrachten, die, irgendwie, jede Macke 'reparieren' kann. Sehen Sie bitte ein, dass es gebrochene Leute gibt, denen diese Welt keine Freude mehr bereitet.


Alain Fuchs

03.04.2009, 13:16 Uhr

An alle Gegner von der Sterbehilfe und befürworter von Todesstrafen: Woher nehmt Ihr euch das Recht her zu entscheiden ob ein andere Mensch zu leben hat oder nicht? Woher nehmen sich gewissen Menschen überhaupt das Recht über ein Schicksal eines anderen Menschen zu entscheiden?


Mike Wolf

03.04.2009, 13:15 Uhr

@Richard Hennig; Sie gehen spazieren. Es ist ein wunderschöner Sommertag. Zufälligerweise führt Ihr Weg unter einer Brücke durch und gerade als Sie innehalten wollen um über die verwitterte Beschaffenheit des Betons zu sinnieren, schlägt neben ihnen der Körper eines Menschen auf, welcher Tage zuvor sein Unverständnis über das Verbot der Sterbehilfe mit seinem Psychologen diskutierte.


Bruno Boss

03.04.2009, 12:38 Uhr

Die Aussage von Ludwig Minelli - "der assistierte Suizid macht auch finanziell sind..." finde ich recht fragwürdig! Sind wir jetzt schon soweit, dass wir Suizid als "rettende" Methode im finanziellen Bereich anschauen...


Toni Müller

03.04.2009, 12:31 Uhr

Ich betrachte den Vorstoss von Dignitas als im Interesse vieler vermeintlich "gesunder" Menschen. Ich selber bin 60 und IV-Rentner, also invalid (=wertlos). Zahlreiche gesetzliche Bestimmungen verhindern den Wiederaufbau eines selbstbestimmten menschenwürdigen Lebens. Ich lebe wie im "offenen Strafvollzug", Behörden bestimmen mein Leben von A-Z. Soll ich mir das für weitere 10 bis 30 Jahre antun?


Richard Hennig

03.04.2009, 12:23 Uhr

Auch ich finde diese Idee unakzeptabel. Mit Hilfe eines guten Psychologen, wird auch diese gesunde Frau verstehen, dass es eine schönes Leben nach der Trennung vom geliebten Partner geben kann. Deshalb muss solch ein Vorgehen umbedingt verboten werden.


Mike Wolf

03.04.2009, 12:18 Uhr

Die freiwillige Sterbehilfe ist definitiv eine gute Sache! Einerseits soll es jedem frei stehen, sein Leben zu beenden, andererseits natürlich ohne Drittpersonen dadurch in Mitleidenschaft zu ziehen, wie zum Beispiel einen Lokführer. Chapeau zu den Leuten, welche sich zu diesem letzten Schritt entscheid. Es zeigt einen Willen, welcher nicht nur aus Selbstverzweiflung und Spontanität entspringt.


Fritz Schaer

03.04.2009, 12:16 Uhr

Ob man und in welcher Situation man über sein eigenes Leben entscheiden darf, sollte man diskutieren. Diskussionslos unsinnig ist das Vorgehen von Dignitas: Man lässt keine Möglichkeit aus, der Welt den Eindruck zu vermitteln, dass man in der Schweiz jedem und jeder in den Tod begleitet. Das wird zu heftigen Reaktionen führen, die uns dann wieder einschränken. Man sollte von den Banken lernen!


Christian Ruhstaller

03.04.2009, 11:40 Uhr

Zwang ist immer menschenverachtender als Freiheit. Darum ist nicht die Sterbehilfe – auf freiwilliger Basis – mit anschliessendem Tod, menschenverachtend, sondern den Zwang, dass man Leben muss. Freiheit ist unser höchstes gut.


Pascal Bosshard

03.04.2009, 11:39 Uhr

Wohin driften die Menschen? Die einen trachten nach Unsterblichkeit, andere wünschen den Suizid mit Hilfsanspruch... ja sind wir da etwa in einem Wunschparadies oder was? Ziemlich verrückt, der Mensch...!




Publireportage

Lernen, wann und wo man will

Lernen wo man will.

Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Jobsuche

Kaum wird irgendwo ein Job frei, ist er auf jobwinner.ch.

Weiterbildung

Weiterbildung AusbildungFinden Sie die passende Schule für Ihre Weiterbildung in Beruf und Freizeit.
Jetzt nach Weiterbildung suchen:

BMI-Teaser

Body-Mass-Index Rechner



[Alt-Text]



© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten