Schweiz

Ein Neuling gegen Toni Brunner

Aktualisiert am 03.11.2011 32 Kommentare

Die CVP droht den St. Galler Ständeratssitz zu verlieren: Mit dem Rückzug Eugen Davids hat die SVP gute Chancen auf den Einzug ins Stöckli. Doch aufgegeben haben die Christdemokraten noch nicht.

Er soll es gegen den SVP-Präsidenten richten: Michael Hüppi, Vizepräsident des FC-St. Gallen.

Er soll es gegen den SVP-Präsidenten richten: Michael Hüppi, Vizepräsident des FC-St. Gallen.
Bild: Keystone

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Die CVP St. Gallen will den Ständeratssitz des überraschend zurückgetretenen Eugen David mit Michael Hüppi verteidigen. Als neuer Mann der Mitte soll er in Bern zusammen mit Karin Keller-Sutter (FDP) für eine ungeteilte Standesstimme sorgen.

«Der Ständerat ist der Hort der Sachpolitik. Stramme Parteisoldaten wie Toni Brunner oder Paul Rechsteiner sind dort fehl am Platz», sagte Jörg Frei, Präsident der CVP St. Gallen, heute Donnerstag vor den Medien. Statt die bürgerliche Stimme der neu gewählten Karin Keller-Sutter zu neutralisieren, würde der CVP-Vertreter diese verdoppeln. «St. Gallen braucht eine starke, das heisst ungeteilte, Standesstimme», sagte auch der St. Galler Finanzdirektor Martin Gehrer (CVP).

Es braucht neue Köpfe

Gehrer, der nach dem unerwarteten Rücktritt von Eugen David als CVP-Wunschkandidat für die Ständeratskandidatur gehandelt worden war, machte am Donnerstag vor den Medien klar: «Ich stehe nicht als Ständeratskandidat zur Verfügung, auch nicht in vier Jahren.»

Michael Hüppi sei ein politischer Neuling, räumten die Wahlhelfer des 54-jährigen Rechtsanwalts und Vizepräsidenten des Fussball-Clubs St. Gallen ein. Er werde aber frischen Wind nach Bern bringen. «Es braucht neue Köpfe, welche die Schweiz voran bringen, statt sie mit Polarisierung zu lähmen», sagte der CVP-Ständeratratskandidat für den zweiten Wahlgang am 27. November.

«Pol-Parteien schlagen»

Die politische Mitte in St. Gallen sei stark genug, um die Pol- Parteien (SVP und SP) zu schlagen und den Ständeratssitz im zweiten Wahlgang zu verteidigen. CVP, FDP, GLP und EVP verfügten laut Frei im ersten Wahlgang über einen Wähleranteil von insgesamt 44,2 Prozent.

Die Rechte erreichte einen Wähleranteil von 32,7 Prozent und die Linke einen Anteil von 23,1 Prozent. «Brunner und Rechsteiner sind nicht wählbar, wie der erste Wahlgang gezeigt hat», sagte Frei.

Kein Notfall-Kandidat

Hüppi, der erstmals für den Nationalrat kandidiert hatte, sei kein Notfall-Kandidat. Er machte laut Frei ein Spitzenresultat und landete auf der Liste der CVP Nordwest auf dem zweiten Platz und ist erster Ersatz.

Die CVP musste am Tag nach den Wahlen einen neuen Kandidaten suchen, nachdem der Bisherige Eugen David am Sonntag erklärt hatte, er werde für den zweiten Wahlgang nicht mehr kandidieren. David blieb hinter Karin Keller-Sutter (FDP), die souverän gewählt wurde, und Toni Brunner (SVP) zurück und hatte nur wenig Vorsprung auf Paul Rechsteiner (SP). (ami/sda)

Erstellt: 03.11.2011, 20:24 Uhr

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32 Kommentare

Andres Müller

03.11.2011, 23:26 Uhr
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Tony Brunner im Ständerat -ein riskantes Unterfangen für die SVP. Im Nationalrat konnte er sich wenigstens noch hinter seinen Kollegen verstecken um sein mangelhaftes Interesse an eigenen Entwürfen zu übertünchen. Auf parlament.ch ist im Profil des Politikers a.m. Sicht erkennbar ...Brunner ist einer der "faulsten" Nationalräte. Wenig eigene Petitionen und eher nebensächliche bis kuriose Themen. Antworten


Christian Loetscher

04.11.2011, 09:01 Uhr
Melden 53 Empfehlung

Was will Anton Brunner im Ständerat? Auf Staatskosten endlich Französisch lernen, zusammen mit Amstutz? Und nebenbei noch SVP-Neinparolen einbringen? Das scheint ja keine echte Alternative zu sein... Antworten



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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.