Schweiz

«Ein Sieg für den Service public»

Aktualisiert am 08.09.2012 13 Kommentare

Die Gewerkschaft Syndicom will die Initiative «Für eine starke Post» zuzrückziehen. Sie wertet den Verzicht auf die völlige Liberalisierung des Briefmarkts als Erfolg, sieht aber auch einen Wermutstropfen.

Nicht erreicht haben die Initianten, dass das Poststellennetz nur mit posteigenem Personal betrieben werden darf: Postelle in Paspels GR. (Archivbild Keystone)

Nicht erreicht haben die Initianten, dass das Poststellennetz nur mit posteigenem Personal betrieben werden darf: Postelle in Paspels GR. (Archivbild Keystone)

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Syndicom, die Gewerkschaft Medien und Kommunikation, empfiehlt dem Initiativkomitee die Volksinitiative «Für eine starke Post» zurückzuziehen, wie sie mitteilt. Die neue Postgesetzgebung folge in weiten Teilen den Forderungen der Initiative.

Den Entscheid fällte der Zentralvorstand, das politische Leitungsgremium, von Syndicom in Absprache mit dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) und der SP. Der Vorstand zeigte sich mit der neuen Postgesetzgebung zufrieden.

Verzicht auf Totalliberalisierung

So erhalte die Post in der Verordnung zum Postgesetz klare Vorgaben für die Entwicklung des Poststellennetzes. Den grössten Sieg der Postinitiative sieht syndicom im Verzicht auf die – im ursprünglichen Gesetzesentwurf noch vorgesehen – Totalliberalisierung des Briefmarktes.

Zudem seien auf Druck der Initiative in der Postverordnung klare Zugangskriterien zur postalischen Grundversorgung und zum Zahlungsverkehr für die Kundschaft festgeschrieben worden.

Wermutstropfen

Zufrieden zeigt sich die Gewerkschaft auch darüber, dass die künftige Postfinance AG eine Banklizenz erhält. Dass die Postfinance keine Kredite und Hypotheken vergeben dürfe, sei ein «Wermutstropfen». Nicht erreicht haben die Initianten, dass das Poststellennetz nur mit posteigenem Personal betrieben werden darf.

Dennoch habe die Initiative fast alle ihre Ziele erreicht, schreibt die Syndicom. «Es ist ein Sieg für den Service public, ein Sieg der Postinitiative und ein Sieg für die Syndicom.» Der Rückzug der Initiative sei die logische Folgerung dieses grossen Erfolgs.

Fünf Monate

Die eidgenössische Volksinitiative «Für eine starke Post» der Gewerkschaften und der SP wurde im September 2010 mit über 110'000 gültigen Unterschriften eingereicht. Die Unterschriften kamen in nur fünf Monaten zusammen. (mw/sda)

Erstellt: 08.09.2012, 11:58 Uhr

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13 Kommentare

Andreas Notter

08.09.2012, 12:19 Uhr
Melden 11 Empfehlung 0

Na bravo. Wenn sogar die Post-Gewerkschaft die Initiative zurückzieht, muss es sich ja wiedermal um eine "richtige" Liberalisierung handeln. Dass der Postmarkt "spielt" merkt man ja nur schon am Schalter wo weder EC noch Kreditkarten akzeptiert werden (Postcards schon!). Antworten


Michi Mischler

08.09.2012, 14:51 Uhr
Melden 7 Empfehlung 0

Es wird uns also weiterhin verboten sein, Briefe per DHL, UPS + Co. zu verschicken... Sehr fortschrittlich.. Antworten



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