Schweiz
Ein aggressives Wahlinserat empört den Aargau
Von Daniel Glaus. Aktualisiert am 03.02.2009 32 Kommentare
Der Wahlkampf um den letzten Sitz in der Aargauer Regierung artet aus. Nach extremen Inseraten gegen Bildungsdirektor Rainer Huber (CVP) rief der Regierungsrat gestern zu «Sachlichkeit» auf. Ein anonymes Elternkomitee hatte am Wochenende in der «Aargauer Zeitung» Stimmung gemacht gegen Huber. Als einziger Bisheriger muss er sich einem zweiten Wahlgang stellen.
Hubers Hauptkonkurrenten sind Doris Fischer-Taeschler (FDP) sowie Alex Hürzeler (SVP). Aus diesen Kreisen stammten die Inserate, berichtet «Schweiz aktuell». FDP-Grossrat Urs Haeny, ein Gegner von Hubers Bildungsreform, gab die Inserate im Auftrag des Elternkomitees «Keiner wählt Rainer» auf. Er habe da wohl «Mist gebaut», sagte Haeny zu Radio Argovia.
Keine Zustimmmung der Künstlerin
Die SVP distanzierte sich von den Inseraten, ist aber dennoch involviert: SVP-Grossrat Andreas Glarners Beratungsbüro wickelte den Auftrag ab. Auch die «Aargauer Zeitung» distanzierte sich.
Die Fotos der Kinder stammen von der Künstlerin Jill Greenberg. Für deren Verwendung lag die Zustimmung der Künstlerin offenbar nicht vor. Amerikanische Anwälte prüfen eine Urheberrechtsklage, berichtete Radio DRS. (NEWS)
Erstellt: 03.02.2009, 07:53 Uhr
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32 Kommentare
Es wundert mich etwas, dass mein Kommentar vom Dienstag nicht abgedruckt wurde... was war daran anstössig? Etwa das Wort "Kindsmisshandlung"? So versteh ich jedenfalls die Bilder. Ich würde gern nochmlas betonen, dass alle Eltern froh sein können, wenn sich einer wie R.H. dafür einsetzt, dass das Schulwesen fevormiert und laufend den neuen Anforderungen angepasst wird, statt zu veraltern. Antworten
Na ja, so lange Politiker Wählerinnen und Wähler auf dem gleichen Niveau finden ... Kann man da noch von Niveau sprechen ? Es wird wieder einmal deutlich, dass viele Wähler eben Sauhunde sind und in der SVP ihre Heimat gefunden haben. Gute Nacht ! In den 30er Jahren war es nicht viel anders, man weiss wie es geendet hat. Antworten
Mal abgesehen vom geschmacklosen Inserat, über das alles hier bereits geschrieben ist, was es zu schreiben gibt, finde ich die Bilder der Künstlerin Jill Greenberg bedenklich. Ich sehe hier beim besten Willen keine Kunst und schon gar keine mit den minimalsten Anforderungen der Menschlichkeit. Antworten
Eigentlich weist das Inserat nur einen Fehler auf: Anstelle von "Aargauer Kinder sind erschüttert..." müsste da stehen "Aargauer Kinds- und Betonköpfe sind erschüttert..." Wie man das Fehlen jeglicher Argumente und das miese Spiel auf die Person als "Würze im Wahlkampf" begrüssen kann, ist mir schleierhaft. Für mich wird hier die politische Kultur zu Grabe getragen. Bezeichnend, von wem... Antworten
Ich bin weissgott kein Fan von FDP und schon gar nicht von SVP. Allerdings kann mich auch die CVP gerne haben. Ganz abgesehen von den politischen Präferenzen fand ich das Inserat lustig und ich musste spontan lachen. Humor in der Politik! Man stelle sich das mal vor. Es gibt also noch Hoffnung für die Schweiz. Weiter so! Antworten
Am meisten empört mich an diesem Inserat, dass die Mädchen nackt sind ! Mal ganz abgesehen davon, dass bestimmt keines dieser Kleinkinder um Erlaubnis zur Veröffentlichung ihres Konterfeis gefragt worden ist. Ich war entsetzt, als ich dieses schmierige, hinterhältige Inserat gestern Abend am TV sah. Die dafür Verantwortlichen sollten sich in Grund und Boden schämen. Antworten
Ich teile zwar in keinster Weise die politische Absicht, aber ich finde das Inserat wirklich gelungen. Es ist originell, spassig und bleibt über der Gürtellinie, ich kann die Aufregung nicht verstehen. Dass die Saumode der anonymen "Komitees" immer weiter um sich greift, ist allerdings ein anderes Kapitel. Antworten
Was den Leuten vor Langeweile und/oder Argumentlosigkeit alles so einfällt, ist schon ziemlich bedenklich. Die Politik macht vieles aus uns Menschen, das ist bekannt, dass man aber nun mit solch einer primitiven Art wie diesem Inserat auf anderen Personen rumhacken muss ist mehr als fragwürdig. Das Niveau sink und sink und dennoch sollte man ein Beispiel sein..? Antworten
Wer so Propaganda macht, hat von Bildung und Ausbildung keine oder höchstens eine falsche Ahnung, weiss wenig bis nichts von Kindergarten, Basisstufe, Unterricht, Förderung, Hunderte in der Grundausbildung sich befindende Kinder sind glücklich, es sei denn sie müssten zu inkompetenten Ausbildnerinnen und Ausbildnern gehen. - Wir brauchen die vorgesehene Revision des aargauischen Bildungswesens. Antworten
Schon wieder kommt diese SVP mit Hilfe der FDP mit einem rassistischen Inserat. Die Verantwortlichen dieses Inserates sollten eine hohe Busse erhalten. Es ist sehr geschmacklos, für Werbeinserate und Werbeplakate kleine Kinder zu missbrauchen. Aber ich begreife diese Werber der SVP und FDP, dass sie ein schlechtes Gewissen haben, ihre eigenen langweiligen erwachsenen Gesichter zu veröffentlichen. Antworten
Die ganze Misere, in der wir stecken, haben solche Politiker zu verantworten. Wir brauchen Politiker, die Visionen haben, mutig sind und ethische Grundsätze beachten. Sind solche Politiker am Werk, muss sich jeder Mensch mit Stil vom Staas verabschieden, bis auch dieses System schmerzhaft zusammenbricht. Mit solchen Menschen am Ruder geht eine Gesellschaft zugrunde. Distanz von solchen Parteien! Antworten
Sich laut aufregen führt nur zu zusätzlicher Aufmerksamkeit, Gegner spielen so den Initianten in die Hände. Als betroffener Kandidat würde ich ein ähnliches Inserat aufschalten, das für mich spräche und damit zeigen, dass ich Spass verstehe. Ich habe jedenfalls über das Inserat gelacht, mehr nicht. Antworten
Das ist doch ein witziges Inserat. So etwas muss ein Wahlkampf ertragen. Geradezu peinlich die Empörung des Regierungsrats. Das Dumme an solchen Kampagnen ist allerdings, dass sie in aller Regel kontraproduktiv sind, also dem Angegriffenen helfen. Antworten
Die Absender dieser Kampagne disqualifizieren sich selber. Da stellt sich auch generell die Frage, wieso sollen sich Menschen gegen jemanden einsetzen? Das machen nur Menschen, die selber sehr schwere und unverarbeitete Rucksäcke mit sich tragen. Es gilt diese Blockaden bei sich selber zu lösen, damit jede und jeder mit sich selber im Frieden leben kann und so auch der ganzen Welt hilft. Peace! Antworten
Es ist sehr bedenklich, dass so eine Inseratekampagne es in die Schlagzeilen der CH-Presse schafft ! Beim Leistungszeugnis des amtierenden Bildungsdirektors hätten die "Schreiberlinge" viel mehr Zündstoff . . leider herrscht bei uns im Aargau Zensur !!!! "gäle Sie Herr Wanner . . . was mer mit Gäld alles mache cha !" Wir haben es weit gebracht, darum: "KEINER WÄHLT RAINER" jetzt erst recht. Antworten
Man kann das ja auch ein bisschen weniger todernst sehen - Kein Mensch geht wohl wirklich davon aus, dass die kleinen Kinder wegen Huber heulen oder dass die auch nur im Entferntesten wüssten, worum es geht. Es ist eine deutliche Überzeichnung und jeder Erwachsene kann für sich selbst entscheiden, wie gut oder doof sie oder er das findet. Antworten
Dass im Wahlkampf mit härteren Bandagen gekämpft wird, ist bekannt. Ich bin jedoch schockiert, zu welchen Mitteln gewisse Leute greifen, wenn sie jemanden fertig machen wollen. Offenbar fehlen ihnen stichhaltige Argumente. Als FDP Kantonsrätin bin ich der Überzeugung: Wer zu solch fiesen Mitteln greift, hat nichts verloren in der Politik. Antworten
Solche Machenschaften sind zutiefst undemokratisch und zutiefst unschweizerisch. Die Auftraggeber und die beiden Herren sollten sich schämen! Sie sind eines Volksparlamentes zutiefst unwürdig und tragen keinen Deut für die Erhaltung unsere Kultur bei. Sie schüren Hass und spalten unsere Gesellschaft. Ziehen wir die Konsequenzen bei den Grossratswahlen vom 8. März! Antworten
Wie furchtbar dumm muss man sein, ungefragt Bilder zu benutzen, die einem Copyright unterliegen. Dazu frag ich mich, wer die Inserat *konzipiert* hat, man kann die ganze Sache auch anders (wenn auch populistisch) rüberbringen. Einfach nur unterste Schublade... Antworten
Geradezu bedenklich scheint mir darüber hinaus, dass ein solches Inserat die internen Kontrollen der publizierenden Zeitung passiert. Ich frage mich, ob ein Tagesanzeiger oder eine NZZ ein solches Inserat eines anonymen Komitees überhaupt publizieren würden? Antworten
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Robert Deubelbeiss
Die die sich hier mockieren über die Form dieser Kampagne: Was daran ist "unter der Gürtellinie" oder wirklich problematisch? Was ist hier "unter der Gürtellinie" oder wirklich problematisch? Fact: Es entspricht einfach nur nicht EUREM Gedankengut, denn nur das Eigene ist richtig, stimmt's? Huber's Kleeblatt ist nun einmal tatsächlich zum Schreien, da passt dieses Inserat einfach PERFEKT. Antworten