Schweiz
«Ein bisschen schlecht fühlen wir uns schon wegen der Muslime»
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Ab vom Schuss
Die Gemeinde gehört zu den abgelegensten Orten des nördlichen Juras. Sie ist nur durch eine Stichstrasse zu erreichen, die von der schmalen Gemeindestrasse zwischen Corcelles und Vermes abzweigt. Seehof ist nicht an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. (Quelle: Wikipedia)
Das Ja zur Anti-Minarett-Initiative bewegt nicht nur die hiesige Politik, sondern auch das Ausland nachhaltig. Jeden Tag schreiben Zeitungen in allen Ländern über die umstrittene Volksabstimmung. Jüngst hat die «Welt» das kleine Dorf Seehof (Vormals: Elay) im Berner Jura zum Thema gemacht. Im Ort haben 96 Prozent für das Minarettverbot gestimmt. «Wenn man in der Schweiz lebt, sollte man sich anpassen,» wird der Bürgermeister Arthur Bongni zitiert. Die deutsche Zeitung schreibt, die Seehofer seien zufrieden, aber etwas erschrocken über die Deutlichkeit des Ergebnisses.
In dem Dorf, in welchem nicht einmal ein Bus und auch kein Zug hält, gibt es keine Muslime. Von den 50 Wahlberechtigten haben die Hälfte den Gang an die Urne angetreten. 24 Personen haben die Initiative angenommen, nur einer hat sie abgelehnt.
Gegen «Sonderregelungen»
Die «Welt» hat errechnet, dass zwischen Seehof und dem nächsten Minarett genau 50 Kilometer liegen. In der Schweiz gibt es nur ein Dorf, dass sich noch deutlicher für das Minarettverbot ausgesprochen hat: Ein Rekordergebnis von 100 Prozent Ja wurde aus Pigniu in der Surselva GR gemeldet - alle 9 Stimmenden stimmten zu.
Der Bürgermeister von Seehof, Arthur Bongni, bezeichnet die Stimmung in seiner Gemeinde als «Mittel, mittel». «Gut ist, dass die Regierung jetzt was tun muss. Aber ein bisschen schlecht fühlen wir uns schon wegen der Muslime. Man will ja Leuten nichts, die ihre Arbeit korrekt machen.» Die Seehofer seien nicht gegen Minarette oder Muslime, sondern gegen «Sonderregelungen», sagt Bongni.
Aber vor allem seien die Leute hier wütend auf die Regierung, die – statt die direkte Demokratie zu erläutern – sich dauernd entschuldige. Erst bei Ghadhafi und jetzt für die Abstimmung. (bru)
Erstellt: 09.12.2009, 10:10 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




