Schweiz

Europa-Professor stürmt aus der «Arena»

Aktualisiert am 05.03.2016 376 Kommentare

Die gestrige Politdebatte im Schweizer Fernsehen hatte es in sich: Europarecht-Experte Dieter Freiburghaus verliess vor Ärger das Studio – kam aber wieder zurück.

Packte seine Sachen und zog von dannen: Ein erzürnter Dieter Freiburghaus. (Video: SRF)


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Eine emotionale Debatte war gestern in der «Arena» im Schweizer Fernsehen vorprogrammiert: Unter Leitung von Moderator Jonas Projer stritten Luzi Stamm (SVP), Philipp Müller (FDP), Flavia Kleiner (Operation Libero) und Eric Nussbaumer (SP) in der Sendung über die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative der SVP.

Gleichentags hatte der Bundesrat der Öffentlichkeit seine Europa-Strategie präsentiert und die Erweiterung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien angekündigt.

Professor verlässt entnervt das Studio

Während Luzi Stamm als einziger SVP-Vertreter von allen Seiten unter Beschuss kam, aber stets die Fassung wahrte, sah der geladene Studio-Experte Dieter Freiburghaus rot: Nach einem Streit mit FDP-Chef Philipp Müller über Kontingente und die Schutzklausel geriet der bekannte Europarechtler dermassen in Rage, dass er kurzerhand seine Bücher zusammenpackte und die Sendung verliess.

«Diskussionsverweigerung», rief Müller aus und fragte perplex: «Bin ich jetzt schuld, dass er gegangen ist?» Lässig reagierte Moderator Projer: «Ich stelle fest, dass einer meiner hochgeschätzten Gäste unzufrieden war mit dem Diskussionsverlauf. Ich hoffe, dass er von ausserhalb des Studios zuhört, ich hoffe dass die Regie ihn dazu bringt, zurückzukehren.» Man werde unterdessen mit den anwesenden Gästen weiterdiskutieren.

Rückkehr und vorzeitiger Abgang

Freiburghaus kehrte wenig später tatsächlich zurück, war aber sichtlich genervt. Ganz bis zum Schluss hielt er es nicht aus: Als ihm Projer nach der Sendung die Hand schütteln wollte, hatte sich Freiburghaus schon aus dem Staub gemacht.

Projer kommentierte nach der Sendung gegenüber SRF News: «Das war ein sehr aussergewöhnlicher Moment.» Er habe sich riesig gefreut, dass Dieter Freiburghaus zurück ins Studio gekommen sei. «Wir brauchen eine Europadebatte, in der heftig gestritten wird, aber alle mitreden.»

(Bearbeitet und übernommen von «20 Minuten».) (thu)

Erstellt: 05.03.2016, 11:51 Uhr

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376 Kommentare

Denise Wüthrich

05.03.2016, 12:47 Uhr
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Unerträglich was in dieser Arena ausgesagt wurde. Wünsche Frau Kleiner in Zukunft alles Gute in einer Schweiz zwischen vielen verschiedenen Fähnli zwischen Kopfsalat und Radiesli in Schrebergärten!!! Diese Person gehört nicht in eine solche Sendung, wobei von dem EU-Sympathisantt Herr Freibughaus etwas mehr Anstand zu erwarten wäre. Es ist echt besorgniserregend sich vorzustellen, dass solche Personen in unserem Land etwas zu sagen haben!!! Quo Vadis liebe Schweiz???? Antworten


Beatrice Meyer

05.03.2016, 12:24 Uhr
Melden 875 Empfehlung 49

Ich verstehe die Aufregung!
"Die EU wird nicht verhandeln, die EU wird niemals darauf einsteigen, der Personenfreizügigkeit ist der heilige Gral der EU" sagt Herr Freiburghaus. Ja, was ist das für ein Partner, der sich nicht auf eine Verhandlung einlässt? Das ist kein Partner, sondern ein Diktator.
Das ist in der Tat zu Davonlaufen!
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