Schweiz

Fall Nagra weitet sich aus

Aktualisiert am 13.10.2012 14 Kommentare

Der Bundesanwalt klärt ab, ob der Vizedirektor des Bundesamts für Energie eine Amtsgeheimnisverletzung begangen hat. Nagra-Chef Thomas Ernst entschuldigt sich für die «unsensible» Darstellung im Dokument.

Keiner will den radioaktiven Abfall: Zwischenlager in Würenlingen.

Keiner will den radioaktiven Abfall: Zwischenlager in Würenlingen.
Bild: Keystone

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Der Fall um das vertrauliche Papier der Nationalen Genossenschaft zur Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) weitet sich aus: Bundesanwalt Michael Lauber klärt ab, ob der Vizedirektor des Bundesamts für Energie (BFE) eine Amtsgeheimnisverletzung begangen und Informationen aus einer Arbeitsgruppe an die Nagra weitergegeben hat.

«Ja, wir untersuchen den Gesamtzusammenhang», bestätigt Lauber gegenüber der «SonntagsZeitung». Um gegen Chefbeamte zu ermitteln, braucht er eine Ermächtigung des Justizdepartements. Diese wird laut Lauber aber nur bei kleinen Fällen verweigert.

«Geschirr zerschlagen»

Das Nagra-Dokument hatte die «SonntagsZeitung» publik gemacht. Es benennt in einem Bohrplan zwei Orte für Atomabfälle, obschon zurzeit sechs mögliche Lagerstätten untersucht werden. Das BFE verteidigt die Weitergabe der Information: «Die Arbeiten der Arbeitsgruppe unterliegen keiner besonderen Vertraulichkeitsregelung», sagt Sprecherin Marianne Zünd.

Nagra-Chef Thomas Ernst weist den Vorwurf der Nähe zum BFE im Interview mit der «SonntagsZeitung» zurück. Es gäbe noch andere Akteure. «Zu konkreten Fachfragen herrscht ein enger, intensiver Dialog.» Ernst entschuldigt sich für die «ungeschickte und unsensible» Darstellung im internen Dokument: «Es tut mir leid, dass Geschirr zerschlagen worden ist.»

Erstellt: 13.10.2012, 23:25 Uhr

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14 Kommentare

Alfred Kuster

13.10.2012, 23:36 Uhr
Melden 123 Empfehlung 28

Das grosse Problem war also das Informationsleck und nicht der Umstand, dass der Inhalt der Dokumente einmal mehr aufzeigen, dass unser AKW Regulierungs- und Überwachungssystem nicht funktioniert (Nagra, ENSI, UVEK, Betreiber, PSI, KNS, etc)? In Fukushima würde man sich heute wünschen, dass man die Zeichen der Zeit ein paar Jahre früher bemerkt hätte! Hoffentlich sind wir dazu in der Lage... Antworten


Daniel Elsener

14.10.2012, 00:59 Uhr
Melden 53 Empfehlung 14

Das scheinbare interne "Geheimpapier" AN 11-711 , Explorationsplanung(alle Tätigkeiten, die mit der Erkundung von Lagerstätten zusammenhängen), ist gar nicht klassifiziert, einzig auf der Seite 13 des Foliensatzes erscheint ein vertraulich, da es eben genau zu solchen Missverständnissen führen kann.Für mich ist das interne Papier der Nagra völlig nachvollziehbar. Antworten



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