Zahlreiche Nebenwirkungen bei Schweinegrippe-Impfung

197 Meldungen zu unerwünschten Nebenwirkungen nach der Schweinegrippeimpfung sind bis Ende November bei Swissmedic eingegangen. Auch ein Todesfall wird untersucht.

Blutdruckabfall, Fieber, Schüttelfrost: Nicht alle vertragen die Impfung gegen Schweinegrippe.

Blutdruckabfall, Fieber, Schüttelfrost: Nicht alle vertragen die Impfung gegen Schweinegrippe.
Bild: Keystone

169 Meldungen betreffen den Impfstoff Pandemrix, 25 Focetria und 3 Celtura, wie dem «Pandemie Portal» des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic zu entnehmen ist. Das Heilmittelinstitut hat das Portal im November eigens für die Erfassung von unerwünschten Nebenwirkungen eingerichtet und die Ärzte angehalten, ihre Meldungen einzutragen.

Dass die meisten Meldungen Pandemrix beträfen, heisse aber nicht, dass dieser Impfstoff am schlechtesten verträglich sei, betonte Swissmedic-Sprecher Joachim Gross auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Er werde einfach am häufigsten eingesetzt.

Plausible Rückschlüsse von den Nebenwirkungen auf die Impfstoffe seien erst möglich, wenn die Anzahl geimpfter Personen bekannt sei. Erste Zahlen hierzu dürften voraussichtlich Mitte Januar vorliegen, wie am Montag beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu erfahren war. Die Abrechnungen der Impfhandlungen des letzten Quartals müssen bis Ende Jahr eingereicht werden.

Erwartete und unerwartete Reaktionen

44 Meldungen verbucht Swissmedic auf dem Portal unter «schwerwiegende und erwartete Reaktionen». Das bedeutet, dass die Nebenwirkungen in der Fachinformation des Impfstoffes erwähnt sind. Meist sind das allergische Reaktionen wie Blutdruckabfall oder Fieber und Schüttelfrost.

«Schwerwiegende und unerwartete Reaktionen» verzeichnet das Portal 28. Rund die Hälfte davon, darunter kurzzeitige Ohnmacht, wurden laut Swissmedic nicht durch die Impfung verursacht.

In zwei Fällen kam es nach der Impfung mit Focetria zu einer Totgeburt. In einem Fall habe die Ursache bei «vorbestehenden chronischen Risikofaktoren» gelegen, schreibt Swissmedic. Ein «causaler Zusammenhang» mit der Impfung sei somit ausgeschlossen. Der zweite Fall ist noch in Abklärung.

Fünf Todesfälle nach Impfung

Fünf Todesfälle wurden dem Institut nach der Impfung gemeldet. Bei vier Personen wurde Pandemrix gespritzt, im 5. Fall wurde der Impfstoff nicht angegeben. Eine Person war über 80, drei über 70 und eine über 60 Jahre alt.

Vier von ihnen litten an schweren chronischen Erkrankungen. Bei ihnen kann ein Zusammenhang mit der Impfung laut Swissmedic ausgeschlossen werden. Der 5. Todesfall betrifft den über 80 Jahre alten Patienten und wird zur Zeit abgeklärt. An der Schweinegrippe selber sind in der Schweiz bisher sieben Personen gestorben.

Die über das Portal gesammelten Daten werden mit jenen der Weltgesundheitsorganisation WHO abgeglichen, wie Gross ausführte. Dabei gehe es insbesondere darum, mehr Erfahrungen mit den Wirkungen der Impfstoffe auf den Körper zu sammeln. «Durch die schnelle Produktion und die schnelle Zulassung konnten nicht alle Nebenwirkungen abgeklärt werden. Deshalb ist eine Marktüberwachung nun umso wichtiger.»

Nach Abschluss der Impfaktion wird eine Endauswertung gemacht. Für die Schweiz dürften die Verantwortlichen aller Voraussicht nach aber nicht mit einem allzu grossen Datensatz rechnen können. Bei einer Umfrage des BAG zwischen dem 9. und dem 24. November gaben gerade mal 12 Prozent an, sich impfen zu lassen. (sam/sda)

Erstellt: 07.12.2009, 19:36 Uhr


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