Schweiz

Raketen-Debakel: Blattmann wusste davon, Parmelin nicht

Aktualisiert am 23.03.2016 97 Kommentare

Die unter Armeechef Blattmann ausgewählten Flugabwehr-Systeme sind laut internen Dokumenten untauglich. VBS-Chef Parmelin zog die Reissleine, Blattmann muss gehen.

Überblick verloren: Bundesrat Guy Parmelin mit André Blattmann an der heutigen Pressekonferenz. (23.März 2016)

Überblick verloren: Bundesrat Guy Parmelin mit André Blattmann an der heutigen Pressekonferenz. (23.März 2016)
Bild: Lukas Lehmann/Keystone

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Bundesrat Guy Parmelin stoppt ein fragwürdiges Waffenbeschaffungsprojekt: Gemäss einem Bericht der «Rundschau» haben Top Kader der Armee sich für zwei Lenkwaffen entschieden, welche zwingende Kriterien nicht erfüllt haben.

Verantwortlich für das Projekt sei Luftwaffen-Chef Aldo Schellenberg gewesen. Er habe jeweils Armeechef André Blattmann Bericht erstattet. Guy Parmelin hingegen sei über das Waffenprojekt nicht ausreichend informiert worden.

Am Montag habe die «Rundschau» das VBS mit ihren Recherchen konfrontiert. Daraufhin seien gestern Rüstungschef Martin Sonderegger, Armeechef André Blattmann und Luftwaffenchef Aldo Schellenberg zu Bundesrat Parmelin berufen worden. Am Nachmittag folgte dann die Medienmitteilung, dass das Projekt sistiert werde. Heute nun der Knall: Armeechef Blattmann tritt ab.

Grund für Blattmanns Kündigung?

Die Flugabwehr-Raketensysteme hätten laut Sitzungsprotokollen, die der «Rundschau» vorliegen, zwingende Bedingungen nicht erfüllt. Trotzdem habe sich die Projektaufsicht unter Luftwaffen-Chef Schellenberg dafür entschieden, Armeechef Blattmann sei informiert gewesen. Die Vermutung liegt nahe, dass der Fehlentscheid des Kaders der Grund für André Blattmanns Rücktritt ist.

Guy Parmelin betonte aber, dass es keinen Zusammenhang mit dem Projekt gebe. «Manchmal gibt es Terminkollisionen, wir haben seit Januar über den Rücktritt diskutiert», sagt Parmelin zur «Rundschau». (kat)

Erstellt: 23.03.2016, 20:47 Uhr

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97 Kommentare

Monique Schweizer

23.03.2016, 21:48 Uhr
Melden 256 Empfehlung 57

Untaugliche Flugabwehr-Systeme, das Gripen-Debakel, verschwundene Panzer, vergoldete Uralt-Duros, gerade mal 1070 Mann einsatzbereit innert 48 Stunden, bekiffte und verkokste Soldaten am WEF..etc. etc.
.
Die Liste der Peinlichkeiten unserer "besten Armee" der Welt hört nicht mehr auf --- und dabei haben doch die Dauerbesserwisser und "Alleskönner" von der SVP dort seit x Jahren das sagen!!
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Heiner Schäublin

23.03.2016, 21:56 Uhr
Melden 212 Empfehlung 53

Das Hässliche daran: Unter Maurer unbestritten, unter Parmelin abgesetzt. Nun: Maurer hat das Departement gewechselt. Es wird also nicht lange dauern, und wir haben das beste Finanzdepartement der Welt (und soll mir keiner kommen und behaupten, das sei die Schuld der Linken). Antworten