Geplatzter Doppelrücktritt

Aktualisiert am 11.07.2010 32 Kommentare

Nach dem Rücktritt von Moritz Leuenberger steht Hans-Rudolf Merz im Schilf. Anscheinend liess Leuenberger einen geplanten Doppelrücktritt platzen.

Wollten ihre Rücktritte anscheinend koordinieren: Hans-Rudolf Merz und Moritz Leuenberger (rechts, von hinten).

Wollten ihre Rücktritte anscheinend koordinieren: Hans-Rudolf Merz und Moritz Leuenberger (rechts, von hinten).
Bild: Keystone

Die Spekulationen um den Rücktritt von Hans-Rudolf Merz nehmen eine neue Wendung. In ihrer heutigen Ausgabe berichtet die «NZZ am Sonntag», der Finanzminister habe seinen Rücktritt tatsächlich für dieses Jahr geplant. Gut informierte Quellen hätten dies bestätigt. Mehr noch: Merz habe mit Moritz Leuenberger mehrere Gespräche über einen möglichen Doppelrücktritt geführt. Dies sei nicht zustande gekommen, da die Gespräche zwischen den beiden im Frühling abgebrochen wurden.

Als Leuenberger seinen Rücktritt am Freitag angekündigt habe, sei Merz offensichtlich überrascht worden. Wie sein Sprecher Roland Meier sagte, sei Merz erst am Freitagmorgen von Leuenberger telefonisch informiert worden.

Moritz Leuenbergers Rücktritt rückt in ein neues Licht

Weiter wird berichtet, dass die Information über die Gespräche zwischen Merz und Leuenberger den überraschenden Abgang vom Freitag in ein neues Licht rücke. Die Frage, die sich stelle, sei warum sich Leuenberger dem Gespräch mit Merz entzogen habe – obwohl er wusste, dass Merz auch zurücktreten will. Er habe sich vermutlich einfach nicht von Merz den Rücktrittsfahrplan diktieren lassen wollen.

Dass Leuenberger seinen Rücktritt ein halbes Jahr im voraus erklärt habe, könne möglicherweise auch damit erklärt werden, dass er sonst um seinen letzten grossen Auftritt auf der internationalen Bühne gebracht worden wäre: der Weltklima-Konferenz in Cancun.

Zwei ganze Sessionen könnten verloren gehen

Falls Merz jetzt seinen Rücktritt, wie anscheinend geplant, per Ende August ankündigt, könnte die Ersatzwahl für ihn bereits in der Herbst-Session stattfinden. Da Leuenberger erst Ende Jahr zurücktrete, könne seine Nachfolge jedoch erst am 8. Dezember geregelt werden. So wolle es das Parlamentsgesetz. Damit würden für die Sachpolitik wohl zwei ganze Sessionen für die Sachpolitik verloren gehen.

(mt)

Erstellt: 11.07.2010, 13:32 Uhr

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32 Kommentare

Peter Pfrunder

12.07.2010, 09:15 Uhr
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Herr Büchi:Immer auf der SVP herumzutrampen bringt doch nichts!So werden die Probleme im BR nie gelöst! Vielleicht haben Sie nicht mitbekommen,wie das ganze Affentheater um die Abwahl des wohl besten BR CB von Hämmerle (SP), Lang (Grüne), Wyss usw. unter Mitwirkung von Frau BR EWS abgelaufen ist.Damit hat doch die ganze Misere begonnen.Die Abwahl von BR CB hat die Qualität des BR nicht verbessert! Antworten


Alain Mohler

12.07.2010, 10:45 Uhr
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Bei diesem Rückenschuss an Herrn von BR Leuenberger sieht man wie sozial und kollegial die Sozialen wirklich sind. Herr Leuenberger war auch der Drahtzieher bei der Rücktrittshetze gegen Frau BR E. Kopp. Aber die Presse feiert in als gestandenen Politiker. Antworten



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