Schweiz
Gesponserte Uhr vor SF-Nachrichten muss weg
Von Maurice Thiriet. Aktualisiert am 17.07.2009 3 Kommentare
Die Uhr des Anstosses: Sponsoring vor der Sendung 10 vor 10.
Sie heisst in der Amtssprache die «gesponserte Uhr». Sie taucht im Abendprogramm des Schweizer Fernsehens (SF) vor «Schweiz Aktuell», «Tagesschau» und «10–vor–10» auf sowie im Westschweizer und Tessiner Fernsehen. Seit 1992 ist die «gesponserte Uhr» als eigenständige Sendung mit sich im 10-Sekunden-Takt wiederholenden Werbefilmchen von Sponsoren versehen und verkürzt als Programmpuffer die Wartezeit bis zu den Nachrichten.
Damit soll nun Schluss sein, wie aus einem Aufsichtsentscheid des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) von Mitte Juni hervorgeht. Der Zuschauer nähme die Auftraggeber der Billboards nicht als Sponsoren der «Kürzestsendung Uhr» wahr, sondern als Sponsor der nachfolgenden News-Sendung, die gar nicht gesponsert werden darf. Dies räumte auch SF ein. «Mit der Uhr eröffnet sich für den Sponsor die Möglichkeit, einen Imagetransfer mit einer beliebten Informationssendung von SF herbeizuführen», hiess es bisweilen auf der SF-Homepage.
Zweiter Angriff auf Uhrensponsoring
Diese Passage ist nun zwar offline, doch die gesponserte Uhr bleibt im Visier des Bakom. Nachdem es die gesponserte Uhr bereits 1997 erfolglos abzuschaffen suchte, präsentiere sich die Situation mit den neuen Sponsoring-Richtlinien nun anders, sagt Medienjurist Samuel Mumenthaler vom Bakom: «Die Bestimmungen sind im Bereich der Kürzestsendungen rigoroser und seit Ablauf einer Übergangsfrist verbindlich.» Doch bei Gesprächen zwischen SRG-Juristen und dem Bakom über die gesetzeskonforme Umsetzung der gesponserten TV-Uhr sei es zu keiner Einigung gekommen.
«Das ist richtig», sagt SRG-Sprecher Max Gurtner und macht klar, dass die SRG den Entscheid des Bakom nicht akzeptiert. Ginge es nach dem Bakom, sähe die gesponserte Uhr bald so oder ähnlich aus: Nennung des Sponsors im Standbild, dann die nackte Digitaluhr und zum Abschluss noch einmal die Nennung des Sponsors im Standbild. Das will die SRG verhindern. «Das Bakom nimmt nun das neue RTVG zum Anlass, das Uhrensponsoring wieder infrage zu stellen. Aus unserer Sicht gibt es keinen Anlass zur Änderung der langjährigen Praxis, und wir gelangen deshalb an das Bundesverwaltungsgericht», sagt Gurtner.
«Gesundheit Sprechstunde» gerüffelt
Bereits rechtskräftig ist ein Aufsichtsentscheid des Bakom zu unerlaubter Werbung von Sponsoren in der Sendung «Gesundheit Sprechstunde» von Ringier TV. Die Sponsoren Europapark und Schulthess-Klinik haben laut Bakom verbotene werbliche Auftritte in drei Sendungen erhalten. Zudem wurde in einer Sendung der Auftritt einer Maske gegen Schlafapnoe des Sponsors Resmed beanstandet. Im Gegensatz zu einer Verurteilung vor vier Jahren wegen Sponsoring-Unregelmässigkeiten hat das Bakom in den aktuellen Fällen keine Geldstrafen verfügt. Laut Fibo Deutsch von Ringier TV, «aus Gründen der Verhältnismässigkeit». (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.07.2009, 09:27 Uhr
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3 Kommentare
Nicht die Uhr sondern BAKOM sollte weg. Diese Uhr stört nun wirklich nicht und bringt SFDRS Geld und uns, hoffentlich tiefere Gebühren. Bei den überhöhten Telephon- und anderen Kommunikationsgebühren schweigt BAKOM, auch beim ex Monopolisten Swisscom sowie beim Antennbau (Aufstellorte) usw. gäbe es genügend offene Aufgaben für BAKOM. Antworten
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