Gewerkschaft Syna will das bedingungslose Grundeinkommen

Geht es nach der Syna, sollen künftig alle Bürger ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten. Die Delegierten der Allbranchen-Gewerkschaft sehen in diesem Modell ein wichtiges Kriseninstrument.

Ob Detailhandelsangestellte oder Banker: Alle Lohnempfänger sollen das gleiche Grundpolster erhalten.

Ob Detailhandelsangestellte oder Banker: Alle Lohnempfänger sollen das gleiche Grundpolster erhalten.

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Alle Bürgerinnen und Bürger sollen in Zukunft die Garantie haben, ein minimales Grundeinkommen zu erhalten: Die Delegierten der Gewerkschaft Syna haben am Samstag an ihrem Kongress in St. Gallen mit 143 zu 102 Stimmen eine entsprechende Resolution verabschiedet.

Die Syna-Delegierten fordern mit ihrer Resolution eine neue, visionäre Sichtweise. War die gewerkschaftliche Tätigkeit bisher vor allem auf die Lohnempfängerinnen und -empfänger ausgerichtet, brauche es heute angesichts der weltweiten Destabilisierung der Arbeitsverhältnisse neue Strategien, heisst es im Syna-Papier.

Arbeit ohne Zwang

Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) wird von der Gewerkschaft Syna als Chance gesehen, dass Arbeitnehmende ohne Zwang eine sinnvolle Arbeit aufnehmen können. Mit der Einführung des BGE würden zudem Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt verstärkt.

Einfache oder bisher schlecht bezahlte Arbeiten müssten aufgrund des von der Syna postulierten BGE zwangsläufig besser bezahlt werden, heisst es. Das BGE schaffe Einkommenssicherheit und sei repressionsfrei; es sei ein Kriseninstrument, das Ängste abbaue, Kreativität fördere.

Syna in Kritik geraten

Die Allbranchen-Gewerkschaft Syna zählt rund 65'000 Mitglieder. Die Sendung «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens SF berichtete am Donnerstag, dass die Syna jährlich eine Million Franken Verlust schreibe. Dem entgegnet die Gewerkschaft in einem Communiqué, in den letzten Jahren weise die Syna eine ausgeglichene Rechnung aus.

Zu Verlusten sei es anfänglich bis 2002 gekommen, da nach der Fusion verschiedener Gewerkschaften zur Syna Anlageberichtigungen hätten getätigt werden müssen, und weil die Fusionspartner sich gegenüber den Angestellten verpflichtet hätten, keine fusionsbedingten Kündigungen auszusprechen, schreibt die Syna.

«10 vor 10» kritisierte auch, die Syna gehe schlecht mit ihrem eigenen Personal um. So habe die Gewerkschaft an verschiedene ehemalige Mitarbeiter, denen sie zum Teil fristlos gekündigt hatte, nach Klagen ungefähr 100'000 Franken Lohn nachzahlen müssen.

Sandra Leis, Kommunikationschefin der Syna, sagte am Rande des Kongresses in St. Gallen zur Nachrichtenagentur SDA, die Lohnnachzahlungen würden acht ehemalige Mitarbeiter betreffen - und relativierte die Geschichte: «In einem Zeitraum von acht Jahren». (mrs/sda)

(Erstellt: 30.10.2010, 16:30 Uhr)

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