HIV-Infizierte leben fast so lange wie Gesunde

HIV-Kranke in der Schweiz leben dank modernen Medikamenten immer länger. Trotz verbesserter Chancen auf ein längeres Leben gibt es keinen Grund zur Entwarnung.

Patienten mit HIV hätten heute eine fast normale Lebenserwartung, teilt die Schweizerische Gesellschaft für Innere Medizin (SGIM) mit. Dies zeige die seit 1998 laufende Langzeitstudie «Swiss HIV Cohort Study».

«Ein 20-Jähriger mit einer HIV-Infektion profitiert heute dank modernster antiretroviraler Therapien im Idealfall von einer Lebensverlängerung von über 40 Jahren», wurde Professor Manuel Battegay vom Basler Universitätsspital in der Mitteilung zitiert.

In der Schweiz gibt es 20'000 HIV-Infizierte

Battegay hatte an der Jahresversammlung der Internisten in Basel die aktuellen Daten der Schweizer HIV-Kohortenstudie präsentiert. Im Rahmen dieser Kohorte werden derzeit 7300 HIV-Infizierte im Alter von 16 bis 82 Jahren betreut. Die grösste Zunahme bei den Teilnehmern der HIV-Kohorte habe man in den letzten Jahren bei der Gruppe der 41- bis 50-Jährigen registriert, sagte der Infektiolge.

In der Schweiz leben laut SGIM derzeit rund 20'000 Menschen mit HIV. Allein im vergangenen Jahr infizierten sich laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz 766 Personen neu mit dem Immunschwäche-Virus, wobei das Durchschnittsalter gemäss SGIM bei 35 Jahren lag.

Kein Grund zur Entwarnung

Eine zusehends einflussreichere Rolle bezüglich der Lebenserwartung bei stabil alternden HIV-Patienten spielen laut Battegay andere Erkrankungen wie Tumore oder Hepatitis-Infektionen sowie Interaktionen zwischen den hierfür erforderlichen Medikamenten und der Anti-HIV-Therapie.

Hinzu komme, dass HIV ein wichtiger Risikofaktor für Herzkreislauf-Krankheiten sei, so wie dies hohe Cholesterinwerte, Rauchen und Diabetes auch seien, sagte Battegay. Trotz verbesserter Chancen auf ein längeres Leben mit HIV gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Die Prävention von HIV müsse zentral bleiben. (bru/ap)

Erstellt: 15.05.2009, 14:28 Uhr

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8 KOMMENTARE

Hugo Reichmuth

16.05.2009, 20:32 Uhr

@ Martin Ebnoether: HIV-Ansteckung ist nicht mehr gleichbedeutend mit langem Siechtum und sicherem Tod. Das ist das Problem. Die HIV-Prävention/Bekämpfung ist ein Opfer ihres eigenen Erfolges geworden. Aber das kann man überall feststellen. Sinkt das Todesrisiko, werden viele wieder übermütig. Das ist ein Naturgesetz.


Hugo Ferrari

16.05.2009, 17:39 Uhr

Momentan spricht man praktisch nur vom Sparen im Gesundheitsbereich. Was kosten diese 20'000 Aids-Patienten pro Jahr? Wie viel kostet ein Neuinfizierter pro Jahr?


sonja taland

16.05.2009, 16:38 Uhr

jeder 2 Asylant aus Afrika ist HIV positiv, und kostet dem CH Gesundheitsystem pro jahr an die 250.000, alles von der Fuersorge bezahlt. das sind die effektiven hohen kosten, und wenn er dann als anerkannter Fluechtling seine Familie nachziehen kann, haben wir weitere HIV Faelle..........die Asylanten kosten uns 7 milliarden pro jahr an gesundheitskosten. quo vadis? i


Pascal Landolt

16.05.2009, 07:39 Uhr

Merkwürdiges Virus. Inkubationszeit irgendwo zwischen ein paar Tagen und einigen Jahrzehnten. Im menschlichen Körper kann es nach wie vor nicht nachgewiesen werden. Und zu einem positiven HIV-Antikörper-Test kann es auch unter anderen Umständen kommen. Vielleicht wird es Zeit, dass wir die ganze AIDS-Thematik nochmal von vorne aufrollen. (Siehe z.B. http://aids-kritik.de/)


Alain Schwab

15.05.2009, 23:18 Uhr

Na super, man kann's also wieder "ohne" machen. Die Allgemeinheit zahlt's ja - mit 10 bis 15% Krankenkassenprämienanstieg jedes Jahr.


Martin Ebnoether

15.05.2009, 16:18 Uhr

Schoen, dass die Medizin Fortschritte macht. Was mich aber nachdenklich stimmt ist die immer noch hohe Zahl der Neuinfektionen. So weit vom Durchschnittsalter bin ich nicht entfernt, und zumindest bei mir sind die ganzen Praeventionsratschlaege aus den 1980er und 1990er Jahren haengengeblieben. Was laeuft denn also falsch hier?


Athos Staub

15.05.2009, 15:04 Uhr

Dann ist wohl die Zeit gekommen, die vielen Diskriminierungen im Versicherungsbereich aufzuheben!


Ronnie König

15.05.2009, 14:47 Uhr

Es sind nicht nur die Medikamente allein. Auch der Umgang der Gesellschaft mit diesen Kranken hat sich klar verbessert. Dies macht Betroffenen Mut und lässt sie anders in die Zukunft blicken, als noch vor 10 Jahren!



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