Schweiz

Hildebrand und Raggenbass sollen vor Parlamentariern aussagen

Von David Schaffner. Aktualisiert am 05.01.2012 140 Kommentare

Der Nationalbank und ihrem Direktor Philipp Hildebrand ist es nicht gelungen, das volle Vertrauen der Parlamentarier zurückzugewinnen. Politiker fordern eine Verschärfung des SNB-Reglements.

Viele Fragen zu beantworten: Hansueli Raggenbass, Präsident des Bankrats (links), und Philipp Hildebrand während der letztjährigen Generalversammlung der SNB.

Viele Fragen zu beantworten: Hansueli Raggenbass, Präsident des Bankrats (links), und Philipp Hildebrand während der letztjährigen Generalversammlung der SNB.
Bild: Keystone

Pressekonferenz

SNB-Präsident tritt heute um 16 Uhr vor die Medien. baz.ch/Newsnet berichtet live.

«Über derart hohe Transaktionen wird an einem Familientisch normalerweise geredet»: Christoph Mörgeli (SVP). (Bild: Keystone )

«Das SNB-Reglement wird wohl keinen Bestand haben. Es ist unscharf und lässt vieles offen»: Philipp Müller (FDP). (Bild: Keystone )

«Es ist unhaltbar, dass Kashya Hildebrand Transaktionen über das private Konto ihres Mannes ausführt»: Susanne Leutenegger Oberholzer (SP). (Bild: Keystone )

Bildstrecke

Reaktionen zum Fall Hildebrand

Reaktionen zum Fall Hildebrand
Hat Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand die Devisenkäufe selber getätigt? Politiker fordern Aufklärung.

Bildstrecke

Affäre Hildebrand

Affäre Hildebrand
Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, er sei in ein Insidergeschäft involviert oder habe es selber getätigt.

Artikel zum Thema

Stichworte

SwissquoteExklusiver Trading-Partner

[Alt-Text]

Blog

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Viele Politiker begrüssten gestern zwar, dass die Nationalbank und der Bundesrat ihre Prüfungsberichte über die Devisentransaktionen der Hildebrands veröffentlicht haben. Dennoch blieben aus Sicht von Parlamentariern von links bis rechts viele Fragen offen, welche Philipp Hildebrand sowie Bankratspräsident Hansueli Raggenbass bald zu beantworten hätten.

Gelegenheit dazu werden die beiden spätestens am kommenden Montag oder Dienstag haben. Dann tagt die Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrats, welche Hildebrand, Raggenbass sowie Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf zu einer Anhörung eingeladen hat, wie WAK-Präsident und CVP-Chef Christophe Darbellay erklärt. «Widmer-Schlumpf hat bereits zugesagt», so Darbellay weiter. «Hildebrand und Raggenbass müssen ihr Erscheinen noch bestätigen. Ich gehe allerdings davon aus, dass sie uns keine Absage erteilen werden.»

«Lächerliche Erklärung»

Der FDP-Wirtschaftspolitiker Philipp Müller zeigte sich gestern unzufrieden über den Inhalt des SNB-Reglements über Eigengeschäfte der Mitglieder des Direktoriums: «Dieses Reglement wird wohl keinen Bestand haben. Es ist unscharf und lässt vieles offen, was geregelt werden muss.» Ähnlich äussert sich SP-Wirtschaftsexpertin Susanne Leutenegger Oberholzer. Sie wolle das Reglement nun zwar in aller Ruhe mit vergleichbaren Bestimmungen von anderen Notenbanken vergleichen. In einem Ordnungsantrag regt sie die WAK allerdings bereits dazu an, eine Verschärfung des Nationalbankgesetzes zu diskutieren und so zu gewährleisten, dass das SNB-Reglement künftig dem internationalen Standard entspreche. Über das Reglement selbst kann das Parlament nicht verfügen. Es fällt in den Zuständigkeitsbereich des Bankrats. Auch CVP-Politiker Konrad Graber will das Reglement unter die Lupe nehmen. Er ist Präsident der WAK des Ständerats.

Unklarheiten bleiben für viele Politiker auch betreffend der Devisentransaktionen der Hildebrands: «Die Erklärung von Kashya Hildebrand, wonach sie sich bei der Transaktion gut gefühlt habe, ist lächerlich», meint Leutenegger. «Es ist unhaltbar, dass sie Transaktionen im angeblichen Zusammenhang mit ihrer Galerie über das private Konto ihres Mannes ausführt.» Müller sieht einen «gewissen Widerspruch zwischen der Äusserung von Kashya Hildebrand und der Beurteilung desselben Geschäftes durch den Wirtschaftsprüfer PWC».

Gattin hätte eigene Konti gehabt

Überhaupt keine Glaubwürdigkeit haben die Hildebrands für SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli: «Es ist unplausibel, dass Kashya Hildebrand den Dollarkauf ohne das Wissen ihres Mannes getätigt haben soll. Einerseits handelt es sich bei der Summe von 400'000 Franken um rund die Hälfte seines jährlichen Einkommens.» Über eine derart hohe Transaktion werde an einem Familientisch normalerweise geredet. «Andererseits hat sie über ein Konto gehandelt, das allein auf seinen Namen lautet», so Mörgeli weiter. Laut dem PWC-Bericht verfügt Kashya Hildebrand über ihre Galerie über vier Bankkonti sowie als Privatperson über ein weiteres Konto. «Warum hat sie den Kauf nicht über eines dieser Konti getätigt?», fragt Mörgeli.

Unklar blieb gestern, warum SVP-Nationalrat Christoph Blocher den Bundesrat erst im Dezember über den Dollarkauf informierte. Laut einer Mitteilung der Bank Sarasin hat ihn der Datendieb bereits am 11. November über die Transaktionen informiert. Blocher wollte sich gestern nicht zur Affäre äussern. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.01.2012, 21:40 Uhr

140

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

140 Kommentare

Susanne Lüscher

05.01.2012, 11:44 Uhr
Melden 87 Empfehlung

Herr Hildebrand ist ein integrer Mann der sehr gute Arbeitet leistet. Leider ist er ein Dorn im Auge von CB und Co. Mit dem Mail, welches er am Tage nach der Transaktion an den Kundenberater und an seine Frau gesandt hat, erklärt sich eigentlich alles. Wenn PH im Amt bleibt, wird er immer von CB angegriffen werden, von Mal zu Mal perfieder bis er gehen muss. Antworten


rudolf kunz

05.01.2012, 10:53 Uhr
Melden 77 Empfehlung

CB's Ziel war doch, die grosse Oeffentlichkeit und die Medien gegen seinen Feind PH zu mobilisieren, und das ist ihm leider gelungen. Ueber seine eigenen Machenschaften oder ob EMS und Dottikon zu diesem Zeitpunkt auch Devisengeschäfte abgewickelt haben, wird jedoch geschwiegen. Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.