Schweiz
«Holt uns endlich hier raus!»
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Am 4. April wurde der Hamburger Frachter Hansa Stavanger mit 24 Crew-Mitgliedern gekapert. Mehrere Geiseln wurden Medienberichten zufolge inzwischen aufs somalische Festland verschleppt. Ein Ende des Geiseldramas ist weiterhin nicht in Sicht, da die Reederei «Leonhardt & Blumberg» sich bislang nicht mit den Piraten über das Lösegeld einigen konnte. Der 27-jährige Frederik E. aus Niedersachsen ist als Zweiter Offizier an Bord. In den Telefonaten mit seinem Vater Christian schildert er die Angst und das Leiden der Geiseln, die seit vier Monaten um ihr Leben fürchten. Wie die «Hamburger Morgenpost» berichtet, flehen sie: «Holt uns endlich hier raus!»
«Er steht Todesängste aus», sagte Vater Christian dem ARD-Magazin «Panorama». In den wenigen Telefonaten, welche die Piraten zulassen, erzählt sein Sohn von grausamen Scheinhinrichtungen. «Wir mussten uns hinknien, sie verbanden uns die Augen. Dann schossen sie knapp über unsere Köpfe hinweg.» Vater Christian: «Er und die anderen wollen einfach nur nach Hause.»
«Es ist die totale Hölle»
Auch die Ehefrau des Kapitäns, Bozena K., bangt seit Monaten um das Leben ihres Mannes: «Es ist die totale Hölle, ein Albtraum.» Ihr Ehemann ist eines von fünf deutschen Besatzungsmitgliedern an Bord.
Der Kapitän schrieb bereits vor Wochen in einer E-Mail an seine Frau von Misshandlungen und Problemen auf der Hansa Stavanger: «Wir haben kein Wasser, kein Essen, keine Medikamente. Wir können nicht mehr.»
Druck auf Hamburger Reederei steigt
Die deutsche Bundesregierung sieht die Reederei in der Pflicht. Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU) sagte heute auf «MDR Info», der Reeder sei «der Dreh- und Angelpunkt». Die Regierung wolle diesen bei den weiteren Verhandlungen mit den Piraten unterstützen. Diese seien notwendig, da eine gewaltsame Befreiung des Schiffs in einem Blutvergiessen enden würde, sagte Kossendey.
Reeder Frank Leonhardt feilscht um das Lösegeld. Angeblich sollen die Piraten statt 15 Millionen Dollar «nur» noch 2,75 Millionen fordern. Leonhardt, der keinen Kommentar dazu abgeben will, solle jedoch auf 2,5 Millionen Dollar beharren.
200 Seeleute in Gewalt von Piraten
Drei Studenten wollen ihrem Kollegen Frederik E. mit einer Petition helfen. Die Studenten planen nach Angaben der «Nordwest-Zeitung» eine Petition, um den Druck auf die Reederei zu erhöhen. Sie hätten den Eindruck, dass dort noch nicht alles getan werde, um die Verhandlungen mit den Piraten erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Bislang seien über 500 Unterschriften gesammelt worden. Sie sollen am 4. August, genau vier Monate nach der Entführung, übergeben werden.
Insgesamt haben somalische Piraten derzeit ein gutes Dutzend Schiffe mit mehr als 200 Seeleuten in ihrer Gewalt. Die derzeit von der Türkei geleitete multinationale Marine-Einheit CTF 151 warnte am Montag vor einer Zunahme der Piratenüberfälle in den nächsten Wochen. Nach dem Ende der Monsunsaison sei mit einer steigenden Zahl an Angriffen zu rechnen, hiess es in der von der fünften US-Flotte im bahrainischen Manama verbreiteten Erklärung. Trotz des jüngsten Rückgangs der Attacken müssten die Seeleute daher wachsam bleiben. (bru)
Erstellt: 28.07.2009, 13:49 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





