Schweiz

«Ich bedaure den Fall ausserordentlich»

Der Leiter des Forschungsinstituts Gfs Bern, Claude Longchamp, antwortet erstmals auf die Kritik an den Umfragen im Vorfeld der Abstimmung über die Minarett-Initiative.

«Wir arbeiten ‹state of the art›»: Claude Longchamp.

«Wir arbeiten ‹state of the art›»: Claude Longchamp.
Bild: Keystone

Er und sein Institut bedauerten den Fall ausserordentlich, sagte der Politologe in einem Interview der «Neuen Zürcher Zeitung» zur grossen Abweichung zwischen Umfrageergebnis und Abstimmungsresultat. Sowohl die eigene wie auch eine unabhängige Analyse zeigten aber, dass es keine sichtbaren methodischen Fehler gebe.

Die Untersuchungen widerlegten auch, dass die nicht erreichbaren Handy-Nummern bei der telefonischen Umfrage eine Erklärung sein könnten. «Wir arbeiten gemäss ‹state of the art›», sagte Longchamp. Zur Vermutung, dass in den Umfragen Gefälligkeitsantworten erteilt werden, sagte der Institutsleiter, es gehe dabei nicht einfach um Lügen, wie man das unmittelbar nach der Abstimmung vermutet habe.

Es gehe vielmehr um ein komplexes, in Bezug auf Abstimmungen noch kaum untersuchtes Phänomen, sagte Longchamp und sprach von einer Entscheidfindungs-Ambivalenz. Was die Offenlegung der Datensätze aus den Umfragen im Auftrag der SRG betrifft, sagte er: «Wir arbeiten im Moment an den Modalitäten hierzu.» Longchamp selber will bei den Hochrechnungen über die Abstimmungen vom 7. März wieder in den SRG-Medien auftreten. (sam/ddp/)

Erstellt: 26.01.2010, 10:08 Uhr

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18 Kommentare

René Müller

26.01.2010, 17:03 Uhr
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Umfragen sind fraglich. Es gibt eine Partei, die rät ihren Mitgliedern extra falsche Antworten zu geben, damit die Basis Angst bekommt, und so ev. zu einem Urnengang zu bewegen ist. Umfrageresultate sind wie Statistiken. Glaub nur der Statistik , die du selbst gefälscht hast. Der Medieneinfluss im Schlussspurt darf nicht vergessen werden. In der ARENA, wer versteht die Manipulation besser? Antworten


Markus Neuhaus

26.01.2010, 15:36 Uhr
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Die Abstimmung ist die Umfrage; basta. Schon länger wird versucht die Abstimmungsergebnisse zu manipulieren indem wahrscheinliche Ergebnisse unterstellt werden um die verunsicherten, blöden Konsumenten zu manipulieren. Die Harmoniesüchtigen mit den alltäglichen Katastrophenmeldungen zwischen den Werbeblöcken lernten nie frei denken und sind manipulierbarer denn je. Weg mit den Vor- Umfragen. Antworten


Georg Maier

26.01.2010, 14:53 Uhr
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Die Demokratie braucht ein amtliches Wahlresultat. Nicht mehr und nicht weniger! Antworten


Ljudmila Litvinova

26.01.2010, 14:21 Uhr
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Jetzt dreschen alle auf Longchamp ein und die SRG lässt ihn fallen. Bisher hielt er die Umfragen-Datensätze geheim, das soll sich nun ändern. Die Umfrage ergab nämlich nicht 37% Ja, 53% Nein und 10% Unentschlossene, sondern nach wahlprognosen-info.de 63% Unschlüssige. Nur 15% waren bestimmt dafür und 32% bestimmt dagegen. Diese 63% haben ihm und dem SF einen Strich durch die Rechnung gemacht. Antworten


peter Müller

26.01.2010, 13:57 Uhr
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Die Schweiz braucht keine so schwachen Meinungsforscher Firmen! Aber eben, dies ist nur möglich bei einem Zwangsfernsehen wie der SRG.... Mein Enkel, ist 10-jährig, könnte Herr Claude Longchamp.sicher helfen. Schlimmer käme es sicher nicht heraus! Antworten


Ulrich Scheidegger

26.01.2010, 13:43 Uhr
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@ Beat Keller -Sie haben es richtig erkannt. Wenn in einer solchen Umfrage auch noch persönliche Dinge hinterfragt werden ist das natürlich eine Verletzung der persönlichen Spähre. Aus der Umfrage aussteigen -ohne weiteren Antworten zu geben -ist die ehrliche Konsequenz daraus. Antworten


Wolf Polt

26.01.2010, 13:03 Uhr
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Bei sensitiven Fragen gibt es anonyme Fragetechniken, die kosten aber mehr. Das ist lange bekannt, aber wenig angewandt, weil es nur selten grosse Unterschiede gibt.. Antworten


Bernard Clairveaux

26.01.2010, 12:39 Uhr
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Meines Erachtens braucht Herr Longchamps nicht mehr im Schweizer Fernsehen aufzutreten. Neben seiner fraglichen Umfragemethodik bleiben seine Analysen zu Abstimmungsresultaten leider oft oberflächlich. Es wäre gut, wenn das Schweizer Fernsehen folglich verschiedene Umfrageinstitute und Experten bei Abstimmungswochendenden berücksichtigen würde. Antworten


Beat Keller

26.01.2010, 12:29 Uhr
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@H. Keller und U. Scheidegger. Neuerdings bin ich auch geneigt, dem Verzicht auf Meinungsumfragen das Wort zu reden. Es wird einfach zunehmend sinnloser aufgrund unsicherer Aussagen die Leute im Vorfeld von abstimmungen verrückt zu machen. Die Geldersparnis ist nur Nebeneffekt. Und Hr. Scheidegger: Man will soviel wissen, von polit. Präferenzen bis zu pers. Lebenssituation. Sind die Daten sicher? Antworten


Markus Steiner

26.01.2010, 12:17 Uhr
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Was braucht es überhaupt noch von Staatsmedien für teures Geld in Auftrag gegebene Umfragen? Wer sich ei wenig damit befasst, weiss, wie auf diesem Gebiet manipuliert werden kann. Bei der Fragestellung fängts an, bei der Wertung je nach Interessen gehts weiter und beim Kaffee-Satz lesen hörts auf. Da sind Internet-Foren, viele zusammen, trotz lockerem Umgang mit dem Thema, wohl zuverlässiger. Antworten


Paul Rohner

26.01.2010, 12:15 Uhr
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Was wurde anderes erwartet, nachdem der Bundesrat Auskunftszwang unter Androhung von Busse angeordnet hat. Wie konnte da erwartet werden, dass die Befrager nicht nach Strich und Faden angelogen wurden. Solange dieser Unfug nicht zurückgenommen wird, wird sich kaum was ändern. Uebrigens, wer sich als Jasager geautet hat, wurde als Rassist angesehen, und durch SP Fehr auch als Solcher beschimpft. Antworten


hans maag

26.01.2010, 11:56 Uhr
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Umfragen haben einen Sinn in Staaten, wo es keine Abstimmungen gibt, dort können die Politiker wenigstens die Illusion haben zu wissen was das Volk will. Bei uns stimmt man ab, das ganze Vorgeplänkel vor Abstimmungen ist sinnlos. Bei Umfragen sage ich was statistisch meinen Gegner in die Irre führt und hoffe dass dies andere auch so tun. Was ich dann abstimme ist meine Sache. Antworten


Hans Keller

26.01.2010, 11:40 Uhr
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ich sehe da keinen Grund gleich so heftig zu reagieren. Claude Longchamp und sein Team machen auch nur ihre Arbeit und ehrlich gesagt interessiert es doch niemanden wie die Abstimmungen eventuell ausgehen könnten!? Viel interessanter ist es, die echten/finalen Resultate zu sehen/zu erfahren. Vielleicht könnte die SRG viel Geld sparen, indem sie auf diese vagen Zahlen ganz verzichten! Antworten


ulrich scheidegger

26.01.2010, 11:05 Uhr
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Wenn in einer Umfrage der befragte zu einer Initiative Nein sagt - und dann mit Ja stimmt - können keine repräsentative Resultate erwartet werden. Denn so ist eine Umfrage reine Verschwendung. Die Hinterlistigkeit der befragten ist dann eher zu hinterfragen. Antworten


adrian strebel

26.01.2010, 11:02 Uhr
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Frau Leemann, die Menschen lassen sich auch nich mehr manipulieren? Sie sagen also Umfragen manipulieren mehr als Abstimmungspropaganda? Wieso kommt es denn, dass die meisten Leute gegen den Islam gestummen haben und nicht gegen das Minarett, was nun in der Verfassung festgeschrieben wurde? Antworten


Martin Fürst

26.01.2010, 10:31 Uhr
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Natürlich wurden auch methodische Fehler gemacht. Die StmimmbürgerInnen stimmen anonym ab, während sie in der Befragung nicht als ewigggestrige, intolerante Füdlibürger dastehen wollen und daher erklärten, sie seien gegen die Initiative. Es ist ein zentraler Punkt der Demokratie, gleich und geheim abzustimmen. Ich schulde den meinungsforschern auch gar keine Antwort, und schon gar keine ehrliche. Antworten


ruth leemann

26.01.2010, 10:28 Uhr
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IRREN IST MENSCHLICH - die Menschen lassen sich auch nich mehr manipulieren, sie folgen ihrem eigenen Instinkt - denn das Volk hat die Politiker durchschaut und lässt sich nicht mehr so leicht an der Nase herum führen. - die Folge / Quittung erfolgt an der Abstimmungs-Urne - den Wahltag ist Zahltag - so läuft der Haase. Antworten


cristiano safado

26.01.2010, 10:27 Uhr
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Bei der Einschätzung des voraussichtlichen Wahlausganges sind ALLE auch von früheren Wahlausgängen bei ähnlichen Abstimmungen ausgegangen und mussten zum Schluss kommen, dass die Minarettinitiative "bachab" geht. Dies ist kein Fehler von Longchamp. Vielmehr liegt der Fehler m.E. darin, dass Wertungen auch aufgrund zu stark in Richtung NEIN gefilterter Lesermeinungen falsch lagen. Antworten



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