Schweiz

«Ich bin kein Spezialist in der Beurteilung von Kinderzeichnungen»

Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 17.11.2010 5 Kommentare

Im Fall Luca Mongelli sollen drei Experten die Zeichnung von Lucas Bruder beurteilen. Einer der Experten hatte allerdings kurz zuvor mitgeteilt, dass er sich dafür nicht als kompetent genug erachte.

Luca Mongelli liegt am Boden und schreit, drei Personen schlagen auf ihn ein, der Familienhund versucht Luca zu verteidigen: Lucas Bruder Marco – verängstigt hinter einem Baum links unten – zeichnete, was er gesehen haben will, als Luca zum Invaliden wurde.

Luca Mongelli liegt am Boden und schreit, drei Personen schlagen auf ihn ein, der Familienhund versucht Luca zu verteidigen: Lucas Bruder Marco – verängstigt hinter einem Baum links unten – zeichnete, was er gesehen haben will, als Luca zum Invaliden wurde.

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Der Fall Luca Mongelli

Der Fall Luca Mongelli
Luca Mongelli ist Tetraplegiker. Sein Bruder Marco hat gesehen, wie es dazu kam. Nun soll der Fall neu aufgerollt werden.

Einen Monat ist es her, dass Nicola Mongelli dem kantonalen Untersuchungsrichter in Sion eine Petition mit 9373 Unterschriften überreichte. Ein Auftrag an Untersuchungsrichter Nicolas Dubuis, den Fall von Mongellis Sohn Luca neu aufzurollen. Die Unterzeichner wollen endlich erfahren, wer Luca Mongelli am Abend des 7. Februar 2002 in Veysonnaz VS zum Invaliden gemacht hatte.

Der Untersuchungsrichter hat nun reagiert. Er hat ein Kollegium von drei Experten ernannt, welche die Zeichnung von Lucas jüngerem Bruder Marco untersuchen sollen. In der Schule hatte er Monate nach dem Vorfall eine verstörende Szene gezeichnet. Luca liegt am Boden und schreit, um ihn stehen drei Personen mit Stöcken. Die Überschrift von Marcos Zeichnung lautet: «Ich bin erschrocken, als mein Bruder geschlagen wurde».

Bericht der Experten entscheidend

Der damals siebenjährige Luca Mongelli war von seiner Mutter bewusstlos und nackt in der Nähe ihres Chalets in Veysonnaz gefunden worden. Für den damaligen Untersuchungsrichter stand von Beginn an fest, dass der Familienhund den Jungen so zugerichtet hatte, trotz vieler bis heute offener Fragen und obwohl Luca, als er aus dem Koma erwachte, sagte, er sei angegriffen worden. Die Untersuchung wurde am 26. Februar 2004 eingestellt.

Wie «Le Nouvelliste» schreibt, will Untersuchungsrichter Dubuis abwarten, wie die drei Experten die Zeichnung beurteilen, bevor er entscheidet, ob der Fall neu aufgerollt wird. Die Wahl der Experten löst allerdings bei Lucas Familie und Unterstützern wenig Begeisterung aus. Die drei Exprten, die Dubuis ernannt hat, sind der kanadische Psychologe Hubert Van Gijsghem, der Schweizer Psychologe Phillippe Jaffé und der französische Psychologe Paul Bensussan.

«Er ist nicht neutral»

Lezteren hatte der private Ermittler Fred Reichenbach, Präsident der Fondation Luca, im Oktober 2010 bereits angefragt, ob er die Zeichnung von Lucas Bruder beurteilen könnte. Der Psychologe Bensussan antwortete in einem E-Mail vom 21. Oktober 2010, das baz.ch/Newsnet vorliegt: «Es scheint mir nötig, Ihnen mitzuteilen, dass ich kein Kinderpsychiater bin, und, vor allem, dass ich kein Spezialist in der Beurteilung von Kinderzeichnungen bin : Deshalb bin ich wahrscheinlich nicht der Geeignete, um Ihnen die Beurteilung zu geben, um die Sie bitten».

Die Wahl des Psychologen Philippe Jaffé findet Fred Reichenbach ebenfalls nicht optimal. «Dieser Psychologe hat sich schon im Fernsehen zum Fall Luca geäussert», sagt Reichenbach. «Er ist nicht neutral.» Gegenüber «Le Nouvelliste» wollten weder Philippe Jaffé noch der Untersuchungsrichter Nicolas Dubuis Stellung nehmen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.11.2010, 14:09 Uhr

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5 Kommentare

Massimo Di Toro

17.11.2010, 14:51 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Was hat der Untersuchungsrichter zu verbergen? Luca Mongelli hat ja gesagt er sei angegriffen worden. Wieso sollte ein Kind eine falsche Zeichnung anfertigen? Was für eine Gerechtigkeit ist das? Antworten


Matthias Gysin

18.11.2010, 17:06 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Ich hoffe sehr, dass dieser Fall aufgeklärt wird. Ebenso hoffe ich, dass sich die Eltern nicht alles gefallen lassen. 7 Jahre ist eine lange Zeit - zu lange. Vielleicht ist ein Machtwort aus Strassburg dazu notwendig (EMRK). Ich frage mich auch, wieso es nicht möglich ist, diesen Fall ausserkantonal zu untersuchen. Antworten



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