Schweiz
«Ich hätte sie informieren sollen»
Aktualisiert am 31.08.2011 50 Kommentare
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Den Grund für seine Entlassung sieht der Direktor des Bundesamtes für Migration, Alard du Bois-Reymond, nicht bei den unbearbeiteten Asylgesuchen von Irakern. Gegenüber «10vor10» sagte er sichtlich enttäuscht: «Es gibt keinen Skandal oder einen einzelnen Auslöser für die Trennung.» Er und Bundesrätin Sommaruga hätten schlicht kein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufbauen können.
Gegenüber dem Vorwurf, mit Umstrukturierungen für Unruhe im Amt gesorgt zu haben, äussert sich du Bois folgendermassen: «Ich habe eine Reorganisation von meiner Vorgängerin übernommen.» Offenbar hätten diese Umstrukturierungen im Amt Wunden geschlagen, die noch nicht verheilt seien.
Wesentlich schneller geworden
Zur Dauer der Asylverfahren meint der Abtretende: «Wir konnten feststellen, dass wir wesentlich schneller geworden sind. Tatsächlich konnten wir die Verfahrensdauer von 180 auf 120 Tagen verkürzen.» Aus seiner Enttäuschung mach er keinen Hehl: «Es ist ein Misslingen für mich. Ich hoffe aber trotzdem, dass es meinem Nachfolger gelingt, das Amt erfolgreich zu führen.»
Nach der Bekanntgabe von du Bois-Reymonds Entlassung war spekuliert worden, ob das Zerwürfnis zwischen ihm und seiner Chefin Sommaruga in Zusammenhang stehe mit den Tausenden irakischen Asylgesuchen, die jahrelang auf Schweizer Botschaften liegengeblieben sein sollen. «Im Nachhinein», so du Bois-Reymond, «wäre es sicher richtig gewesen, Frau Sommaruga darüber zu informieren.» Sommaruga hatte erst Ende Mai von der Angelegenheit erfahren. Für ihn sei die Angelegenheit nicht mehr im Vordergrund gestanden, als Simonetta Sommaruga Ende 2010 ihr Amt antrat. Heute gab die Justizministerin bekannt, dass das EJPD eine externe Untersuchung in der Angelegenheit eröffnet habe.
In einem Interview mit 20 Minuten online antwortete du Bois-Reymond auf die Frage ob das Amt des Migrationschefs ein Schleudersitz sei: «Ja, ein bisschen. Diese Gefahr war mir voll bewusst, als ich das Amt antrat. Ich hoffte natürlich, dass es mich nicht trifft.» (ami/sda)
Erstellt: 31.08.2011, 22:43 Uhr
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50 Kommentare
Man stelle sich vor die 7 - 10 Tausend Gesuche wären bearbeitet worden und die Leute wären jetzt in der Schweiz. Mit Familiennachzug hätten wir jetzt mehr als 60'000 zusätzliche Asylanten hier. Eine Katastrophe also.
Unsere linken Freunde hätten da wohl noch applaudiert.
Antworten
Herr du Bois-Reymond u. Frau Sommaruga passen nicht zusammen. Er nennt die Misstaende beim Namen, waehrend Fr. Sommaruga lieber die Zustaende im Asylwesen beschoenigt. Vermutlich kommt jetzt ein Nachfolger aus dem "Genossen Filz" aus Bern. Besser wird es bestimmt nicht. Antworten
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