Schweiz
«Ich sah, wie Mutter und Kinder mit der Waffe bedroht wurden»
Von Claudia Blumer. Aktualisiert am 11.01.2011 272 Kommentare
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Die SVP lehnt die Initiative zum Schutz vor Waffengewalt rigoros ab. Nicht aber der prominente Parteiexponent This Jenny. Der Glarner Ständerat hat die Initiative von Anfang an offen unterstützt.
Auch aus persönlichen Gründen, wie er zu baz.ch/Newsnet sagt. «Ich habe als Kind die Androhung von Waffengewalt erlebt.» Zwar nicht im eigenen Elternhaus, aber bei Freunden, wo This Jenny viel Zeit verbrachte. Zu sehen, wie Mutter und Kinder vom Vater mehrmals mit einer Ordonnanzwaffe bedroht wurden, habe ihn geprägt. «Wenn Kinder in einen Gewehrlauf schauen und Angst haben müssen, sind sie traumatisiert.»
«Ueli Maurer hat keine Ahnung»
Jenny hält sich im Wahlkampf zurück, aus Rücksicht auf seine Partei, wie er sagt. «Ich könnte jede Woche dreimal auftreten, mache es aber nicht.» Den SVP-Bundesrat schont er hingegen nicht. «Ueli Maurer verkennt, wie gross der Druck auf eine Frau sein kann, wenn sie weiss, dass der Mann eine Waffe im Schrank hat.» Maurer hat vor wenigen Tagen in einem Interview gesagt, Frauen befürworteten die Initiative, weil sie mit Waffen nicht umzugehen wüssten.
Total daneben sei auch Maurers Aussage, die Frauen könnten zur Polizei gehen, wenn sie sich bedroht fühlten. «Ueli Maurer hat keine Ahnung, wie viel es braucht, bis eine Frau zur Polizei geht und dort ihre Seelennot eingesteht», sagt Jenny. Eifersucht und Alkohol spielten bei der Androhung von Waffengewalt eine grosse Rolle. Und ein Beil oder ein Messer sei nun mal nicht dasselbe. «Ein Gewehr hat eine ganz andere Dimension. Es ist endgültig. Das lässt die Frauen erstarren.»
Tabu unter den Betroffenen
Hunderte von Mails habe er bekommen, in denen Leute, die Ähnliches erlebt haben, ihre Erfahrungen schildern, sagt Jenny. Er habe bemerkt, dass dieses Thema eine grosse Tabuzone sei, die von Betroffenen meistens nicht angesprochen werde. Aber nicht nur dies und seine persönliche Geschichte würden ihn zum Befürworter der Initiative machen. «Es ist auch die Einsicht, dass die Armeewaffe zu Hause bei der heutigen Bedrohungslage nichts mehr zu suchen hat.»
Wer in der Freizeit schiessen will, kann dies weiterhin problemlos tun, sagt Jenny. Sogar als Hundehalter müsse er mehr bürokratischen Aufwand betreiben als es Jäger und Sportschützen bei Annahme der Waffeninitiative tun müssten.
«Die andern haben Angst vor der SVP-Wählerschaft»
Er sei zwar der einzige SVP-Politiker, der sich für die Waffeninitiative ausspreche, aber nicht der einzige, der sie befürworte, ist Jenny überzeugt. Andere würden sich nicht trauen, der Initiative offen zuzustimmen, weil sie Angst hätten vor der Wählerschaft. «Im Kanton Zürich kann sich das ein SVP-Politiker nicht leisten. Er würde abgewählt, wenn er sich öffentlich für die Waffeninitiative aussprechen würde.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.01.2011, 11:28 Uhr
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272 Kommentare
Aktuelles Waffengesetz: Keinen Waffenerwerbsschein erhalten Personen, die: [...] c. zur Annahme Anlass geben, dass sie sich selbst oder Dritte mit der Waffe gefährden. Die Polizei muss eine Waffe (sind ja registriert!) einziehen, wenn der begründete Verdacht auf Suizidgefahr oder Bedrohung von anderen da ist. Ein Gang zum Posten und das Ding ist weg. Mit aktuellem Recht! Antworten
Ich bin Waffenbesitzer und SVP-Wähler. Jeder darf seine Meinung vertreten, auch Herr Jenny. Gefreut hat es mich natürlich nicht im Geringsten! Aber wir leben schliesslich in einer Demokratie mit Meinungsfreiheit! Das Problem an der Initiative ist, dass die Aufbewahrung von Ordonnanzwaffen mit dem privaten Waffenbesitz vermischt wird! Hier findet eine Kriminalisierung von loyalen Bürgern statt!!!! Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





