Schweiz

«Ihr werdet eine schöne Überraschung erleben»

Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 12.12.2009

Der deutsche Muslim-Prediger Pierre Vogel durfte gestern Abend nicht in die Schweiz einreisen. Am Telefon mit baz.ch/Newsnet erklärte er seine weiteren Pläne. Inzwischen hat er im Internet eine Botschaft veröffentlicht.

1/4 Pierre Vogel wollte am Freitagabend über Basel einreisen.
Simon Ertler, newspictures

Pierre Vogel in Basel gestoppt

   
Will um jeden Preis in Bern reden: Pierre Vogel.

Will um jeden Preis in Bern reden: Pierre Vogel.

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Internetbotschaft

«Ihr werdet eine schöne Überraschung erleben»

Nach der verhinderten Einreise liess Pierre Vogel in einer Internetbotschaft offen, ob er erneut versuchen wird, in die Schweiz einzureisen, um an der geplanten Kundgebung gegen das Minarett-Verbot vom Samstagnachmittag in Bern teilzunehmen. «Vielleicht bin ich körperlich nicht da, vielleicht bin ich da, ihr werdet eine schöne Überraschung erleben», kündigte der Prediger an. Man werde der Migrationsbehörde aber kräftig den Marsch blasen. Für die bis zum kommenden 1. Januar gültige Einreisesperre erwartet Vogel eine Entschuldigung. Vielleicht werde einfach am 2. Januar wieder eine Kundgebung in Bern stattfinden. Die Sperre habe den Staat Tausende von Franken gekostet, erklärte Vogel. «Das ist ja was Gutes», sagte er. Erneut Stimmung machte Vogel auch gegen die islamischen Verbände in der Schweiz. Die Verbände, die sich von ihm und von der Kundgebung distanziert hätten, seien «Sesselfurzer». Es gehe nicht an, zu schweigen. Der Präsident der Föderation Islamischer Dachverbände der Schweiz, Hisham Maizar, hatte die Kundgebung als sinnlos und kontraproduktiv bezeichnet. (ap)

«Ich bin an der Raststätte beim Autobahnzoll in Basel», so Pierre Vogel nach Mitternacht am Telefon gegenüber baz.ch/Newsnet. Die Beamten hätten ihm ein Blatt mit dem Einreiseverbot vorgelegt. «Ich habe dagegen Einspruch eingelegt», sagt der Muslim weiter.

Ein Augenzeuge, der ebenfalls vor Ort ist, schildert die Stunden zuvor. Um 22.30 seien drei Wagen angehalten worden. Angeblich ein Audi, ein Mercedes und ein Offroader. Vogel sei ausgestiegen und habe mit den Beamten gesprochen. Das ganze sei sehr friedlich abgelaufen.

Alle Möglichkeiten ausschöpfen

«Ich werde das mit meinem Rechtsanwalt besprechen», erklärt Vogel wieder am Telefon. Das Ganze sei eine «Lüge und eine Schande für die Schweiz». Er wolle versuchen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, doch noch in Bern zu sprechen. Auf die Frage, ober noch anderswo versuchen wolle in die Schweiz einzureisen, reagiert Vogel nicht.

Er wolle eine Botschaft an das Schweizer Volk richten, und das um jeden Preis. Per Video? «Das weiss ich noch nicht, das werden wir dann sehen».

Reden aus dem Bauch heraus

Angeblich wurde das Einreiseverbot bis zum 1. Januar verhängt. Das zuständige Bundesamt für Migration (BFM) war für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen.

Hatte er eine Rede geschrieben für Bern? Nein, er mache sowas aus dem Bauch heraus. Was wollte er denn dort sagen? «Ich wollte ein Feuer löschen, das zwischen Muslimen und anderen Menschen entstanden ist», so Vogel zu nächtlicher Stunde. Er wolle auf die Menschen zugehen. Auf die «komische Behörde» ist Vogel wütend. Er meint das BFM. «Die müssen sich entschuldigen.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.12.2009, 11:20 Uhr

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