Italien will keinen Streit mit Libyen riskieren

Von Hubert Mooser. Aktualisiert am 17.03.2010

Die Aussenpolitische Kommission Italiens war heute in der Schweiz zu Besuch. Die Italiener anerkennen zwar die Situation der Schweiz, weisen aber auf das heikle Verhältnis zwischen Libyen und Italien hin.

Auf Freundschaft mit Libyen angewiesen: Silvio Berlusconi und Muammar al Ghadhafi

Auf Freundschaft mit Libyen angewiesen: Silvio Berlusconi und Muammar al Ghadhafi
Bild: Keystone

Die italienischen Politiker trafen in Bern eine Delegation der Schweizer Aussenpolitischen Kommission, die von Präsidentin Christa Markwalder(FDP) angeführt wurde. Mit dabei waren auch die Nationalräte Carlo Sommaruga (SP), Fabio Pedrina(SP), Luzi Stamm (SVP), Kathy Riklin (CVP) sowie Ständerat Filippo Lombardi (CVP).

«Es war ein konstruktives Treffen», sagt Markwalder. «Wir werden die Gespräche heute Abend beim italienischen Botschafter fortsetzen.» Er habe die Delegationen beider Länder eingeladen. Laut Markwalder habe man den italienischen Parlamentarier erklärt, dass ihr Land bei der Beilegung des Konfliktes zwischen der Schweiz und Libyen eine konstruktive Rolle spielen könne - insbesondere bei der Freilassung der Geisel Max Göldi. Sie unterstützen die Schweizer Forderung, dass Max Göldi sofort freigelassen werden müsse.

Der Tessiner Nationalrat Fabio Pedrina erklärte, dass die italienischen Parlamentarier auf die besondere Situation ihres Landes gegenüber Libyen hingewiesen hätten. Ihr Land fungiere wie eine Art Filter für die EU, was die Flüchtlingsströme aus Afrika anbelangten. Deshalb wolle man keinen Streit mit Libyen riskieren. Sie hätten jedoch Verständnis für die Schweizer Position und könnten diese akzeptieren. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.03.2010, 21:31 Uhr

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