Schweiz

Kupfert Jay-Z von Basler Jazzmusiker ab?

Von Fabienne Klenger. Aktualisiert am 01.02.2014 18 Kommentare

Der renommierte Schweizer Jazzmusiker Bruno Spoerri staunte nicht schlecht, als er zum ersten Mal den Song «Versus» von US-Rapper Jay-Z hörte.

Erhielt einen Grammy: Rapper Jay-Z bei der Preisverleihung in Los Angeles. (26. Januar 2014)

Erhielt einen Grammy: Rapper Jay-Z bei der Preisverleihung in Los Angeles. (26. Januar 2014)
Bild: AFP

Seine Musik gefällt auch US-Rappern: Der Schweizer Jazzmusiker Bruno Spoerri.

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Bruno Spoerri ist ein Pionier. In den 70er- und 80er-Jahren experimentierte er mit Synthesizern, Instrumenten und Geräuschaufnahmen und schuf so faszinierende Kompositionen zwischen Elektro, Experimentalmusik, Jazz und Funk. Die Musik war lange Zeit nur noch Liebhabern von Vinylraritäten bekannt, bis vor einigen Jahren das kleine Label Finders Keepers einige Wiederveröffentlichungen von Spoerris Musik herausgab.

So stiess wohl auch Hip-Hop-Produzent Timbaland, vermutlich via Youtube, auf «On the Way», einen Teil des Soundtracks zum Experimentalfilm «Lilith», den Spoerri 1978 komponiert hatte.

Das Stück scheint Timbaland so sehr gefallen zu haben, dass er es, ohne nach den Rechten zu fragen, sampelte und für einen Song von Jay-Z verwendete. Denn der Song «Versus» des US-Rappers klingt verdächtig ähnlich.

Vor drei Monaten erhielt Bruno Spoerri einen Anruf von Finders-Keepers-Chef Andy Votel, der ihn auf den Klau aufmerksam machte. «Zuerst habe ich gestaunt», berichtet Bruno Spoerri gegenüber baz.ch/Newsnet. «Ich bin es mit meinen 78 Jahren nicht gewohnt, dass mir ein viel Jüngerer etwas stiehlt.» Der Song stammt vom Album «Magna Carta Holy Grail», das sogar für einen Grammy nominiert war.

Als Spoerri von der Auszeichnung hörte, konnte er seinen Ärger nicht mehr zurückhalten. Er wandte sich in einem Kommentar an die Redaktion Radio SRF.

Er fände es spannend, dass seine Musik von einer anderen Generation aufgegriffen wird, sagt Bruno Spoerri. Das Sampling, eine Tonaufnahme in einem neuen Kontext wiederzuverwenden, ist teil der Hip-Hop-Musik. Doch Spoerri ärgert sich, dass die US-Produzenten nicht einmal um die Erlaubnis gebeten haben: «Sie hätten es ja haben können, wenn sie gefragt hätten.»

Nun versucht ein Anwalt für Finders Keepers mit den Amerikanern zu verhandeln. Es geht nur harzig voran: «Auf der anderen Seite sitzen vermutlich die teuersten Anwälte», meint Bruno Spoerri. Das Label und der Musiker wollen einen Teil der Einnahmen und eine finanzielle Genugtuung. Doch das ist für Bruno Spoerri nicht die Hauptsache: «Mir geht es ums Prinzip: Es ärgert mich, dass sich jemand einfach so bei mir bedient. Ich erwarte eine Entschuldigung.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.01.2014, 21:43 Uhr

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18 Kommentare

Nicolas Pidoula

27.01.2014, 22:05 Uhr
Melden 97 Empfehlung 8

Das kennen wir doch. Wäre es umgekehrt gewesen, wäre Spoerri wohl am Ende bei seinem nächsten US-Aufenthalt mit Handschellen abgeführt worden. So viel zum Thema Recht. Antworten


Yves A. Schneider

27.01.2014, 23:23 Uhr
Melden 97 Empfehlung 14

Hätte ein CH Musiker etwas von einem Ami kopiert wären sofort die schärfsten Abmahnungen und Forderungen in 2-3 stelliger Millionen Hohe auf dem Tisch gewesen. Wir müssen uns unbedingt vermehrt gegen diese Amis wehren und ihnen Stirn bieten. Antworten



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