Schweiz

«Jetzt haben wir eine Krise, und keiner kann damit umgehen»

Von . Aktualisiert am 03.02.2010 29 Kommentare

Die gestohlenen Bankdaten stellen den Finanzplatz Schweiz und das Bankgeheimnis erneut ins Abseits. Wie kann das Problem gelöst werden? Politiker, Anwälte, Professoren und Berater sagen, was sie darüber denken.

1/8 Philippe Gaydoul, Unternehmer
Für Gaydoul ist Liechtenstein mit seinem aktiven Handeln ein Vorbild. «Wir wissen auch, dass wir Probleme haben, versorgen sie aber in der Schublade und hoffen, dass sie verschwinden. Doch irgendwann kommen sie hervor. Vorausschauende Führung sieht anders aus.» Der Bundesrat hätte in ruhigeren Zeiten mögliche Strategien vorbereiten müssen, dann müsste er sich jetzt nur noch für eine davon entscheiden. «Die Schweiz hat keine Strategie», sagt Gaydoul. «Wir sind überrascht und wissen nicht, was zu tun ist. Das merken die anderen. Wenn einer am Boden liegt, schlägt man heutzutage nochmals zu.» Die Schweiz sei das perfekte Opfer. Gaydoul plädiert auf allen Stufen für mehr Selbstbewusstsein: im Bundesrat, aber auch beim Volk. «Es ging uns lange sehr gut. Jetzt haben wir eine Krise, und keiner kann damit umgehen.» Es müssten neue Köpfe in die Politik: Leute, die bereit sind, für das Land zu kämpfen und die Fäden in die Hand zu nehmen. «Aber das Ansehen der Politik ist bald so tief wie jenes der Banken. Da überlegt man sich einen Einstieg zweimal.» (meo)
Bild: Keystone

   

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.02.2010, 07:47 Uhr

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29 Kommentare

Elisabeth Meier

03.02.2010, 09:19 Uhr
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Vermutlich nicht nur mir fehlt in der heutigen Situation eine führungsstarke Persönlichkeit wie Ch. Blocher. Ich wage zu behaupten, dass einige Probleme der vergangenen Jahre von diesem frühzeitig erkannt und besser bewältigt worden wäre als vom jetzigen Schönwetter-Wohlfühlgremium. Hoffentlich dankt das Schweizer Volk den für diesen Zustand verantwortlichen Parlamentariern bei dennächsten Wahlen. Antworten


hampi schaller

03.02.2010, 10:43 Uhr
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@peter baenziger: Ist es das Wahlsystem oder vielleicht doch überparteiliche Interessen? Antworten



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