Schweiz
Jetzt redet GC-Hochstapler Volker Eckel
Von Ida Sandl. Aktualisiert am 02.10.2009 6 Kommentare
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Volker Eckel wollte den Grasshoppers mit 300 Millionen Franken aus der Patsche helfen und brachte die Thurgauer Steuerverwaltung dazu, ihm innerhalb kürzester Zeit den C-Ausweis zu verschaffen. Er selbst trat bisher kaum in Erscheinung. Gestern traf die «Thurgauer Zeitung» den Mann, der behauptet, ein arabischer Kronprinz zu sein.
Herr Eckel, wo leben Sie im Moment?
Volker Eckel: Mal hier, mal dort. Jeden Abend schlafe ich woanders.
Das klingt gehetzt.
Ich fühle mich auch gehetzt. Mein Arzt hat mir geraten, ich soll zur Ruhe kommen. Ich habe einen sehr netten Hausarzt.
Haben Sie gesundheitliche Probleme?
Ich hatte Probleme mit dem Herzen. Alles wurde durchgecheckt. Man hat mir gesagt, ich soll mich entspannen, aber das ist nicht so einfach.
Wieso nicht?
Ich werde als Hochstapler betitelt, man verbreitet Lügen über mich. In Frauenfeld wurde ich auf offener Strasse angespuckt und als «Scheiss-Araber» beschimpft. Ich habe meinen Lebensmut verloren.
Stimmt es denn nicht, was über Sie geschrieben wird?
Natürlich nicht. Ich kann alles belegen. Regierungsrat Koch hat mir vor meinem Prozess in Marbach noch seine Hilfe angeboten, er wollte sogar dem Richter schreiben.
(Anm. d. Red. : Regierungsrat Bernhard Koch bestreitet dies auf Anfrage. Er habe Volker Eckel nie getroffen.)
Sie wurden wegen Betrugs zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.
Wegen Betrugs und Steuerhinterziehung. Ich soll in Regensburg Steuern hinterzogen haben, dabei war ich nie in Regensburg. Aber ich durfte nichts dazu sagen, das hat mir meine Anwältin geraten. Jetzt ist das Urteil da und ich werde den Teufel tun, einem Richter zu widersprechen.
Herr Eckel, sind Sie der arabische Kronprinz Mohamed al Faisal?
(Zuckt die Schultern) Was würde sich gross ändern, wenn ich es wäre? Es wäre zwar schön, wenn ich es wäre.
Sie sind es also nicht?
Wenn ich es nicht wäre, hätte ich dann meine Freunde eine Woche im «Atlantis» in Dubai einquartieren können, samt Sicherheitspersonal? Dort kostet eine Nacht mehrere Tausend Franken.
Sind Sie auch der Sohn von Saddam Hussein?
Nein, das bin ich nicht. Ich weiss nicht, wer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat. Diese ganzen Unwahrheiten müssen jetzt aufgeklärt werden.
Sie sehen gar nicht arabisch aus.
Was kann ich dafür, wenn ich nicht so aussehe? Mein Bruder sieht auch nicht arabisch aus.
Was ist mit dem Geld, besitzen Sie tatsächlich 700 Milliarden Euro?
Nicht ich, sondern die Familie. Ich weiss selber nicht genau, wie viel Geld es ist. Meine Mutter besitzt drei grosse Firmen in der Schweiz.
Die Bank, bei der die Milliarden liegen sollen, hat Sie angezeigt.
Ich weiss nichts von einer Anzeige. Die Konten in der Schweiz lauten ja gar nicht auf meinen Namen. Im Moment sind sie ohnehin gesperrt.
Ehemalige Mitarbeiter von Ihnen behaupten, sie hätten nie einen Franken Lohn gesehen.
Ich habe die Hotelrechnungen bezahlt, einem Mitarbeiter habe ich einmal 10'000 Franken gegeben, einfach so. Manche Menschen sind einfach undankbar.
Warum gehen Sie nicht nach Dubai, Sie könnten dort leichter leben?
Vielleicht werde ich das auch tun. Es entscheidet sich in den nächsten zwei Wochen.
Haben Sie genug von der Schweiz?
Ich mag die Schweiz. Meine Mutter wurde zum Teil hier erzogen. Mein Bruder hat hier studiert. Mir gefällt es auch im Thurgau, ich habe gute Freunde hier.
War es einfach, so schnell eine C-Bewilligung zu bekommen?
Die Steuerverwaltung hat auf das Migrationsamt Druck ausgeübt. (überlegt)Wirke ich auf Sie, als hätte ich einen IQ von 92?»
Nein. Wer behauptet das?
Ein Gutachter beim Gericht in Marbach. Er hat mich nur ein paar Minuten gesehen. Ich habe kaum mit ihm geredet.
Hat das Gutachten Sie verletzt?
Das tut weh. Es würde Sie doch auch verletzen, wenn man Ihnen einen Intelligenz-Quotienten von 92 bescheinigen würde.
Steht Ihre Familie zu Ihnen?
Ja. Ich lebe aber von meiner Frau getrennt. Ich habe eine Tochter, die in Stuttgart lebt. Mein Sohn macht eine Ausbildung in der Schweiz. Sie werden ihren Weg finden. Dann kann ich doch nicht alles falsch gemacht haben.
Gibt es etwas, was Sie den Thurgauern gerne mitteilen würden?
Sie sollen mich fair behandeln und mir nicht ins Gesicht spucken. (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 02.10.2009, 08:57 Uhr
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6 Kommentare
Die Schweiz ist ein dankbares Land für Hochstapeleien. NicStic: ca. 300 Millionen Gelder den Gutgläubigen abgeknüpft - Strafverfahren eingestellt, die Täter verbraten die Gelder unbehelligt in D. - Sawiris: kaufte billiges Land beim Militär ein für eine Golfanlage, und schon lief weiteren Gutgläubigen das Wasser im Mund zusammen - sie investierten und verloren viel Geld mit Orascom. Undsoweiter. Antworten
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