Schweiz
Klares Ja zur Komplementärmedizin
Aktualisiert am 17.05.2009 25 Kommentare
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- Ja zur Komplementärmedizin: Die Reaktionen
- Stimmbeteiligung fällt unter 40 Prozent
- Kantonale Abstimmungen: Eine Übersicht
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Bundesrat Pascal Couchepin zur Abstimmung (Quelle: Schweizer Fernsehen)
Die sanfte Medizin wird im Schweizer Gesundheitssystem gestärkt. Seit diesem Wochenende steht in der Bundesverfassung: «Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin.» 1'282'838 (67 Prozent) stimmten für diese Verfassungsbestimmung, nur 631'908 (33 Prozent) dagegen. Sämtliche 26 Stände hiessen die Vorlage gut.
Am deutlichsten angenommen wurde der Gegenvorschlag des Parlaments zur umfassenderen und dann zurückgezogenen Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» in der Westschweiz. An der Spitze stand die Waadt mit 78,4 Prozent Ja vor Genf (77,9), Jura (77,1), dem Wallis (73,6), Neuenburg (73,2) und Freiburg (72,5).
Als erster Deutschschweizer Kanton folgte mit 69,3 Prozent Appenzell Ausserrhoden, wo alternative Heilmethoden besonders stark vertreten sind. Auch in Basel-Stadt (68,3), Basel-Landschaft (67,4), Bern (66,9) und Appenzell Innerrhoden (66,7) wurde die Zweidrittelsmarke übertroffen.
Nur gerade in drei Kantonen betrug die Zustimmung weniger als sechzig Prozent. Am schwächsten war das Ja mit 56,9 Prozent im Kanton Schaffhausen, verhältnismässig lustlos auch in den Innerschweizer Kantonen Uri (58,5) und Schwyz (59,1). Glarus auf dem viertletzten Platz meldete bereits 60,0 Prozent Ja.
Offene Konsequenzen - hohe Erwartungen
Die offene neue Verfassungsnorm will die Komplementärmedizin besser ins Gesundheitssystem integrieren und das Zusammenspiel mit der Schulmedizin verbessern. Wie der Volkswille nun konkret umgesetzt wird - beispielsweise bei der Ausbildung - und wie viel das am Ende kosten darf, muss weitgehend das Parlament entscheiden.
Mit dem Ja verbindet sich vor allem die Erwartung, die fünf 2005 von Gesundheitsminister Pascal Couchepin aus der Grundversicherung gekippten Therapien würden wieder von den Krankenkassen bezahlt. Solange das Gesetz nicht geändert wird, führt der Weg aber - wie bei der Schulmedizin - nur über den Nachweis der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Das Ja war allgemein erwartet worden, obschon sich der Bundesrat nur aus gesetzlich vorgeschriebener Loyalität mit dem Parlament hinter die Vorlage gestellt hatte. Im übrigen waren erst spät bürgerliche Stimmen lautgeworden, die vor Mehrkosten in der Grundversicherung warnten. Als einzige grosse Partei hatte die SVP die Nein-Parole herausgegeben.
(bru/sda/ap/)
Erstellt: 17.05.2009, 19:46 Uhr
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25 Kommentare
@Shaas Ruzicka: Die Placebomedizin hat per Definition keine wissenschaftliche Grundlage. Entweder eine Wirksamkeit kann im wissenschaftlichen Experiment nachgewiesen werden -- dann zaehlt die Therapie zur "Schulmedizin" -- oder es kann keine Wirksamkeit nachgewiesen werden -- dann gilt sie maximal als "komplementär" zur richtigen Medizin. Das hat mit Fairness nichts zu tun, nur mit Wissenschaft. Antworten
Es ist nicht fair zu behaupten, es gäbe keinerlei wissenschaftliche Grundlage für Komplementärmedizin. Darüberhinaus ergab (vor einigen Jahren) eine Untersuchung auf der Uni Bern, dass die Heilungsdauer der Schul- und der Komplementärmedizin sehr wohl vergleichbar und nicht allzu verschieden ist. Ausserdem, viele schulmedizinische Heilmittel sind auch nicht allzu weit von Placeboeffekt entfernt Antworten
Nennenswerte Kostensteigerungen sind wohl nicht zu befürchten, da die Placebomedizin im Vergleich zu den Ausgaben fuer wissenschaftliche Therapien kaum ins Gewicht fällt. Unschädlichkeit ist eben wesentlich billiger nachzuweisen als Wirksamkeit. Ärgerlich sind natürlich die sehr erklecklichen Margen, die in die Taschen der Placebohersteller fliessen werden. Antworten
@Susanne Moor: Die höhere Lebenserwartung ist vorallem dem besseren Lebensstandard (Hygiene, Arbeitszeit, usw.) zu verdanken. Ein Teil auch der Schulmedizin. Anderseits werden gewisse Kranke lange "chronisch therapiert" ohne gesund zu werden. Und die Kassen zahlen brav. Antworten
@alle Kosten-Jammerer: Die Komplementärmedizin wird heute nicht bezahlt. Trotzdem sind die Kosten massiv gestiegen so dass für 2010 ein Prämienansteig droht. Also ist dieser auf die Schulmedizin zurück zu führen! Das Gegenteil zu behaupten, das ist Voodoo. Antworten
Die höhere Lebenserwartung ist nicht jahrhundertalter Heilverfahren aus allen Ländern zu verdanken, sondern der Schulmedizin. Erstens entfalten die Alternativmethoden nur als unterstützende Begleitung zur Schulmedizin eine Wirkung, wobei die Medizin auch alleine wirkt. Zweitens sind sie bei Bagatellerkrankungen wirksam, welche eh verschwunden wären. Drittens werden chron. Kranke veräppelt. Antworten
Haben sich die Ja-Sager überlegt, wer die Komplementärmedizin bezahlen soll? Ich freue mich schon auf das Gejammer derselben Personen, wenn die Grundversicherung in klar zweistelligem %-Bereich teurer werden wird. Weiter frage ich mich, ab wann Streicheleinheiten und staatlich verordnetes Schulterklopfen als Heilmethoden in die Grundversicherungen aufgenommen werden. Antworten
Na super, nun darf ich also künftig mit meinen stetig steigenden KK-Prämien neben Heroin, Methadon, Viagra, Xenical usw. auch noch Hokuspokus- und Voodoo-"Medizin" quer subventionieren ! Was kommt als nächstes ? Kartenlegen und Handlesen ? Couchepin wird die Details aber wohl seinem Nachfolger überlassen. So bleibt immerhin eine Gnadenfrist bis zum nächsten Prämienschub. Antworten
Bin nicht gegen die Komplementärmedizin - sie gehört aber einfach nicht in die Grundversicherung. Ich will einfach nie mehr Klagen hören über steigenden KK-Prämien! Dass es eine Verlagerung der Kosten von der Schulmedizin zu Komplementärmedizin gibt, glaube ich nicht. Statt dessen wird der "5er und das Weggli" bezogen werden, da ja zukünftig inkl. in der Grundversicherung. Antworten
nichts gegen komplementärmedizin, aber über den zeitpunkt des einschlusses lässt sich wahrlich streiten. zuerst wäre eine grundlegende reform des gesundheitswesens nötig gewesen (welches ja weltweit kränkelt) um dabei eine ausgewogene mischung traditioneller mit komplementärer medizin anzustreben. dann warten mir mal ab, wer zuerst wieder über steigende krankenkassenprämien jammert ... Antworten
Es wird immer klarer: sobald sich die SVP für eine Sache stark macht, ist das Thema verloren! Nun müssen wir also auch noch unwirksame Therapien mit unseren Beiträgen finanzieren. Nun kann man nur noch hoffen, dass die Komplementärmedizin endlich die längst geforderten Nachweise der Wirksamkeit erbringt und sich nicht durch irgend einen Winkelzug aus der Verantwortung stiehlt. Antworten
Mit diesem Entscheid ist der Bundesrat verpflichtet seine Blockadepolitik aufzugeben und das Miteinander von Schul- und Komplementärmedizin zu ermöglichen. Die Grundversicherung bleibt weiterhin ärztlich verordneten Therapien vorbehalten. Eine Kostenexplosion ist daher nicht zu befürchten. Vorallem bei chronischen Krankheiten ist die KM günstiger weil erfolgreicher. Antworten
Klares Ja zur Komplementärmedizin - Bravo! Es ist immer richtig, wenn man zuerst alle z.T. uralten Methoden anwendet, bevor man in die "Giftkiste" der Pharmaindustrie greift. Dazu gehört etwa auch Hypnose. Nicht nur zum Therapieren vieler Krankheiten sondern auch gegen Süchte eine unglaublich effizinete Metrhode...Und auch präventiv einsetzbar! Ich hoffe es geht weiter so - mit Venunft...Danke Antworten
Die Frage ist, wer das alles bezahlen soll. Die Prämien explodieren, und für die Prämienverbilligung wird mehr ausgegeben als für die Armee! Den Empfängern der Prämienverbilligung ist dies egal, leider! Und am Ende? Dann kollabiert das System, es kommt zur Entsolidarisierung, und wir haben US-Verhältnisse. Antworten
In der Schulmedizin zahlt man fuer Medikamente und Therapien, die wissenschaftlich bewiesen sind. Sie sind zwar nicht so gut, wie wir es gerne haetten, aber immerhin wirken sie bei vielen Menschen bis zu einem gewissen Grad. Die Komplementaermedizin hat solche Beweise nie erbringen muessen. Jetzt zahlt das Schweizer Volk fuer unbewiesene Therapien, die u.U. ueberhaupt nicht wirken. Antworten
Beruhigend, dass das Stimmvolk nicht dem "Einflüstern" der Farmalobby folgt wie dies gewisse Mitglieder unserer Landesregierung seit Jahren tun. Die Wirtschaftlichkeit der Komplementärmedizin ist für mich längst erwiesen: es braucht keine Milliarden um ein neues Madikament auf den Markt zu bringen und es müssen keine Krankheiten herauafbeschworen werden um dieses dann auch "zweckmässig" zu machen. Antworten
mal wieder ein Tag, wo man stolz auf die Schweiz sein kann. Das alternative Medizin so breiten anklang und vertrauen gescheinkt wird in der gesammten Bevölkerung ist sehr schön !!! Das zeigt eine kritische Haltung und das suchen nach humanen Lösungen bei Gebrechen und eine Distanz zur Symptom bekämpfen seite der Shculmedizin. Hurra !!! Antworten
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Erst Metropolitanregion dann Kantonslobbyist – und nun eine parlamentarische Gruppe: Die Region Basel will in Bern besser gehört werden. Braucht es diese neue Organisation?






























Gerd Juhrich
es gibt weder eine Schul noch eine Komplementärmedizin, der Plural ist hier nicht gebräuchlich. Pharmamedikamente erzeugen bewusst Nebenwirkungen, sind eine vorsätzliche Körperverletzung, Missachtung der Menschenrechte und da gravierende Nebenwirkungen nicht auf dem Beipackzettel stehen ein Betrugsverbrechen. Antworten